Die Samurai

Samurai ist die im Westen übliche Bezeichnung die Mitglieder des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan. In Japan selbst ist die Bezeichnung Bushi üblich. Heute wird Samurai einzig für den Kriegeradel jener Zeit verwendet und nicht beispielsweise für Ashigaru = „leichtgerüstete Fußsoldaten“, wörtlich „leichtfüßig“. Herrenlos gewordene Samurai wurden als Rōnin, dt. „Wellenmänner“ bezeichnet.

Geschichte – Ursprung

Die Armeen des japanischen Kaisers bestanden ursprünglich aus Wehrpflichtigen, die im Kriegs- oder Rebellionsfall den entsprechenden Provinzen Japans zugeordnet wurden. Sie waren nach dem Vorbild chinesischer Armeen aufgebaut und bestanden aus einem Drittel der kampffähigen erwachsenen männlichen Bevölkerung. Jeder Soldat musste für seine Waffen und Versorgung selbst aufkommen.
Mit den Taika-Reformen von 645 und dem Taihō-Kodex von 702, auf Grund deren eine Landreform durchgeführt und ein einheitliches Steuersystem eingeführt wurde, begann die Entwicklung mächtiger Clans und damit des Schwertadels. Der Begriff Samurai taucht jedoch erst später, während der Idealisierung des Kriegertypus in der Sengoku-Zeit und Edo-Zeit auf. Davor war der Begriff Buke (Krieger) für den Schwertadel und dessen Angehörige gebräuchlich. Zu den Steuern gehörten auch Fron- und Militärdienst. Kleinbauern, die sich ihrer Steuern und besonders des Wehrdienstes entledigen wollten, verschenkten ihr Land an Institutionen wie Klöster oder an Adlige und pachteten es von ihren neuen Herren wieder zurück. Eine symbiotische Gemeinschaft von Großbauern und Gefolgschaft, Herr und Diener (Shujū) entstand. Diese Methode wurde Kishin (dt. Schenkung) genannt. Durch die Kishin-Methode (die seit der Nara-Zeit unter Strafe stand, was allerdings keinen Erfolg zeigte) brach das ohnehin schwer zu verwaltende und ineffektive System der Wehrpflicht jedoch zusammen. Während der frühen Heian-Periode, also im späten 8. und frühen 9. Jahrhundert, strebte Kaiser Kammu (737–806) nach einer Konsolidierung und Expansion seines Reiches in die nördliche Honshū-Region. Er sandte seine Armeen aus, um die im Norden noch nach den alten Traditionen der Yayoi-Zeit lebenden Emishi zu unterwerfen, und führte den Titel des Shōgun ein, wobei er sich bei der Unterwerfung der Emishi auf die starken regionalen Clans verließ.

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Hagakure – der Ehrenkodex der Samurai

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Doku – Die letzte Samurai Das Ende einer tausendjährigen Ära Dokumentation Deutsch 2016

Die Samurai Rüstung

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Europäische Ritter legten vor allem Wert auf eine hohe stich- und beschusshemmende Wirkung ihrer Rüstungen und ließen sie mit der Zeit aus immer stärkeren Blechen anfertigen. Der ganze Körper wurde mehr und mehr von einem Plattenpanzer umhüllt. Ende des 14. Jahrhunderts kam in Europa die vollständige Plattenrüstung in Gebrauch, die 20-25 kg wog. Aufwendige Prunk- und Turnierrüstungen konnten sogar bis zu 50 kg auf die Waage bringen. In der Blütezeit des europäischen Rittertums war der gepanzerte Reiter auf seinem ebenfalls gepanzerten Pferd zwar gut geschützt, jedoch in seinen Bewegungen einschränkt. Auf dem Schlachtfeld wurde er nicht selten von Bauern mit Stangenwaffen einfach vom Pferd gezogen und erschlagen.

Jedoch sollte man an dieser Stelle anmerken, dass ein geübter Ritter sehr wohl auch im Ganzkörper-Harnisch seine Waffen geschickt handhaben konnte und seine „eingeschränkte“ Bewegung in der älteren Fachliteratur und in vielen Filmen oft stark übertrieben wird.

Mit dem Aufkommen immer stärkerer Armbrüste und schließlich den ersten Feuerwaffen, bot auch ein starker Harnisch nicht mehr genug Schutz und eine weitere Verstärkung der Bleche hätte das Gewicht nur unnötig erhöht.

Die in Japan entwickelten Rüstungen waren im Durchschnitt, mit etwa 9-15 kg, leichter als die europäischen Harnische und Plattenrüstungen. Allerdings brachten es einige O-Yoroi schonmal auf knapp 30 kg. Durch das geringe Gewicht der Panzerung konnte der Kämpfer sogar steile Hänge oder Mauern erklimmen oder im Notfall durch einen Fluss schwimmen.
Die teilweise überaus farbenprächtigen und fantasievollen Rüstungen waren so gefertigt, das sie sich optimal dem Körper anpassten und den Krieger größtmögliche Freiheit in der Handhabung seiner Waffen ließ.
Sie bestanden meist aus Lamellen, die von Leder oder Seidenschnüren zusammen gehalten wurden. Die verwendeten Materialien waren sowohl gehärtete Bleche, Kettengeflecht, gehärtetes Leder, verschiedenste lackierte Materialien und fest gewebte, mehrlagige Stoffe.
An Stellen, die besonders geschützt werden mussten, waren zur Verstärkung kleine Metallplättchen, Stahl-Lamellen oder auch feinstes Kettengeflecht eingearbeitet.

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Der Mensch – Jäger

Der Mensch war und ist schon immer ein Jäger, jagte er in der Urgeschichte ausschließlich nach etwas essbaren, so muss er in der Neuzeit außerdem noch nach Erfolg, Anerkennung und finanzieller Absicherung jagen, natürlich muss alles mehr und besser sein als der andere.

Waren in der Urgeschichte nur die Männer diejenigen die für das leibliche Wohl jagten, sind es in der modernen Zeit auch Frauen die auf die Jagd nach mehr Erfolg, Anerkennung und finanzieller Absicherung gehen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Menschen aus früherer Zeit zufriedener waren wie wir heute, obwohl sie nicht viel hatten, außer ab und zu ein Stück Mammutfleisch.

Das waren nur meine persönlichen Gedanken zu dem Thema, jetzt gibt’s den ernsten Bericht.

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Der Mensch – Wilderer

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Auch hier habe mir so meine Gedanken gemacht.

Natürlich gibt’s die Wilderei auch schon seit der Urgeschichte, denn der Mensch gönnt dem anderen keinen Erfolg. Das war aber in der bei den Steinzeitmenschen verständlich, es gab nicht immer für alle etwas zu essen, deshalb wurden einige Mitmenschen zu Wilderern, sie brauchten das Fleisch für ihre Familien.

Das hat sich bis heute nicht geändert, wenn jemand mehr hat als der andere steigt der Neid, leider ist noch etwas dazugekommen – die Gier.

“ Ich möchte auch so ein modernes Handy haben wie mein Kollege!“

Aber eigentlich braucht man es ja nicht, aber weil es der andere hat möchte man es auch haben, man gönnt den anderen Mitmenschen den Erfolg nicht.

Das ist die moderne Wilderei – da war die urgeschichtliche besser. Das gilt auch für die Jägerei.

Natürlich gibt’s auch hier einen ernsten Bericht.

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Die zwölf Apostel

Wir haben von den Aposteln, kommt aus dem griechischen apóstolos und bedeutet  „Gesandter, Sendbote, sie sind im Christentum die Gesandten Jesus Christus. In der Bibel und in den Evangelien wird von den Aposteln berichtet.

In den Evangelien wird von einer Auswahl aus den Jüngern Jesu berichtet, die auch „die zwölf Apostel“, „Zwölfboten“ oder kurz „die Zwölf“ genannt werden. Das Lukasevangelium und Markusevangelium berichten übereinstimmend, dass Jesus die zwölf Jünger selbst erwählte und als Apostel einsetzte (Lk 6,13 EU und Mk 3,14 EU). Die in den Evangelien überlieferten Namenslisten geben kein einheitliches Bild darüber ab, dass die Gesamtzahl aller Apostel auf 12 begrenzt wäre: Das Lukasevangelium entspricht dieser Aufzählung im Wesentlichen (6,13 ff). Statt Thaddäus nennt es aber „Judas, Sohn des Jakobus“ (gemeint ist vermutlich Jakobus, der Sohn des Alphäus), außerdem wird Simon (Kanaanäus) als Zelot, also „Eiferer“, bezeichnet.
Im Johannesevangelium existiert keine förmliche Liste der Apostel. Dort tritt zweimal ein Nathanael auf (Joh 1,45 EU ff; 21,2), der in den anderen Evangelien nicht erscheint. Er wird zwar nicht Apostel genannt, in Joh 21,2 befindet er sich nach der Auferstehung Jesu allerdings in ihrer Gesellschaft. In der gleichen Episode in der Apostelgeschichte (Apg 1,13 EU) wird an dessen Stelle Bartholomäus aufgeführt.
Es ist historisch umstritten, ob Jesus einen engeren, leitenden Zwölferkreis auswählte. Dass Judas als „einer der Zwölf“ bezeichnet wird, deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine spätere Stilisierung des Urchristentums handelt. Die Testamente der zwölf Patriarchen und andere Dokumente weisen auf die Bedeutung der zwölf Stämme Israels auch zur Zeit Jesu hin. Diese sollten auf der Erde herrschen, wenn Gott die politische Autonomie Israels wiederherstellen würde. Sollte Jesus tatsächlich seinem Anhängerkreis eine solche Struktur gegeben haben, unterstreicht dies nach C. H. Charlesworth seinen gewaltfreien politischen Anspruch, der zur Zeit des jüdischen zweiten Tempels nicht von religiösen Zielen zu trennen war.

Die zwölf Apostel

Simon Petrus

220px-Petersinai Der heilige Petrus, Enkaustik-Ikone aus dem 6. Jahrhundert, Katharinenkloster (Sinai)

Simon Petrus (* in Galiläa, Datum unbekannt; † um 65–67, möglicherweise in Rom) war nach dem Neuen Testament einer der ersten Juden, die Jesus von Nazaret in seine Nachfolge berief. Er wird dort als Sprecher der Jünger bzw. Apostel, erster Bekenner, aber auch Verleugner Jesu Christi, zweiter männlicher Augenzeuge des Auferstandenen (Joh 20,3–6 EU) und als einer der Leiter („Säulen“) der Jerusalemer Urgemeinde dargestellt. Hinzu kommen deutlich spätere Notizen bei diversen Kirchenvätern, wonach er erster Bischof von Antiochia sowie Gründer und Haupt der Gemeinde von Rom gewesen und dort als Märtyrer hingerichtet worden sein soll.
Simons Historizität wird aufgrund übereinstimmender Angaben in den frühesten Textbestandteilen der Evangelien und archäologischer Funde angenommen. Das Neue Testament überliefert jedoch nur wenige als zuverlässig geltende biografische Details über ihn. Spätere Notizen werden vielfach als legendarisch angesehen.
Die römisch-katholische Kirche führt den Primats Anspruch des Papsttums über die Gesamtkirche auf die Annahme zurück, Petrus sei der erste Bischof von Rom gewesen und Christus habe Petrus und dieser den folgenden Bischöfen von Rom einen Vorrang als Leiter, Lehrer und Richter aller Christen gegeben. Die übrigen Kirchen lehnen diesen Anspruch ab. Jedoch gilt Petrus auch für die altorientalischen, orthodoxen, altkatholischen sowie die anglikanischen Kirchen als erster Bischof von Rom und als Heiliger. Die evangelischen Kirchen erinnern mit einem Gedenktag an ihn.

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Andreas

Andrew_the_Apostle Griechische Ikone des Apostels Andreas

Gemäß der Bibel stammten Andreas und Simon aus Bethsaida am See Gennesaret (Joh 1,44 EU), besaßen ein Haus in Kafarnaum (Mk 1,29 EU) und waren Fischer. Das Johannesevangelium berichtet, Andreas sei zuerst ein Jünger Johannes des Täufers gewesen, der ihn dann an Jesus wies, worauf er auch seinen Bruder Simon zu Jesus führte mit der Botschaft Wir haben den Messias gefunden (Joh 1,35-42 EU). Darauf bezieht sich sein traditioneller Beiname »der Erstberufene« (Πρωτόκλητος). In den Apostellisten (Mt 10,2 EU, Mk 3,18 EU, Lk 6,14 EU, Apg 1,13 EU) erscheint Andreas immer unter den ersten vier Aposteln. Er erscheint jedoch nicht unter den dreien – seinem Bruder Simon Petrus und dem Brüderpaar Jakobus und Johannes –, die Jesus in manchen Situationen als einzige mit sich kommen lässt (Mk 5,37 EU; Mk 9,2 EU; Mk 14,33 EU), nur bei der Endzeitrede, der sog. „synoptischen Apokalypse“, sind ausschließlich beide Brüderpaare (mit Andreas) zugegen (Mk 13,3 EU; anders stellen es die „Seitenreferenten“ Mt und Lk dar).

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Jakobus der Ältere

220px-Jakobus_Fresko_exterior_Cathedral_Le_Puy_en_Velay2 Jakob der Ältere aus einem Fresko in der Kathedrale von Le Puy-en-Velay

Jakobus der Ältere (lateinisch Jacobus Maior „Jakobus der Ältere“ oder Iacobus Zebedaei „Jakobus (Sohn des) Zebedäus“, griechisch Ἰάκωβος ὁ τοῦ Ζεβεδαίου, spanisch Santiago; † um 44 n. Chr.) ist eine Gestalt des Neuen Testaments. Er zählt zu den zwölf Aposteln Jesu Christi.

Das waren drei Apostel, lesen Sie hier mehr über die anderen Apostel.

Sir Charles Spencer Chaplin jr.

Das war sein bürgerlicher Name, bekannt wurde er aber als Charlie Chaplin, er kam am  16. April 1889 vermutlich in London zur Welt.

Er zählt zu den einflussreichsten Komikern in der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts. Seine bekannteste Rolle ist der „Tramp“. Die von ihm erfundene Figur mit Zweifingerschnurrbart (auch Chaplinbart genannt), übergroßer Hose und Schuhen, enger Jacke, Bambusstock in der Hand und Melone auf dem Kopf, mit den Manieren und der Würde eines Gentleman, wurde zu einer Filmikone. Charakteristisch für seine Filme wurde die enge Verbindung zwischen Slapstick-Komödie und ernsten bis tragischen Elementen. Das American Film Institute wählte Chaplin auf Platz 10 der größten amerikanischen Filmlegenden.
Charlie Chaplin begann seine Karriere schon als Kind mit Auftritten in der Music Hall. Als Komiker in den frühen Stummfilmkomödien feierte er bald große Erfolge. Als beliebtester Stummfilmkomiker seiner Zeit erarbeitete er sich künstlerische und finanzielle Unabhängigkeit. 1919 gründete er zusammen mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks und David Wark Griffith die Filmgesellschaft United Artists. Charlie Chaplin gehörte zu den Gründervätern der US-amerikanischen Filmindustrie – der sogenannten Traumfabrik Hollywood. Der Nähe zum Kommunismus verdächtigt, wurde ihm nach einem Auslandsaufenthalt 1952 während der McCarthy-Ära die Rückkehr in die USA verweigert. Er setzte seine Arbeit als Schauspieler und Regisseur in Europa fort. 1972 nahm er seinen zweiten Ehren Oscar entgegen: Den ersten hatte er 1929 für sein Wirken in dem Film Der Zirkus erhalten, den zweiten erhielt er für sein Lebenswerk. 1973 erhielt er den ersten „echten“ Oscar für die beste Filmmusik zu Rampenlicht (Limelight).

THE TRAMP (1915) — Charlie Chaplin, Edna Purviance

 

Die Eltern von Charlie Chaplin,  Charles Chaplin sr. (1863–1901) und Hannah Harriet Chaplin (1865–1928), waren ebenfalls Künstler und haben ihm das Talent sicher weitergegeben. Zum Glück für uns.

Sie traten an den britischen Music Halls auf, der Vater Sänger und Entertainer, die Mutter Tänzerin und Sängerin. Kurz nach Charles’ Geburt trennten sich seine Eltern. Charles und sein vier Jahre älterer Halbbruder Sydney (1885–1965) wuchsen bei der Mutter auf, die ihrem Beruf ab 1896 wegen psychischer Probleme nicht mehr nachgehen konnte. Da sich Chaplin sr. regelmäßig den Unterhaltszahlungen entzog, lebte die Familie in großer Armut und musste immer wieder in den Armenhäusern Londons Zuflucht suchen. Charles Chaplin sprach auch später teilweise Cockney, einen bekannten Londoner Dialekt.
Chaplin bekam 1894 erstmals die Chance, mit einer Gesangsdarbietung selbst vor Publikum aufzutreten. Als Neunjähriger wurde er auf Empfehlung seines Vaters für die Music-Hall-Gruppe The Eight Lancashire Lads engagiert. Chaplin erhielt während der Tourneen der Lancashire Lads Kost und Logis sowie eine einfache Schulbildung. Als sein Vater 1901 an den Folgen seiner Alkoholsucht starb, blieben Chaplin nur seine Mutter und sein Halbbruder als familiäre Bezugspersonen. Er wurde Halbwaise, und in fast allen Biographien ist deshalb von „Dickens’scher Jugend“ die Rede. Und ähnlich wie bei den Kinderschicksalen, die Charles Dickens im 19. Jahrhundert beschrieben hatte, fand Charlie Chaplin doch seinen Weg.

Sydney sorgte nun für den Unterhalt von Bruder und Mutter, die mehrfach in Irrenanstalten eingeliefert und 1905 für geisteskrank erklärt wurde. Chaplin war fast ganz auf sich allein angewiesen, wurde mit seinem Halbbruder als Sechsjähriger erstmals in ein Waisenhaus gesteckt, trieb sich später auf den Straßen herum und lernte das unterste soziale Milieu kennen, das er genau beobachtete. Bereits mit 13 Jahren verließ er endgültig die Schule. Er verdingte sich als Laufbursche, Zeitungsverkäufer, Drucker, Spielzeugmacher und Glasbläser, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Nach Ende seiner Verpflichtung bei den Lancashire Lads fand Chaplin Engagements an den Londoner Bühnen.

Im Sommer 1903 spielte er in dem wenig erfolgreichen Theaterstück Jim, A Romance of Cockayne seine erste größere Rolle. Es folgte die Rolle des Laufburschen Billy in der von William Gillette verfassten Bühnenversion von Sherlock Holmes. Diese Inszenierung wurde ein großer Erfolg. Chaplin ging bis 1906 insgesamt vier Mal mit diesem Theaterstück auf Tournee. Auch Sydney Chaplin wirkte in dem Ensemble mit, verließ die Theatertruppe aber wieder, als er bei Fred Karno unter Vertrag genommen wurde. Charles folgte seinem Bruder und unterschrieb 1908 einen Zweijahresvertrag bei Karno.

Charlie Chaplin Schlussrede (Deutsch)

 

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Die Maultrommel

Die Maultrommel ist ein kleines Musikinstrument das in Österreich bekannt ist und in der Volksmusik gerne eingesetzt wird, das Tonerzeugungsprinzip ist bereits sehr lange auf der Welt weit verbreitet. Eine manuell angeregte elastische Zunge schwingt durch die geöffneten Zahnreihen in den Mundhohlraum des Spielers. Deren Ton wird durch Änderung der Größe der Mundhöhle und durch die Atmung klanglich verändert, insbesondere werden einzelne Obertöne hörbar herausgehoben und bilden dadurch die eigentlichen gespielten Töne.
Da eine Maultrommel nur einen begrenzten Tonumfang hat, war sie im Laufe der mitteleuropäischen Musikentwicklung der letzten 200 Jahre als solistisches Musikinstrument fast zum Aussterben verurteilt. Da alle durch verschiedene Anschlag- und Atemtechniken erzeugten Obertöne auf dem Grundton basieren und dieser Grundton immer im Klangbild vertreten ist, gehört die Maultrommel zu den Borduninstrumenten. Im Bereich der Volksmusik wurde sie um 1900 durch die Mundharmonika verdrängt, die ihre Töne ebenfalls mit durchschlagenden Zungen erzeugt, allerdings nur als deren Grundtöne. In Zentral- und Nordasien sind die Bezeichnungen für Maultrommeln meist von turksprachigen Wort qopuz oder vom mongolischen chuur abgeleitet.

Vietnamesische Mongolin spielt asiatische Maultrommel

 

Der Ursprung der Maultrommel ist wahrscheinlich in Asien, Vieles deutet darauf hin, dass die ältesten Ausführungen aus Holz (Bambus) hergestellt wurden. In Europa wurden die ältesten Funde in Ostfrankreich gemacht. 1868 fand man bei Rouen fünf Maultrommeln aus Bronze, wahrscheinlich stammen diese aus gallisch-römischer Zeit (5. bis 7. Jahrhundert).
Lateinisch hieß die Maultrommel in Europa crembalum oder trombula.
Im deutschsprachigen Raum, wo das Instrument besonders in der Volksmusik beliebt war, hieß es Brummeisen. Auszugsweise liest man in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ Nr. 42 vom 18. Juli 1804 von einem Auftritt in Braunschweig: „Herr Franz Koch unterhielt in seinem Konzerte auf dem Brummeisen mit mancherley Piecen, und fand sehr vielen Beyfall.“ .

Von einem Auftritt desselben Herrn Koch mit der Mundharmonika ein Jahr später in Frankfurt am Main wird ebenfalls in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ Nr. 24 berichtet, dann von einem weiteren Auftritt in Wien im März 1818. Ein letztes Mal wird ein Auftritt in Wien in der „Musikalischen Zeitung“ im November 1823 erwähnt. In den hier angeführten Berichten wird das Instrument als „Mundharmonika“ und nur einmal als „Brummeisen“ bezeichnet.
Eingang in die Hochkulturmusik fand die Maultrommel im Barock, der volkstümliche Instrumente liebte. Johann Georg Albrechtsberger schrieb mehrere Konzerte dafür; Bruno Glatzl, ein Melker Benediktinerpater, gab als überregional bekannter Spieler für Kaiser Joseph II. ein Konzert. Franz Stelzhamer als meisterlicher Spieler hat sie auch literarisch verewigt (D’Ahnl, Versepos 1851, Vs. 220–227

Mollner Maultrommler

 

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Skelett vom Stephansplatz: Das Geheimnis ist gelüftet

Im Mai wurde bei Arbeiten am Wiener Stephansplatz ein Skelett entdeckt – in einem „geordneten Grab“, was als kleine Sensation gilt. Üblicherweise werden dort nur mehr vereinzelte Knochen ausgegraben. Nun wurden die Gebeine untersucht. Ergebnis: Trotz des prominenten Fundorts stammen sie von keiner bekannten Person, sondern von einer armen, kranken Frau, die vor rund 300 Jahren jung verstarb.
Das Skelett wurde am Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) unter die Lupe genommen, wie die Leiterin der Stadtarchäologie Wien, Karin Fischer-Ausserer schilderte. Dort wurde unter anderem Geschlecht und Alter bestimmt: „Es handelt sich um eine 20 bis 25 Jahre alte Frau.“ Die Identität der Toten wird wohl für immer ungeklärt bleiben. Entsprechende Sterbeakten zu finden sei aussichtslos und aus archäologischer Sicht auch nicht unbedingt relevant, hieß es.
Denn über die Lebensbedingungen der Betroffenen sagt bereits das Gerippe allein genug aus. Sie waren offenbar überaus schlecht: „Man hat massive Veränderungen vor allem an der Innenseite des Schädels gefunden.“ Dies deutet laut Fischer-Ausserer auf einen Infekt hin. Vermutet wird eine Meningitis – die in Folge einer Tuberkulose entstanden sein dürfte. Auch Nebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündungen wurden diagnostiziert.

Frau musste als Kind arbeiten

Damit nicht genug: Die Wirbel- und Rippengelenke zeichnen sich laut der Wiener Stadtarchäologin durch massive degenerative Veränderungen aus. Die Knochensubstanz ist vermutlich durch starke körperliche Arbeit geschädigt worden, die die Frau offenbar seit Kindheitstagen leisten musste. „Auch die Zähne waren, verursacht durch Mangelernährung, schlecht“, erläuterte Fischer-Ausserer. Die Person stamme eindeutig aus ärmeren Umfeld. Mit der niedrigen gesellschaftlichen Stellung sei eine miserable hygienische und medizinische Versorgung einhergegangen.
Auch das Alter der Überreste kann relativ genau spezifiziert werden. Keramikreste, die im Grabschutt gefunden wurden, haben laut der Wissenschafterin die Datierung erleichtert. Die Bestattung dürfte im Zeitraum zwischen 1700 bis 1732 erfolgt sein. Denn das entdeckte Fayence-Material sei Anfang des 18. Jahrhunderts verwendet worden. 1732 wiederum sei das Jahr, in dem der Friedhof geschlossen wurde.
Kleidungsreste konnten nicht mehr ausfindig gemacht werden. Diese sind wohl alle verrottet. „Das liegt daran, dass das Erdreich am Platz immer sehr feucht war“, verwies Fischer-Ausserer auf die aus archäologischer Sicht schwierige Grundwasser-Situation im betreffenden Bereich. Dass das Skelett überhaupt als Ganzes gefunden wurde, gilt als überraschender Glücksfall. Verantwortlich dafür war die spezielle Lage.

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Lego

Lego war für mich mein Lieblingsspielzeug, ich mochte es mehr als meine Puppen. Mit den Legosteinen konnte ich Häuser bauen und meine Kreativität ausleben – mehr als mit den Puppen.

Aber wer und wann wurde es erfunden? Diese Fragen werden mit diesem Beitrag beantwortet.

 

 

Lego ist ein dänisches Unternehmen und größter Spielzeughersteller der Welt, die Legosteine gelten mittlerweile als Spielzeugklassiker. Dabei handelt es sich um ein Baukastensystem, bei dem aus farbigen Kunststoff-Klötzchen Häuser und anderes gebaut werden. Heute werden vor allem Bausätze mit Zahnrädern, Figuren und anderen Kleinteilen verkauft, die man zu vorgegebenen Modellen zusammensetzen kann. Das Wort Lego leitet sich von dänisch leg godtspiel gut“ ab.

Der dänische Tischlermeister Ole Kirk Christiansen gründete 1932 das Unternehmen in dem zuerst nur Holzspielzeug erzeugt wurde.

1949 wurden Legosteine eingeführt, die den heutigen Steinen bereits ähnelten. Es handelte sich um farbige Kunststoffquader aus Celluloseacetat, deren Oberseiten, wie bei den heutigen Steinen, mit Noppen besetzt waren. Die Unterseite war jedoch völlig hohl, was dazu führte, dass mit diesen Steinen gebaute Modelle nicht besonders stabil waren. Dieses Problem wurde beseitigt, indem in die Unterseite der Steine Röhren integriert wurden. Das ermöglichte außerdem, dass die Steine auch seitlich versetzt aufeinander gesteckt werden konnten. Dieses Kupplungsprinzip wurde am 28. Januar 1958 zum Patent angemeldet, das 1988 auslief.

Die britische Firma Kiddicraft, gegründet 1932 von Hilary Fisher Page, hatte prinzipiell baugleiche Spielzeugsteine aus Kunststoff bereits seit Ende der 30er Jahre produziert. Lego übernahm das Design, nachdem es Muster des englischen Fabrikats erhielt. Da die Firma Kiddicraft nur das Patentrecht in Großbritannien erworben hatte, konnte Lego das Produkt international vertreiben. Nach dem Tod von Hilary Fisher Page erwarb Lego das Patentrecht der Firma Kiddicraft.
Von 1956 bis Ende der 1960er Jahre produzierte Lego in einem Werk in Hohenwestedt auch in Deutschland Modellfahrzeuge. Die Modelle wurden realen Vorbildern im Maßstab 1:87 (H0) nachempfunden. Die Serien umfassten 16 PKW-Modelle, verschiedene Lastwagen, Zweiräder und Zubehör wie Verkehrszeichen. Dazu passende Gebäude konnten aus den bereits vertriebenen Bausteinen gebaut werden, ergänz bar durch weitere Elemente wie Garagentor und spezieller Grundplatte.

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Carl Maria von Weber

Auch bei ihm ist der Geburtstag nicht eindeutig, er wurde entweder am  18. oder 19. November 1786 in Eutin, Hochstift Lübeck geboren. Von Weber war ein bekannter deutscher Komponist, Dirigent und Pianist.

Die Familie seiner Mutter, der Opernsängerin und Schauspielerin Genovefa Weber, stammte aus Marktoberdorf im schwäbischen Allgäu; die Vorfahren väterlicherseits kamen aus Stetten (Lörrach). Carl Maria von Weber wurde Ende 1786 in Eutin geboren. Webers Vater Franz Anton von Weber führte das Adelsprädikat eigenmächtig und behauptete, von einer – damals bereits ausgestorbenen – süddeutschen Familie gleichen Namens abzustammen. Er war unter anderem als Musiker und Kapellmeister tätig und gründete 1789 eine reisende Theatertruppe, bei der auch seine Kinder aus erster Ehe mitwirkten. Während des Aufenthalts der Familie in Salzburg, wo Franz Anton von Weber seit 1797 als Kapellmeister und Schauspieldirektor tätig war, verstarb seine Frau Genovefa Weber. Nach ihrem Tod und seinem Scheitern als Theaterunternehmer versuchte er, seinen Lebensunterhalt dadurch zu bestreiten, den kleinen Carl Maria als Wunderkind zu präsentieren, was aber auch nicht nach seinen Vorstellungen gelang. Nach seinem Umzug nach München schrieb er in einem Brief an Franz Kirms in Weimar am 19. Januar 1799: „Mein 11jähriger Karl küßt die Hände, ein Talent gottlob! der ersten Gattung, da er schon die erste Oper componirt, ein Schüler von Michel Haydn. […] Gott sey es gedankt! er hat das Glück, daß man ihn hier nicht anderst als der kleine Mozardt heißt.“ Im sächsischen Freiberg wurde die Oper Das Waldmädchen des Vierzehnjährigen aufgeführt, die nur geringe Anerkennung fand.

Carl Maria, ein Cousin von Mozarts Frau Constanze, hatte ersten professionellen Unterricht im Klavierspiel, in Harmonielehre und Tonsatz von Kammermusiker Johann Peter Heuschkel erhalten, der in der Kapelle des Hildburghäuser Herzogs Friedrich als Organist, Pianist und Oboist angestellt war. Weitere Lehrer Webers waren in München Johann Evangelist Wallishauser (Künstlername: Valesi; Gesang) und Johann Nepomuk Kalcher (Komposition) sowie in Salzburg Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns. Maßgeblich für Webers späteren Erfolg als Komponist war aber der Unterricht bei Abbé Georg Joseph Vogler 1803/04 in Wien und später noch einmal in Darmstadt, dort als „Mitschüler“ des jungen Meyer Beer (Giacomo Meyerbeer).

1804 wurde Weber Kapellmeister am Theater in Breslau. Erst siebzehnjährig und ohne entsprechende Berufserfahrung erwarb er sich durch seine ernsthafte Probenarbeit große Anerkennung. Auch wegen der politischen Entwicklung in Preußen blieb er aber nur bis zum Sommer 1806. Bis zum Februar 1807 lebte er als Gast des preußischen Generals Herzog Eugen von Württemberg auf dessen kleinem Schloss in Carlsruhe (heute Pokój bei Oppeln in Polen). Der General, der gegen Napoleon gekämpft hatte, empfahl Weber nach Stuttgart zu seinem Bruder Friedrich, der – mit den Franzosen verbündet – von Napoleon zum König von Württemberg erhoben worden war. Weber fand aber bei Hofe keine Anstellung als Musiker, sondern musste einem weiteren Bruder des Königs, dem „Herzog Louis“ als Sekretär dienen, fand deshalb aber wieder Zeit zu intensivem Komponieren.
Ohnehin selbst hochverschuldet, wurde Weber durch seinen Dienstherrn in eine Stuttgarter Korruptionsaffäre hineingezogen, so dass er – zusammen mit seinem Vater – Anfang 1810 aus Württemberg ausgewiesen wurde. Franz Anton von Weber nahm Wohnung in Mannheim, Carl Maria wirkte zunächst auch dort als freischaffender Pianist, Dirigent und Komponist, wie in den folgenden drei Jahren auch in Frankfurt, wo seine Oper Silvana uraufgeführt wurde, und in München, wo er den Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann kennenlernte, der ihn zu wichtigen Werken für dieses Instrument inspirierte. Förderung fand er nun auch am Hofe von Emil Leopold August, Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg und durch bürgerliche Kreise in Berlin.
Von 1813 bis 1816 war er Operndirektor am Ständetheater in Prag. In dieser Zeit wurde sein Name in den deutschen Staaten besonders durch seine Vertonungen mehrerer Gedichte von Theodor Körner (u. a. Lützows wilde verwegene Jagd) bekannt, was Weber im späteren 19. Jahrhundert den Ruf einbrachte, ein „politischer“ Musiker gewesen zu sein.

1804 wurde Weber Kapellmeister am Theater in Breslau. Erst siebzehnjährig und ohne entsprechende Berufserfahrung erwarb er sich durch seine ernsthafte Probenarbeit große Anerkennung. Auch wegen der politischen Entwicklung in Preußen blieb er aber nur bis zum Sommer 1806. Bis zum Februar 1807 lebte er als Gast des preußischen Generals Herzog Eugen von Württemberg auf dessen kleinem Schloss in Carlsruhe (heute Pokój bei Oppeln in Polen). Der General, der gegen Napoleon gekämpft hatte, empfahl Weber nach Stuttgart zu seinem Bruder Friedrich, der – mit den Franzosen verbündet – von Napoleon zum König von Württemberg erhoben worden war. Weber fand aber bei Hofe keine Anstellung als Musiker, sondern musste einem weiteren Bruder des Königs, dem „Herzog Louis“ als Sekretär dienen, fand deshalb aber wieder Zeit zu intensivem Komponieren.

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Seine Opern

Der Freischütz

Carl Maria von Weber: Der Freischütz – Jägerchor, Harnoncourt

 

 

 

 

Giuseppe Verdi

Er wurde am 9. Oktober oder 10. Oktober 1813 in Le Roncole, Département Taro, Französisches Kaiserreich als Giuseppe Fortunino Francesco Verdi geboren. Es ist nicht ganz sicher ob Verdi am 9. oder 10. Oktober geboren wurde, weil im Taufregister als Geburtsdatum der 11. Oktober eingetragen wurde.

Verdi selbst sah aber den 9. Oktober als seinen Geburtstag an. Da man früher die Tage von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang rechnete, ist auch diese Deutung des Taufbucheintrages möglich. Verdi wurde in einfachen Verhältnissen (sein Vater Carlo war Gastwirt und Kleinbauer) im Ort Le Roncole geboren. Im Geburtsregister wurden Verdis Vornamen französisiert, und so wurde Verdi als „Joseph Fortunin François Verdi“ eingetragen.[1] Verdis außergewöhnliches Talent fiel früh auf, und er erhielt vom Organisten im nahe gelegenen Busseto musikalischen Unterricht. 1823 wurde er mit Unterstützung eines musikverständigen Mäzens, des Kaufmanns Antonio Barezzi in Busseto, in das dortige Gymnasium aufgenommen. Bald vertrat er den Dorforganisten in der Kirche. Nachdem ihn das heute nach ihm benannte Konservatorium Mailand 1832 abgelehnt hatte, wurde er – wiederum mit Barezzis Unterstützung – Privatschüler von Vincenzo Lavigna, einem Schüler von Giovanni Paisiello. 1834 wurde er Organist und 1836 Musikdirektor in Busseto und heiratete Barezzis Tochter Margherita (die beiden Kinder aus dieser Ehe starben jeweils kurz nach der Geburt). In diesen Jahren studierte er intensiv nicht nur Kontrapunkt und die Grundlagen der Operngestaltung, sondern beschäftigte sich auch mit Politik und Literatur.

1838 ging Verdi erneut nach Mailand. Nach einem verschollenen, nicht aufgeführten Erstling unter dem Titel Rocester oder Lord Hamilton wurde im November 1839 seine Oper Oberto conte di San Bonifacio mit Erfolg an der Mailänder Scala aufgeführt. Sein nächstes Werk, die komische Oper Un giorno di regno (1840), wurde ausgepfiffen, woraufhin Verdi, der neben dem Tod seiner Kinder auch den seiner Frau betrauerte, deprimiert beschloss, das Komponieren aufzugeben.
Nach über einem Jahr konnte ihn jedoch Bartolomeo Merelli, der Direktor der Scala, zu einem weiteren Werk überreden: Nabucodonosor (1842; später Nabucco genannt). Diese Oper erwies sich als Sensationserfolg, und Verdi wurde auch international als „führender italienischer Opernkomponist“ anerkannt. Die Abigaille der Uraufführung, Giuseppina Strepponi (Taufnamen: Clelia Maria Josepha, 1815–1897), wurde später Verdis Lebensgefährtin und zweite Ehefrau. Seit dem Erscheinen der ersten Verdi-Biographien im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wird behauptet, das unter Fremdherrschaft leidende italienische Volk habe sich mit dem in dieser Oper zum Ausdruck kommenden Freiheitsstreben der in babylonischer Gefangenschaft gehaltenen Juden identifiziert. So sei der bekannte Chor Va pensiero, sull’ali dorate („Steig, Gedanke, auf goldenen Flügeln“) eine Art italienische Nationalhymne, ein Protest gegen Tyrannei und politische Willkür gewesen. Dafür gibt es jedoch nach neueren Forschungen zur politischen Verdi-Rezeption im Risorgimento keine Belege.
In den folgenden sechs Jahren schrieb Verdi für seinen Lebensunterhalt in rascher Folge mehrere Opern, zunächst I Lombardi alla prima crociata („Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug“, 1843) und Ernani (1844). Diese beiden Opern stellten sich als große Erfolge heraus. Von den nächsten Werken schafften es jedoch nur Macbeth (1847) und Luisa Miller (1849) in das Standardrepertoire der großen Opernhäuser. In dieser Zeit schuftete er – nach eigenen Worten – wie ein Galeerensklave und gefährdete ernsthaft seine Gesundheit. Sein erklärtes Ziel war, genügend Mittel zu erwirtschaften, damit er sich früh als Gentleman auf ein Landgut zurückziehen könne – am besten in Sant’Agata nahe Roncole.

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Seine Opern

Nabucco                                            napucco

Simon Boccanegra           Giuseppe_Verdi,_Simon_Boccanegra_first_edition_libretto_for_the_1881_revision_of_the_opera_-_Restoration

 

 

 

 

 

 

 

Aida (Oper)  

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Giuseppe Verdi – ERNANI

Verdi: Best Opera Arias

 

Karl von Drais

Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn, bekannter unter Karl Freiherr von Drais wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe geboren, er war deutscher Forstbeamter und Erfinder der Biedermeierzeit.

Sein Vater war der badische Oberhofrichter Karl Wilhelm Ludwig Friedrich von Drais von Sauerbronn, seine Mutter Margarete Ernestine von Kaltenthal. Markgraf Carl Friedrich von Baden übernahm seine Patenschaft. Im Jahr 1790 zog die Familie von Drais von Sauerbronn nach Kirchberg (Hunsrück) in das Haus der Badischen Gendarmerie, 1794 im Zuge der Französischen Revolution nach Durlach. 1799 starb seine Mutter. Er besuchte die Karlsruher Fürstenschule, Vorläuferin des heutigen Bismarck-Gymnasiums. Da die schulischen Leistungen, vor allem im Lateinischen, nicht die besten waren, entschloss sich der Vater, den Sohn an der Forstlehranstalt seines Bruders unterrichten zu lassen.

Von 1800 bis 1803 besuchte er die private Forstlehranstalt seines Onkels Friedrich Heinrich Georg von Drais in Pforzheim. Von 1803 bis 1805 studierte Drais Baukunst, Landwirtschaft und Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Von 1805 bis 1807 wurde Drais für die praktische Ausbildung der Forstlaufbahn an das Forstamt Rastatt versetzt, danach wurde er wieder an der Forstlehranstalt seines Onkels in Schwetzingen unterrichtet und nach erfolgreichem Examen 1808 pro forma als Forstinspektor beim Oberforstamt Schuttern angestellt. 1810 wurde Drais badischer Forstmeister ohne Forstamt und vom Dienst freigestellt, um seiner Tätigkeit als Erfinder nachzugehen. 1818 wurde er von Großherzog Carl zum Professor für Mechanik ernannt und erhielt als Forstmeister ohne Forstamt ein Gehalt bis zu seinem Lebensende.

Am 5. Januar 1822 nahm Drais an der Expedition von Georg Heinrich von Langsdorff nach Brasilien teil und blieb dort bis zum Juni 1827. 1839 zog der „närrische Forstmeister“ auf Drängen der Obrigkeit nach Waldkatzenbach, seit 1842 wohnte er wieder in Mannheim, und 1845 zog er nach Karlsruhe. 1848/49 war Drais Mitglied der Bürgerwehr in der Badischen Revolution und verzichtete vorübergehend auf seinen Adelstitel. 1850 wurde ein Entmündigungsverfahren gegen ihn in Gang gesetzt, seine Schwestern verpflichteten sich jedoch, die nötige Vorsorge zu treffen.

Karl von Drais hatte sehr viel erfunden, unter anderem die Formel „Formel für die allgemeine Auflösung der numerischen Gleichungen jeden Grades“ (1810), eine „Notenschriftmaschine“ (1812) die beim Klavierspielen zugleich die Noten aufschrieb, eine „Dyadische Charakterik“ genannte Rechenart mit den Grundzahlen 0 und 1 (1813), eine „Verbesserung der Feuerlöschanstalten“ (1813), ein „Wagen ohne Pferde“ (1813), ein „Erhöhungsperspektiv“ (1816), eine „Schnellschreibmaschine“ mit nur vier mal vier Tasten (1825), ein „Holzsparherd“ (1833) mit Rohrleitungssystem, dessen System von Branntweinbrennereien übernommen wurde und eine „Kochmaschine“ (1834).

Seine wichtigste Erfindung war aber die Laufmaschine, das Ur – Fahrrad, im Jahr 1817.

draisineDas ursprüngliche Design aus Drais’ Beschreibung von 1817

Mit ihr wurde zum ersten Mal ein gelenktes Zweirad verwirklicht. 1813 entwickelte Drais einen Wagen mit vier Rädern, die über eine Kurbel bewegt wurden, den er „Wagen ohne Pferde“ nannte.

Die Erfindung des Zweiradprinzips von Drais gilt als „Genieblitz“, dessen Herleitung von vierrädrigen Wagen nicht erklärt werden kann. Drais sagte, dass er die Idee vom Schlittschuhfahren genommen habe, die dieser Idee entsprungene „Laufmaschine“ verfügte über einen Holzrahmen, zwei gleich große hölzerne Räder, von denen das vordere mit einem Deichsellenker gesteuert werden konnte. Angetrieben wurde sie durch abwechselndes Abstoßen mit den Beinen, während der Fahrer auf einem Sitz zwischen den beiden Rädern saß. Die Fahrtrichtung wurde sowohl durch den Deichsellenker als auch durch das Ausbalancieren des Gefährts, das heißt, ohne dass die Füße den Boden berührten, beeinflusst, Geschwindigkeiten von mehr als 15 km/h waren damit möglich.
Die erste Probefahrt mit seiner Laufmaschine – später von Zeitungen als „Draisine“ bezeichnet – von seinem Wohnhaus in den Mannheimer Quadraten (M 1,8) zum etwa 7 km entfernten Schwetzinger Relaishaus im heutigen Mannheimer Stadtteil Rheinau unternahm er am 12. Juni 1817. Drais benötigte für den Hin- und Rückweg nur eine knappe Stunde und erreichte damit auf seiner 50 Pfund schweren Laufmaschine eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 15 km/h. Seine zweite größere Ausfahrt unternahm er von Gernsbach über den Berg nach Baden-Baden.

„Der Freyherr Karl von Drais, welcher nach glaubwürdigen Zeugnissen, Donnerstag den 12ten Juny d. J. mit der neuesten Gattung der von ihm erfundenen Fahrmaschinen ohne Pferd von Mannheim bis an das Schwetzinger Rebenhaus und wieder zurück, also 4 Poststunden Wegs in einer Stunde Zeit gefahren ist, hat mit der nemlichen Maschine den steilen, zwey Stunden betragenden Gebirgsweg von Gernsbach hieher in ungefähr einer Stunde zurückgelegt, und auch hier mehrere Kunstliebhaber von der großen Schnelligkeit dieser sehr interessanten Fahrmaschine überzeugt.“
– Badwochenblatt vom 29. Juli 1817

Die Laufmaschine wurde in Europa kopiert und verkauft, deswegen konnte Karl von Drais keine Exemplare verkaufen. Er versuchte aber mit anderen Erfindungen wieder bekannt zu werden, das gelang ihm aber nicht. Als er auch in den nicht mehr in den Staatsdienst zurückkehren konnte, begann der Abstieg von Drais.

Im Asyl in Waldkatzenbach (ab 1839) war der Forstmeister mit dem „großen Durst“ wohlgelitten und arbeitete beim Dorfschmied. 1845 wieder in Karlsruhe war Drais bereits ein von Alkohol gezeichneter kranker Mann und eine komische Figur, die Opfer alberner Streiche wurde. In den Jahren 1848 und 1849 wurde er öfter, wenn er am Rathaus in Karlsruhe vorbeifuhr, von der Wache zu einem Schoppen eingeladen. Als Gegenleistung musste er auf seinem Fahrzeug die Treppe vom Portal hinunterfahren, wobei es regelmäßig zum sprichwörtlich geworden „Salto portale“ kam. Ein im April 1850 eingeleitetes Entmündigungsverfahren wurde durch seine Angehörigen abgewendet. Am 10. Dezember 1851 um 17 Uhr stirbt Drais in Karlsruhe, Zähringerstraße 43. Sein Nachlass wurde auf 30 Gulden und 34 Kreuzer beziffert. Darunter waren eine Kochmaschine, ein Ofenmodell, eine Schnellschreibmaschine und eine Laufmaschine.

Wenn man bedenkt welchen Erfolg das Fahrrad hat – eine Geschichte mit unglücklichen Schluss.

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Die Geschichte des Fahrrads in 2 Minuten