Schattendorfer Urteil – Justizpalastbrand

Vor 90 Jahren brannte der Justizpalast, der Auslöser war das als skandalös empfundenes Urteil eines Geschworenengerichts, die darauffolgenden Demonstrationen endeten mit Schüssen der Polizei auf die Demonstranten und insgesamt 89 Toten.

Das Schattendorfer Urteil

Dieses Urteil war der Auslöser der Juli Revolution 1927.

Warum kam es zu diesem Urteil?

In den 1920er kam immer wieder zu Anschlägen nationalistischer rechtsgerichteter Gruppen und Verbände, „Heimatschutz“. In der aufgeheizten Atmosphäre der Nachkriegszeit fanden diese Anschläge, die meist den linksstehenden Parteien (Sozialdemokraten, Kommunisten) und Interessengruppen bzw. deren Anhängern (der Arbeiterschaft) galten, zum Teil offene Unterstützung im Bürgertum, das in diesen Verbänden eine Stütze von „Recht und Ordnung“ sah. Obwohl es meist Zeugen und Beweise für diese Überfälle gab, wurden die Täter vielfach unter dem Jubel der bürgerlichen Presse freigesprochen oder zu milden Strafen verurteilt.
Das Burgenland wurde von dem halbfaschistischen Regime des in Ungarn herrschenden Miklós Horthy bedroht. Man war sich bereits einig, dort weder den Schutzbund noch die Heimwehr zuzulassen, um den Ungarn keine Handhabe einer Rückgewinnung des Burgenlandes zu liefern. Doch die Frontkämpfer formierten sich, und so stellten auch die Sozialdemokraten eine lokale Schutzbundorganisation auf. Schon 1926 kam es immer wieder zu Raufereien, Störungen der Versammlungen und Aufmärschen der Frontkämpfer und der Schutzbündler im Burgenland.

Der 30. Jänner 1927

An diesem Tag veranstalteten Frontkämpfer die folgenschwere Versammlung in dem kleinen burgenländischen Grenzort Schattendorf, dessen Bevölkerung zum überwiegenden Teil sozialdemokratisch war. Als die Schutzbündler davon erfuhren, machten sie ihre Versammlung am selben Tag. Das Gasthaus Moser wurde zum Stammquartier des Schutzbundes, das 500 Meter entfernte Gasthaus Tscharmann das der Frontkämpfer. Die lokale Frontkämpfertruppe war im Verhältnis 30:70 klar in der Minderheit und holte sich deshalb Unterstützung aus den Nachbargemeinden. Am Bahnhof von Schattendorf kam es schließlich zum Zusammentreffen der beiden Organisationen. Die Schutzbündler konnten die Frontkämpfer, die zur Unterstützung kommen sollten, vertreiben und siegreich nach Schattendorf einziehen. Es kam zu Tätlichkeiten im Gasthof Tscharmann.

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Wiener Justizpalastbrand

220px-Justizpalast_Vienna_2007_(68) Der Justizpalast 1881

Wie schon erwähnt war das Urteil von Schattendorf der Auslöser von Unruhen in Wien und dem Justizpalastbrand.

justbrand

 

Am Abend des 14. Juli 1927 verbreitete sich die Nachricht vom Schattendorfer Urteil. Ein Geschworenengericht hatte drei Mitglieder der Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs freigesprochen, die im burgenländischen Schattendorf bei einem Zusammenstoß mit Sozialdemokraten zwei Menschen erschossen hatten, nämlich einen 40-jährigen kroatischen Hilfsarbeiter und ein 6-jähriges Kind.
Am Tag darauf wurde der Strom der Wiener Straßenbahn durch die Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke abgeschaltet, so dass der öffentliche Verkehr in Wien lahmgelegt war. Dies geschah, um einen Proteststreik auszulösen. Die erste Marschkolonne, die den Ring erreichte, war die der E-Werker, welche vergebens versuchten, das Universitätshauptgebäude zu stürmen. Nach und nach füllte sich der Ring. Demonstranten griffen das Polizeiwachzimmer in der Lichtenfelsgasse nahe dem Rathaus an und verwüsteten die Redaktion der „Wiener Neuesten Nachrichten“, welche nicht im Sinne der Demonstranten über das Urteil berichtet hatte.
Als die Menge den Kordon von Sicherheitskräften vor dem Parlamentsgebäude mit Steinwürfen attackierte, drängte berittene Polizei die Menge in die Parkanlage gegen den Justizpalast ab. Der Platz vor dem Haupteingang des Justizpalasts lag frei. Bald stand er als Symbol der als parteiisch empfundenen Justiz im Zentrum der Aufmerksamkeit der heranrückenden Demonstranten – obwohl im Justizpalast in erster Linie die Zivilgerichtsbarkeit angesiedelt war.

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Der Justizpalastbrand am 15. Juli 1927

 

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Ich bin Autorin und schreibe moderne Märchen für jede Altersgruppe mehr Infos auf meiner Homepage www.faselukahilla.at

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