Die Maultrommel

Die Maultrommel ist ein kleines Musikinstrument das in Österreich bekannt ist und in der Volksmusik gerne eingesetzt wird, das Tonerzeugungsprinzip ist bereits sehr lange auf der Welt weit verbreitet. Eine manuell angeregte elastische Zunge schwingt durch die geöffneten Zahnreihen in den Mundhohlraum des Spielers. Deren Ton wird durch Änderung der Größe der Mundhöhle und durch die Atmung klanglich verändert, insbesondere werden einzelne Obertöne hörbar herausgehoben und bilden dadurch die eigentlichen gespielten Töne.
Da eine Maultrommel nur einen begrenzten Tonumfang hat, war sie im Laufe der mitteleuropäischen Musikentwicklung der letzten 200 Jahre als solistisches Musikinstrument fast zum Aussterben verurteilt. Da alle durch verschiedene Anschlag- und Atemtechniken erzeugten Obertöne auf dem Grundton basieren und dieser Grundton immer im Klangbild vertreten ist, gehört die Maultrommel zu den Borduninstrumenten. Im Bereich der Volksmusik wurde sie um 1900 durch die Mundharmonika verdrängt, die ihre Töne ebenfalls mit durchschlagenden Zungen erzeugt, allerdings nur als deren Grundtöne. In Zentral- und Nordasien sind die Bezeichnungen für Maultrommeln meist von turksprachigen Wort qopuz oder vom mongolischen chuur abgeleitet.

Vietnamesische Mongolin spielt asiatische Maultrommel

 

Der Ursprung der Maultrommel ist wahrscheinlich in Asien, Vieles deutet darauf hin, dass die ältesten Ausführungen aus Holz (Bambus) hergestellt wurden. In Europa wurden die ältesten Funde in Ostfrankreich gemacht. 1868 fand man bei Rouen fünf Maultrommeln aus Bronze, wahrscheinlich stammen diese aus gallisch-römischer Zeit (5. bis 7. Jahrhundert).
Lateinisch hieß die Maultrommel in Europa crembalum oder trombula.
Im deutschsprachigen Raum, wo das Instrument besonders in der Volksmusik beliebt war, hieß es Brummeisen. Auszugsweise liest man in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ Nr. 42 vom 18. Juli 1804 von einem Auftritt in Braunschweig: „Herr Franz Koch unterhielt in seinem Konzerte auf dem Brummeisen mit mancherley Piecen, und fand sehr vielen Beyfall.“ .

Von einem Auftritt desselben Herrn Koch mit der Mundharmonika ein Jahr später in Frankfurt am Main wird ebenfalls in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ Nr. 24 berichtet, dann von einem weiteren Auftritt in Wien im März 1818. Ein letztes Mal wird ein Auftritt in Wien in der „Musikalischen Zeitung“ im November 1823 erwähnt. In den hier angeführten Berichten wird das Instrument als „Mundharmonika“ und nur einmal als „Brummeisen“ bezeichnet.
Eingang in die Hochkulturmusik fand die Maultrommel im Barock, der volkstümliche Instrumente liebte. Johann Georg Albrechtsberger schrieb mehrere Konzerte dafür; Bruno Glatzl, ein Melker Benediktinerpater, gab als überregional bekannter Spieler für Kaiser Joseph II. ein Konzert. Franz Stelzhamer als meisterlicher Spieler hat sie auch literarisch verewigt (D’Ahnl, Versepos 1851, Vs. 220–227

Mollner Maultrommler

 

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