Der Oberösterreichische Bauernkrieg

Dieser Bauernaufstand fand nur in Oberösterreich im Jahr 1626 statt.

Der Auslöser war das unverhältnismäßige Vorgehen des bayerischen Statthalters Adam Graf von Herberstorff, der die Erhebung bewaffneter Untertanen gegen die gewaltsame Einsetzung eines katholischen Pfarrers durch ein gnadenloses Strafgericht, das Frankenburger Würfelspiel, beantwortete. Die soziale Basis des Aufstands ging über den Bauernstand weit hinaus und erfasste neben den ländlichen Unterschichten auch Ackerbürger und Handwerker bis hin zur städtischen Intelligenz, vereinzelt sogar niedere Adelige. Sein Scheitern trug zur Rekatholisierung Österreichs bei.

Die Vorgeschichte

Nachdem die Bauernaufstände von 1594 – 1597 beendet waren, wollte Kaiser Rudolf II. mit der Rekatholisierung der Gebiete Ob der Enns zu beginnen. Denn laut Augsburger Religionsfrieden von 1555, welcher nach ersten Konflikten zwischen protestantischen und katholischen Ländern im Heiligen Römischen Reich geschlossen wurde, musste das gesamte Volk der Religion seines Landesherrn angehören (nach dem Rechtsprinzip cuius regio, eius religio). Diese Bemühungen zeigten jedoch wenig Erfolg, und auch unter seinem Nachfolger Kaiser Mathias konnte die Gegenreformation wenig Fortschritte verzeichnen.

Dies änderte sich, als der energische, von den Ingolstädter Jesuiten erzogene Ferdinand II. 1619 die Macht antreten wollte. Dieser hatte schon in der Steiermark, Kärnten und Krain mit Gewalt die Rekatholisierung durchgesetzt und versuchte nun diese Politik auch in Oberösterreich anzuwenden. Die Ob der Enns’ischen Landesstände unter dem Calvinisten Georg Erasmus von Tschernembl verweigerten aber die Gefolgschaft und verbündeten sich mit den böhmischen Aufständischen. Nachdem Ferdinand am 28. August 1619 in Frankfurt zum neuen Kaiser gewählt worden war, reiste er über Bayern zurück nach Wien. In München schloss er ein Bündnis, Vertrag von München, mit dem bayrischen Herzog Maximilian I., der gleichzeitig Führer der Katholischen Liga war. Der Kaiser ernannte ihn zum Oberbefehlshaber des Heeres der Liga und versprach ihm im Ausgleich für seine damit verbundenen Kosten die Verpfändung Oberösterreichs. Da die Kriegskasse des Habsburgers durch die Türkenkriege und der in Böhmen ausgebrochenen Rebellion leer war, konnte der Kaiser nur auf diese Art die Liga entschädigen.

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200px-Stefan_Fadinger Stefan Fadinger auf einem zeitgenössischen Gemälde

Er wurde um 1585 in Parz, heute bei St. Agatha geboren, schon in seiner Jugend sammelte er Erfahrung als Soldat, im Jahre 1616 übernahm er den Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters. Später hatte er zwei Söhne, Michael und Paul.

Nachdem der bayerische Statthalter Adam Graf von Herberstorff eine Rebellion gegen die gewaltsame Einsetzung eines katholischen Pfarrers im Frankenburger Würfelspiel vom Mai 1625 grausam hatte sanktionieren lassen, war die gesamte Bauernschaft Oberösterreichs in Aufruhr und genoss Solidarität auch unter den nicht bäuerlichen Schichten. Stefan Fadinger plante mit seinem Schwager Christoph Zeller einen landesweiten Aufstand, den er für Pfingsten 1626 ansetzte. Zwei Wochen vor dem geplanten Termin gab eine Wirtshausrauferei in Lembach im Mühlkreis, bei der einige bayrische Soldaten zu Tode kamen, den Anlass zum Losschlagen. Am 22. Mai wurde der charismatische Anführer, der seine Heerschar mit strenger Hand führte und immer Leibwachen bei sich hatte, von den Bauern zum Oberhauptmann des Traun- und Hausruckviertels gewählt. Er sammelte die einzelnen Bauerngruppen und konnte in relativ kurzer Zeit Eferding, Wels, Kremsmünster und Steyr besetzen.

Bei der Belagerung von Linz wurde Fadinger am Sonntag, dem 28. Juni 1626 auf einem Erkundungsritt an der Stadtmauer, wo er – wie auch schon die Tage davor – eine günstige Angriff stelle auskundschaften wollte, von am Dach des Landhauses postierten Schützen angeschossen und schwer verwundet. Sein Pferd kam durch die Schüsse ums Leben, er flüchtete zu Fuß nach Ebelsberg. In seinem dortigen Hauptquartier am heutigen Fadingerplatz erlag er am 5. Juli infolge seiner Schussverletzung einer Blutvergiftung.

Es gibt viele Stefan Fadinger Gedenkstätten, eine befindet sich in Wien Favoriten, der Stefan – Fadinger – Platz.

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