Ignaz Pleyel – ein österreichischer – französischer Komponist

Er wurde am 18. Juni 1757 in Ruppersthal, Niederösterreich geboren.

Pleyel war das achte Kind aus der ersten Ehe des Schulmeisters Martin Pleyl und dessen Gattin Anna Theresia Pleyl geb. Forster; er hatte neun Halbgeschwister aus der zweiten Ehe des Vaters mit Maria Anna Pleyl geb. Placho, die alle im Kindesalter an Diphtherie starben. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater war Schulmeister, Mesner und Chorleiter in Ruppersthal und erkannte bereits in jungen Jahren das musikalische und kompositorische Talent seines Sohnes. Pleyel war Schüler Joseph Haydns und Johann Baptist Vanhals in Pressburg und Eisenstadt. Seine Gönner, die Grafen Erdödy, bezahlten ihm ab dem Jahre 1772 für eine fünfjährige Ausbildung und den Aufenthalt in Haydns Haushalt 100 Louis d’or pro Jahr. Während dieser Lehrzeit bei Haydn, mit dem ihn von da an eine enge Freundschaft verband, komponierte der 19-jährige Pleyel zwei Opern, eine Sinfonie und ein Violoncello Konzert. Im Jahr 1785 wurde Pleyel in die Freimaurerloge Zum goldenen Rad in Fidisch (bei Eberau im Burgenland) aufgenommen, der Graf Ludwig Erdödy (1749–1794) vorstand.
Er vollendete seine Ausbildung in Italien und übersiedelte 1783 nach Straßburg, wo er Adjunkt des Domkapellmeisters Franz Xaver Richter wurde und sich fortan „Ignace“ nannte. Bevor er nach Richters Tod 1789 dessen Nachfolge antrat, nahm er die französische Staatsbürgerschaft an, fügte seinem Geburtsnamen Pleyl ein „e“ ein und nannte sich fortan Pleyel. Im Jahre 1788 heiratete er die Straßburgerin Franziska Gabrielle Ignatia Lefebvre, mit der er insgesamt vier Kinder hatte. Während der Französischen Revolution komponierte er aus Anlass der Proklamation der neuen Straßburger Verfassung im Jahre 1790 die „Hymne à la Liberté“ nach einem Text seines Freundes Claude Joseph Rouget de Lisle. Im Jahre 1791 wurde Pleyel seines Amtes als Domkapellmeister enthoben.
Von Dezember 1791 bis Mai 1792 kam er auf Einladung von Wilhelm Cramer nach London, um an dessen Professional Concerts mitzuwirken, zeitgleich wirkte sein früherer Lehrer Haydn in London. Am 16. Mai 1792 kehrte er nach Straßburg zurück und erwarb das vor den Toren der Stadt liegende Château d’Ittenwiller.
Ab 1795 lebte er in Paris, wo er 1796 eine Musikalienhandlung und 1807 die bis zum Ende des Jahres 2013 unter der Firma Pleyel, Wolff et Comp. bestehende Klavierfabrik gründete. Im Verlag „Chez Pleyel“, dem sein Schwager Jean-Daniel Schäffer als Geschäftsführer vorstand, erschienen innerhalb von 39 Jahren etwa 4000 Werke von Komponisten wie Beethoven, Boccherini, Dussek, Clementi, Haydn, Hummel, Mozart, Onslow und anderen. Eine von Pleyels Innovationen war die sogenannte Bibliothèque musicale, die 1802 mit der Veröffentlichung von vier Sinfonien Haydns im Taschenpartiturformat begann. Pleyel erwarb am 24. Januar 1827 die Vermarktungsrechte (für Frankreich) für die opp. 130, 133 und 134 von Ludwig van Beethoven. Der Vertrag in französischer Sprache wurde in Gegenwart von Zeugen in Wien geschlossen und notariell beglaubigt.
Sein Sohn Camille Pleyel, geb. 1788, bildete sich unter Leitung seines Vaters sowie der Komponisten Jan Ladislav Dusík und Friedrich Kalkbrenner zum Klavierspieler aus. Nachdem das Interesse an Ignaz Pleyels Kompositionen bereits ab der Jahrhundertwende nachgelassen hatte, übergab er 1824 dem Sohn die Klavierfabrik, die dieser bis zu seinem Tod am 4. Mai 1855 leitete. Am 19. Oktober 1827 gründete Pleyel einen kleinen Musiksalon in der Rue Cadet Nr. 9, in dem neben anderen Künstlern und Virtuosen Clara Wieck, die spätere Frau von Robert Schumann, auftrat. Camille Pleyel übernahm auch diesen Salon und übersiedelte in ein von ihm entworfenes Gebäude. Aus diesem Musiksalon entwickelte sich der größte Konzertsaal von Paris, „La Salle Pleyel“, der im Jahre 1927 erbaut wurde.
Ignaz Pleyel zog sich auf sein Landgut bei Paris zurück und widmete sich der Landwirtschaft. Er verstarb am 14. November 1831 bei Paris an den Folgen einer Bronchitis. Sein Grab befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise (Division 13, Nummer 40.906). Im Jahre 1959 wurde die Ignaz-Pleyel-Gasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt. 1998 wurde sein Geburtshaus gerettet und als Museum eingerichtet.
Seine Schwiegertochter Marie Moke-Pleyel war eine Schülerin Friedrich Kalkbrenners und eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Zeit.

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Ignaz Joseph Pleyel Clarinet Concerto No.1 B flat major 1/2

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Burg Kreuzenstein

Die Burg ist ein beliebtes Ausflugsziel in Niederösterreich, ein paar Kilometer von Wien entfernt. An ihrer Stelle steht heute eine Schauburg gleichen Namens, die in den Jahren 1874 bis 1906 im Auftrag von Johann Nepomuk Graf Wilczek errichtet wurde.

Die Ursprünge der Burg Kreuzenstein gehen wie die der meisten Burgen in Niederösterreich auf das 12. Jahrhundert zurück. Von den Formbachern erbaut, kam sie durch Heirat in den Besitz der Grafen von Wasserburg. Über Ottokar II. von Böhmen gelangte die Burg 1278 in den Besitz der Habsburger.
Der unter dem Vorwand des Aufruhrs in Nikolsburg (Mähren) verhaftete Täuferprediger Balthasar Hubmaier wurde im Juli 1527 auf die Burg Kreuzenstein überstellt und dort verhört. Da er einen Widerruf ausschlug, wurde er zum Tode verurteilt und am 10. März 1528 in Wien verbrannt.
Bis zum Dreißigjährigen Krieg war Burg Kreuzenstein nie erobert worden. Als die Schweden aber in der Endphase des Krieges weite Teile Niederösterreichs besetzten und bis vor Wien vorrückten, erging am 4. April 1645 an Oberst Lukas Spicker, den Kommandanten der Burg Kreuzenstein und der Festung Korneuburg, die Aufforderung, beide wehrhaften Plätze zu übergeben. Angesichts der geringen Anzahl an Truppen, die ihm zur Verfügung standen, kam Spicker der Forderung umgehend nach und übergab Burg und Stadt bereits am 5. April kampflos den von Feldmarschall Lennart Torstensson kommandierten schwedischen Truppen. Als sich die schwedische Hauptstreitmacht Ende September 1645 nach Mähren zurückzuziehen begann, ordnete Torstensson die Sprengung der Burg Kreuzenstein an, die an drei – manche Quellen sprechen auch von vier – Stellen ausgeführt wurde. Danach war die Burg nur mehr eine Ruine, deren Mauerreste den Bauern der Umgebung als Bezugsquelle von Material bei Bauvorhaben dienten.

Die Burgruine kam im 18. Jahrhundert in den Besitz der Grafen Wilczek, welche durch ihre Kohlengruben in Schlesien ein großes Vermögen angehäuft hatten. Der als Polarforscher bekannt gewordene Johann Nepomuk Graf Wilczek begann ab 1874, an derselben Stelle schrittweise eine Schauburg aufzubauen, die zwar im Aussehen keineswegs der ehemaligen Burg entspricht („romanisch-gotische Musterburg“), aber die vorhandenen Reste der mittelalterlichen Burg (vor allem Teile der Ringmauer, Rumpf des Ostturmes und Teile der Kapelle) in die Gestaltung mit einbezieht. Mit etwas geübtem Blick sind die mittelalterlichen Baureste von dem Mauerwerk der Bauteile des 19. Jahrhunderts gut unterscheidbar. Die Bauleitung hatte bis zu seinem Tod 1895 der Architekt Carl Gangolf Kayser inne, danach Ritter Humbert Walcher von Molthein und der Künstler Egon Rheinberger. Unter der Kapelle wurde eine Familiengruft errichtet. Auch Wilczek selbst hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden. Die gesamte Burg wurde zum einen aus bzw. auf den Resten der mittelalterlichen Burg, zum anderen aus einer Vielzahl originaler Bauteile errichtet, die Wilczek aus ganz Europa zusammengetragen hatte. Zudem wurde die Burg mit einer großen Sammlung mittelalterlicher Einrichtungsgegenstände und Artefakte ausgestattet, z. B. mit einer der ältesten erhaltenen mittelalterlichen Steinschleudern, die aus der Festung Hohen Salzburg angekauft wurde. Die Arbeiten dauerten 30 Jahre – bei der offiziellen Neueröffnung am 6. Juni 1906 war unter anderem Kaiser Wilhelm II. von Deutschland anwesend. 1915 brannten nach einem Blitzschlag teilweise der Archiv- und Bibliothekstrakt aus.

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Adlerwarte Burg Kreuzenstein

 

Burg Greifenstein

Auch die Burg Greifenstein ist ein bekanntes und beliebtes Ausflugsziel der Wiener, sie liegt an der Donau über dem gleichnamigen Ortsteil Greifenstein der Gemeinde Sankt Andrä – Wördern in Niederösterreich, nordwestlich von Wien. Zusammen mit der etwa gegenüber liegenden Burg Kreuzenstein diente sie der Überwachung des Donauknies bei der Wiener Pforte.

Errichtet wurde die Burg wahrscheinlich im 11. Jahrhundert vom Grundherrn, dem Bistum von Passau. Möglicherweise stand aber auf diesem markanten Geländepunkt bereits zur Römerzeit ein Beobachtungsturm.
Die Burg war ein wichtiges Glied im Verteidigungssystem an der Donau. Ihre Kreidfeuerstation ermöglichte den Nachrichtenaustausch sowohl mit Kreuzenstein als auch mit dem Leopoldsberg.
Erstmals urkundlich erwähnt wird sie 1135. Der damals genannte Dietrich von Greifenstein war wohl ein Dienstmann der Passauer Bischöfe. 1247 ließ Bischof Rüdiger von Bergheim die Anlage stark ausbauen. 1365 wurde die Burg aus unbekannten Gründen von den Bürgern Klosterneuburgs belagert. Sicher ist, dass Greifenstein von 1485 bis 1490 zum ungarischen Machtbereich gehörte. Als es 1529 den Türken gelang, die praktisch unverteidigte Burg einzunehmen, wurde das wertvolle Archiv vernichtet. Sie wurde danach erneuert, hatte aber keine militärische Bedeutung mehr.
Ab etwa 1600 diente die Burg vor allem als Gefängnis des kirchlichen Gerichts, wo Geistliche und Laien ihre Kerkerstrafen im Turmverlies abbüßen mussten. Bewohnt war sie bis etwa 1770, danach wurde sie aufgegeben und verfiel. Bis 1803 gehörte sie den Bischöfen von Passau, in diesem Jahr wurde sie im Zuge des Josephinismus der Säkularisation in Österreich durch Kaiser Joseph II. vom Staat zur öffentlichen Versteigerung ausgeschrieben.
Johann I. von Liechtenstein erwarb 1807 das alte Schloss und ließ die Burganlage bis 1818 unter Einbeziehung älterer Bauteile innen und außen im Stil der Romantik wiederherstellen. Fürst Alois II von Lichtenstein ließ Kunstwerke und Waffen aus anderen Liechtenstein-Schlössern wie Seebenstein nach Greifenstein bringen. Ende des 19. Jahrhunderts verfiel die Burg erneut und wurde 1918 von den Liechtenstein an den Industriellen Hugo Kostenitz verkauft.
1931 kaufte der Bankier und Besitzer der Schlösser von Schloss Tulbing, Plankenberg und Feistritz am Wechsel, Rittmeister Maximilian Mautner, Greifenstein. Im Jahr 1933 schenkt er die Burg seiner zweiten Frau.
1960 ging Greifenstein durch Verkauf an den Gastronomen und Hotelier Dr. Johannes Hübner. Dieser restaurierte die Burg; er ließ ein Restaurant sowie etliche Schauräume mit historischen, militärischen und kunstgewerblichen Exponaten einrichten.
Am 16. September 2006 zerstörte ein durch einen Kabelbrand verursachter Großbrand das Restaurant und die Decke des Rittersaals. Seitdem ist der Zugang in die Burg gesperrt.
Im Mai 2010 wurde die renovierungsbedürftige Burg um 3,5 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Im Juni 2017 wurde die Burg für 2,5 Millionen Euro an den Logistikunternehmer Ernst Strobl verkauft.

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Normal im 21. Jahrhundert

Neulich hat mir jemand erzählt, er war bei einer Veranstaltung und war sehr stolz, als er sah der Vortragende war dunkelhäutig. Es war etwas besonderes für ihn. Darüber war ich verwundert.
Warum ist es etwas besonderes wenn ein dunkelhäutiger Mensch vor anderen Menschen etwas erklärt? Das sollte, müsste doch völlig normal in Österreich im 21. Jahrhundert sein!
Diese Geschichte brachte mich wieder zu einem anderen Thema.
Warum ist es etwas besonderes wenn ein/e Österreicher/in einen Mann/ Frau aus einem Dritt Staat, Afrika, Asien, usw., heiratet. Das sollte, müsste doch völlig normal in Österreich im 21. Jahrhundert sein!
Dieser Gedanke brachte mich wieder zu einem anderen Thema.
Warum ist es in Österreich etwas besonderes wenn gleichgeschlechtliche Paare heiraten, Kinder adoptieren und eine Familie gründen. Das sollt, müsste doch völlig normal in Österreich im 21. Jahrhundert sein!
Natürlich gibt es noch viel mehr Themen, die im 21. Jahrhundert in Österreich normal sein müssten.

Karl Ludwig Schulmeister

Wer war dieser Mann? Wann wurde er geboren und was machte er?

Er musste etwas wichtiges, bedeutendes getan haben, denn sonst würde es keinen Bericht über ihn geben.

Also lösen wir das Rätsel von Karl Ludwig Schulmeister.

Karl Ludwig Schulmeister, in nannte Frankreich hieß er Charles Louis Schulmeister, geboren wurde er am 5. August 1770 in Neufreistett (heute Freistett war ein bedeutender Spion im Solde Napoléon Bonapartes.
Der Sohn eines Pfarrers war als Aktuarius in Kork tätig und heiratete 1792 eine Französin, Tochter des Bergwerksdirektors von Sainte-Marie-aux-Mines. In den 1790er-Jahren widmete er sich in großem Stil dem Schmuggel zwischen Frankreich und Deutschland, wobei er gelegentlich Spionageaufträge für Frankreich ausführte. 1804 wurde er von seinem Landsmann Jean Rapp Napoléon vorgestellt und begann hauptberuflich als Spion tätig zu werden. Der Bonaparte vollkommen ergebene Schulmeister wurde zu einem der wertvollsten Agenten des Korsen.
Im Koalitionskrieg von 1805 gelang es Schulmeister, der sich als ungarischer Edelmann ausgab, den österreichischen General Karl Mack von Leiberich durch eine gefälschte Pariser Zeitung zu bewegen, in Ulm zu bleiben, das für Macks Truppen zur Falle wurde. Nach dem Fall Wiens ernannte Napoleon Schulmeister zum Generalkommissar der dortigen Polizei. Als solcher garantierte Schulmeister die ungestörte Besatzung Wiens. Nach dem Preßburger Frieden von 1806 erwarb Schulmeister ein Gut in Meinau bei Straßburg, wohin er sich zeitweilig zurückzog.
Im Krieg Napoléons mit Preußen gelang es Schulmeister, sich mit minimalen Kräften der Städte Wismar und Rostock zu bemächtigen. Im späteren Verlauf des Krieges wurde Schulmeister mit polizeilichen Aufgaben in Königsberg betraut.
Am 18. Mai 1809 wurde Schulmeister ein zweites Mal die Leitung der Polizei in Wien überantwortet. Nach dem Wiener Frieden zog er sich erneut auf sein Gut zurück. Im Jahre 1809 fand er Aufnahme in die Straßburger Freimaurerloge La vraie Fraternité. Während der Herrschaft der Hundert Tage ab dem 20. März 1815 war Schulmeister erneut in Missionen im Dienste Napoléons tätig. Blücher ließ ihn am 27. Juli 1815 für einige Monate einsperren.
In der Folge lebte Schulmeister als wohlhabender Bürger in Boissy-Saint-Léger und in der Meinau, einem Ortsteil von Straßburg. Er starb am 8. Mai 1853 in Straßburg-Meinau und wurde am St.-Urbans-Friedhof in Straßburg begraben. Schulmeisters Leben inspirierte die französische Fernsehserie: „Schulmeister, espion de l’empereur“, ausgestrahlt in Frankreich zwischen 1971 und 1974.

Napoleons Deutscher 007: Karl Ludwig Schulmeister [Doku/2017/ᴴᴰ]

Mata Hari – Künstlerin & Spionin – einhundert Jahre nach ihrer Hinrichtung

Sie wurde am 7. August 1876 in Leeuwarden, Niederlande als Margaretha Geertruida Zelle geboren. Vor und während dem ersten Weltkrieg war sie als exotische Nackttänzerin und exzentrische Künstlerin berühmt, in dieser Zeit benutzte sie den Künstlernamen Mata Hari, javanisch: Auge des Tages = Sonne.

220px-Mata_Hari_13 Mata Hari (1906)

Unklar ist bis heute, ob sie tatsächlich die raffinierte Doppelagentin war, wie in dem Urteil dargestellt – oder ein willkommenes Bauernopfer des französischen Militärgerichts, weil die Kriegsbegeisterung merklich nachließ und ein Sündenbock für die Niederlagen und Verluste hilfreich schien. Dies wird sich, wenn überhaupt, erst 2017 – einhundert Jahre nach ihrem Tod – endgültig klären, wenn die französischen Gerichtsakten geöffnet werden. Dass Mata Hari, vermutlich im Spätherbst 1915, in den Dienst des deutschen Geheimdienstes trat, ist heute unstrittig. Aus den zeitgenössischen Akten des britischen Geheimdienstes MI5, die am 21. Januar 1999 freigegeben wurden und nun im Britischen Nationalarchiv öffentlich zugänglich sind, geht jedoch hervor, dass sie offenbar keine wesentlichen Geheimnisse an die Deutschen verraten hat. Derzeit scheint es, als habe Mata Hari am Ende ihrer Tanzkarriere mit einer kläglich-naiven, bedeutungslosen Informationstätigkeit ihr drohendes Schicksal, als Künstlerin in Vergessenheit zu geraten und unter akuter Geldnot zu leiden, abzuwenden versucht und dabei die Gefährlichkeit ihres Handelns nicht erkannt.
Die deutsche Kriegspropaganda, die den Fall auszunutzen gedachte, bezeichnete sie als „Opfer des französischen Kriegswahns“ und läutete mit dem politischen Finale des Idols seine dramatisch-romantische Verklärung ein. Ihre Lebensgeschichte war bislang Stoff für über 250 Bücher und ein Dutzend Filme. Die Quellenlage ist jedoch nach wie vor dünn, basiert doch nur ein Bruchteil dieser Bücher und Filme auf verlässlichen Quellen.

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Mata Hari – Exotik und Erotik / Dokumentation 2017

 

René Goscinny – Autor – Asterix & Obelix

Wir kennen Asterix & Obelix oder Lucky Luke und haben die Geschichten geliebt, vielleicht kennt auch noch die Jugend diese Comichefte. Vom Autor weiß man aber nichts, das soll mit diesem Text geändert werden. Viel Vergnügen beim Lesen.

René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Paris geboren, seine Kindheit verbrachte er in  Buenos Aires. Sein Vater Stanislas „Simkha“ Gościnny war Chemie-Ingenieur und starb 1943. Seine Mutter, Anna (Hanna) Bereśniak-Gościnna, an der er zeitlebens sehr hing, starb 1974 in Paris. Nach dem Abitur arbeitete er als Hilfsbuchhalter und später als Zeichner in einer Werbeagentur.
1945 wanderte er nach New York aus mit dem Ziel, für Walt Disney zu arbeiten. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung, und so verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. Der spätere MAD-Gründer Harvey Kurtzman, den er in New York kennenlernte, verschaffte ihm die Möglichkeit, Kinderbücher zu kolorieren. 1949 lernte er Morris (Maurice de Bévère) kennen, der ihn bestärkte, weiter an Comics zu arbeiten. Ab 1955 schrieb Goscinny für Morris die Texte des Comics Lucky Luke.
1950 zog er wieder nach Europa und ließ sich in Brüssel nieder, wo er erstmals Comics veröffentlichen konnte. Goscinnys 1950 entstandene Serie Dick Dicks, die Parodie einer Detektivgeschichte, wurde in einigen Tageszeitungen veröffentlicht, u. a. 1955/56 in La Libre Junior, der Kinderbeilage von La Libre Belgique. Die einzige andere von ihm gezeichnete Serie war Le capitaine Bibobu, die 1955/56 in Risque-Tout erschien. Danach stellte er seine zeichnerischen Aktivitäten ein und widmete sich ausschließlich dem Schreiben von Szenarios für andere Künstler.
1951 traf Goscinny den Zeichner Albert Uderzo, mit dem er eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit als Szenarist begann. Gemeinsam schufen sie die folgenden Serien:
– den Kaperkapitän Pitt Pistol (1952–1956 in La Libre Junior)
– den jungen Reporter Luc Junior (1954–1957 in La Libre Junior) (mit gewissen Ähnlichkeiten zu Tim und Struppi)
– das Geschwisterpaar Benjamin & Benjamine (1956–1959 im gleichnamigen Magazin sowie in Top)
– den Indianer Umpah-Pah (1958–1962 in Tintin)
– den Gallier Asterix, ihren mit Abstand größten Erfolg, der 1959–1974 in Pilote vorveröffentlicht wurde und heute ausschließlich in Alben Form erscheint.

Ab 1952 wurde Goscinny als Autor bei dem Magazin Spirou aktiv. Hier schrieb er zunächst drei Onkel-Paul-Episoden sowie für Jijé ein Jerry-Spring-Abenteuer, konzentrierte sich ab 1955 aber fast ausschließlich auf Lucky Luke, den einsamen Cowboy von Morris. Ab 1956 schrieb er auch Szenarios und Gags für das Magazin Tintin, wo er mit etlichen Zeichnern zusammenarbeitete, u. a. mit Franquin an Mausi und Paul, mit Maréchal an Prudence Petitpas (dt.: „Oma Pfiffig“ in Fix und Foxi), mit Berck an Strapontin (dt.: „Kasimir“ in ZACK), mit Attanasio an Spaghetti und nicht zuletzt mit Uderzo an Umpah-Pah.

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Asterix & Obelix

Jetzt kommen die streitbaren Gallier Asterix und Obelix die ihre Stadt gegen die mächtigen Römer mit dem geheimnisvollen Zaubertrank verteidigen.

Astérix_&_Obélix_Bruxelles_rue_de_la_Buanderie Wandgemälde der Hauptfiguren in Brüssel

Asterix (im Original: Astérix) ist die 1959 von Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (* 1927) geschaffene, erfolgreichste französische Comicserie mit der gleichnamigen Hauptfigur im Mittelpunkt.
Die Abenteuer des Titelhelden umfassen bislang 36 Alben, darunter 34 in sich geschlossene Geschichten von Alben Länge. Mit Band 35 wurde die Serie von Zeichner Didier Conrad und Texter Jean-Yves Ferri übernommen. Zudem sind im Laufe der Jahre einige Kurzgeschichten erschienen. Mehrere Abenteuer wurden verfilmt. Die ausgewogene Kombination von subtilem und satirischem Humor mit grobem Klamauk spricht eine ungewöhnlich breite Leserschaft in vielen Altersgruppen und sozialen Schichten an. Asterix gehört zudem zu den wenigen Comics, die im Schulunterricht, vor allem im Fremdsprachenunterricht für Französisch, Latein und Altgriechisch, verwendet werden.
Der Name „Asterix“ leitet sich von dem typografischen Zeichen Asterisk ab, griechisch für Sternchen ἀστερίσκος, asterískos.

Asterix und Obelix – Passierschein A38

Lucky Luke

Lucky Luke ist die Titelfigur einer seit 1946 erscheinenden belgischen Comic-Serie des Zeichners Morris. Lucky Luke ist mit mehr als 30 Millionen verkauften Alben in Deutschland die erfolgreichste Comic-Serie im Alben-Sektor nach Asterix.
Bis 1955 schrieb Morris die Geschichten noch selbst. Danach verfasste René Goscinny die Texte. Seit Goscinnys Tod 1977 wechseln die Autoren. Vor der Alben Veröffentlichung erschien die Serie lange Zeit als Fortsetzungen im Magazin Spirou, danach vor allem in Pilote. Die erste deutsche Übersetzung erschien Ende 1958. Der letzte Lucky-Luke-Band von Morris erschien 2002, ein Jahr nach dessen Tod. Derzeit wird die Serie vom Zeichner Achdé und vom Texter Laurent Gerra gestaltet.

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LUCKY LUKE DEUTSCH – EP39 – Die dicke Berta

 

Ralph Benatzky

Er wurde am 5. Juni 1884 in Mährisch Budwitz, Altösterreich als  Rudolph Josef František Benatzky geboren.

1899 trat Rudolph Josef František Benatzky in die k.u.k. Kadettenanstalt in Wien ein. Als ausgemusterter Fähnrich wurde er 1904 Leutnant in einem Infanterie-Regiment und war in Prag und Kolomea in Galizien stationiert, bis er 1907 krankheitsbedingt beurlaubt und 1909 in den Ruhestand versetzt wurde. Er studierte in Prag und Wien Germanistik, Philosophie und Musik und wurde im Jahre 1910 mit einer Arbeit über Goethe und das Volkslied in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert. Im Wiener Kabarett „Hölle“ wurden 1908/09 seine ersten Chansons gesungen, er nannte sich nunmehr Ralph Benatzky. Seine ersten Erfolge erzielte er 1912 als Künstlerischer Leiter des Kabaretts „Bonbonniere“ in München und 1914 als Co-Direktor der „Bunten Bühne Rideamus“ in Wien. Der Schüler von Antonín Dvořák in Prag und Felix Mottl in München begann, frech-frivole Lieder für das Kabarett zu schreiben, wobei auch die Liedtexte von ihm selbst stammten.
Am 4. Oktober 1909 heiratete Benatzky die Sängerin und Schauspielerin Fédi Férard (eigentlich Eugenie Ninon Decloux), ca. 1914 wurde die Ehe wieder geschieden.
1914 lernte er die Diseuse Josma Selim kennen, deren Hauptkomponist und Klavierbegleiter er wurde und die er am 15. November 1914 heiratete. Mit dem eigenen Chanson Programm Heitere Muse trat er mit ihr in mehreren europäischen Hauptstädten auf. 1910 schrieb er seine erste Operette, der weitere folgten. Im selben Jahr wurde er musikalischer Leiter an der Münchner Kleinkunstbühne „Bonbonniere“, 1914/15 Co-Direktor und Oberspielleiter in der Bunten Bühne „Rideamus“ in Wien. Mit der Operette Liebe im Schnee konnte er 1916 seinen ersten großen Operettenerfolg am Ronacher Theater in Wien feiern.
Mit der Revue An alle im Großen Schauspielhaus begann 1924 seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Erik Charell in Berlin, wo er sich 1927 wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten zusammen mit seiner Frau niederließ. Nach einer Serie von reinen Revuen, die Benatzky mit Charell in Berlin und zusammen mit Karl Farkas und Fritz Grünbaum in Wien schuf, komponierte er fürs Große Schauspielhaus ab 1928 die Trilogie der sogenannten „Historischen Revueoperetten“, auf denen Benatzkys Weltruhm basiert (jeweils mit Charell als Produzent und Regisseur): Casanova (1928), Die drei Musketiere (1929) und als krönender Höhepunkt Im weißen Rößl (1930). Die Stücke zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf geschickte Weise alte, bereits bekannte Musik mit neuen Jazz-Klängen der 1920er Jahre kombinieren; Benatzky selbst sprach im Fall der Musketiere von einer Musik „von gestern und heute“. Besonders auch im Rößl verband Benatzky typische (Pseudo-)Folkloreweisen mit tagesaktuellen, synkopierten Tanzrhythmen und erzielte damit weltweit einen Erfolg – es gab bedeutende Produktionen in London und Wien (1931), Paris (1932) und New York (1936). Allerdings war Benatzky lange mit seinem bis heute berühmtesten Werk aus künstlerischer Sicht unzufrieden, da er zwar für die musikalische Gesamtgestaltung verantwortlich war (und die entsprechenden Tantiemen bekam), aber auf Wunsch Charells nicht alle Musik selbst komponieren durfte und in letzter Sekunde das Verfassen der Liedtexte an Robert Gilbert abgeben musste, dies trotz anderweitiger, vorheriger vertraglicher Absprachen mit Charell.

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Eines seine vielen Werke ist Axel an der Himmelstür

Max Hansen – Axel an der Himmelstür – Die Allergrößte Zukunft Hat Die Liebe

 

Alban Berg

Wozzeck – Alban Berg – Programm Theater an der Wien

das Programm

 

Er lebte bis zu seinem Tod am 24. Dezember 1935 in Wien, er war Komponist der zweiten Wiener Schule.

Alban Berg wurde am  9. Februar 1885 in Wien geboren, am 1. März 1885 wurde in der Pfarrkirche St. Peter auf den Namen Albano Maria Johannes Berg getauft. Das „o“ in Albano stand nur auf dem Taufschein und tauchte danach nie wieder auf.

Seine Eltern waren der  wohlhabenden Geschäfts- und Exportkaufmanns Conrad Berg und seine Frau Johanna, Alban und seine Geschwister hatten ein Sorgenfreies Leben.

Als Alban 15 Jahre alt war, starb sein Vater, und seine Mutter führte das Devotionaliengeschäft ihres Mannes weiter. Vielseitig begabt, war er als Schüler an Literatur und Musik gleichermaßen interessiert; zusammen mit seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Smaragda erhielt er Klavierunterricht und begann mit 16 Jahren Lieder zu komponieren, die von seinem älteren Bruder Charly – der bereits Kaufmann war – und Smaragda gesungen wurden.
Als 17-Jähriger verliebte sich Alban Berg in das im elterlichen Haushalt tätige Küchenmädchen Marie Scheuchl. Am 4. Dezember 1902 brachte Marie Scheuchl seine uneheliche Tochter Albine († 1954) zur Welt, zu deren Vaterschaft sich Alban Berg am 8. Dezember 1903 schriftlich bekannte.
Im Oktober 1904 erschien in der Neuen Musikalischen Presse die Ankündigung eines Kompositionskurses des 30-jährigen Komponisten Arnold Schönberg. Charly Berg legte ihm ohne Albans Wissen Lieder seines Bruders vor und Schönberg erklärte sich bereit, den jungen Mann in seinen Kurs aufzunehmen. Nach dem Ende des Kurses unterrichtete Schönberg Alban unentgeltlich privat weiter, weil dieser, als unbezahlter Rechnungspraktikant der Niederösterreichischen Landesregierung, über kein Einkommen verfügte und seine Mutter zu wenig verdiente, um ihm eine Ausbildung zum Komponisten zu ermöglichen. Im folgenden Jahr fiel Johanna Berg nach dem Tod ihrer Schwester eine reiche Erbschaft zu, die ihr die Möglichkeit gab, ihre beiden Söhne jahrelang mit einer großzügigen Apanage zu unterstützen.
Ende des Jahres 1906 lernte der junge Komponist die gleichaltrige Helene Nahowska kennen. Sie galt als Tochter des reichen Privatiers Franz Nahowski und seiner Frau Anna, war aber möglicherweise die Tochter des Kaisers Franz Joseph I. Jedenfalls stellte sich Herr Nahowski jahrelang gegen eine Verbindung der beiden, bis er 1911 widerwillig seine Zustimmung zur Hochzeit gab. Ab da verbrachten Alban und Helene ihre Sommerurlaube häufig im Haus der Schwiegereltern in Trahütten, einem hochgelegenen Dorf in der Steiermark, seltener auf Johanna Bergs Besitztum, dem „Berghof“, am Ossiachersee in Kärnten.
Im Jahr 1912 entstanden die Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4. Zwei dieser Lieder, die Nummern 2 und 3, brachte Arnold Schönberg im Rahmen des berüchtigten Skandalkonzerts von 1913 zur Uraufführung. Diese beiden Lieder führten zu jenem berühmten Tumult, infolgedessen das Konzert abgebrochen werden musste.
Arnold Schönberg feierte am 13. September 1914 seinen 40. Geburtstag. Alban Berg verehrte ihm seine nahezu vollendeten Drei Orchesterstücke, op. 6; aufgeführt konnten sie allerdings nicht werden, weil zwei Monate zuvor der Erste Weltkrieg begonnen hatte.
Von August 1915 bis November 1918 diente Berg in der österreichischen Armee, wegen seines Asthmas nicht an der Front, sondern als Schreiber im Kriegsministerium in Wien. Schon 1915 arbeitete er an der Textfassung seiner ersten Oper Wozzeck, die er 1917, in enger Anlehnung an Georg Büchners Drama Woyzeck, abschloss. Zu komponieren begann er in den beiden letzten Kriegsjahren – zumeist während mühsam erlangter „Urlaube“ – im weniger hungernden Trahütten.
Nach dem Ersten Weltkrieg unterrichtete Alban Berg Komposition und unterstützte Arnold Schönberg in der Leitung des Vereins für musikalische Privataufführungen. Die Komposition des Wozzeck war 1921 vollendet, im nächsten Jahr erschien im Selbstverlag der Klavierauszug.
Im Juni 1923 wurden zwei der drei Orchesterstücke aus dem Jahr 1914 im Rahmen der Österreichischen Musikwoche in Berlin aufgeführt, im August erklang beim Internationalen Kammermusikfest in Salzburg mit großem Erfolg Alban Bergs erstes Streichquartett, das er 12 Jahre zuvor für seine Frau Helene komponiert hatte.
Im Juni 1924 führte der Dirigent Hermann Scherchen Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck beim Festkonzert des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Frankfurt auf, in Österreich erhielt Alban Berg den Kunstpreis der Stadt Wien und für das Jahr 1925 war die Uraufführung seiner Oper Wozzeck durch Erich Kleiber in Berlin beschlossene Sache.
In der Zeit vom 15. bis 20. Mai 1925 fand in Prag ein Internationales Musikfest statt, bei dem die Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck durch Alexander Zemlinsky auf das Programm gesetzt wurden. Auf Betreiben Franz Werfels, dem Freund Alma Mahlers, lud dessen Schwester Hanna, Frau des Fabrikanten Herbert Fuchs-Robettin, Alban Berg zu dieser Veranstaltung ein. Eine ganze Woche lebte Alban in Kontakt mit Hanna, ihren beiden Kindern und ihrem Mann. In dieser Zeit entstand ein Liebesverhältnis zwischen Alban und Hanna, das bis zur Uraufführung des Wozzeck am Ende des Jahres in Berlin andauerte. Alban Bergs im nächsten Jahr fertig gestelltes zweites Streichquartett, die Lyrische Suite, schildert nicht nur durch die Musik, sondern auch im geschriebenen Wort den tiefen Eindruck, den diese Zäsur in seinem Leben machte. War bisher alles Komponierte im Blickpunkt auf Helene entstanden, änderte sich dieser nun auf Hanna Fuchs, symbolisiert durch die Töne „H“ und „F“.
Zu Ende des Jahres 1927 konkretisierte Berg einen neuen Opernplan: Aus zwei Dramen Frank Wedekinds, aus Erdgeist und Die Büchse der Pandora, erstellte er das Libretto zu einem dreiaktigen Werk, zur Oper Lulu. Die Universal Edition, sein Musikverlag, war an der Realisierung dieser Komposition sehr interessiert.
In den folgenden Jahren errang Alban Bergs Wozzeck große Erfolge, sowohl an den Bühnen Deutschlands, als auch in der Sowjetunion (1927 St. Petersburg) und in den USA (1931 Philadelphia). Er war ein gefragter Juror und häufig Gast bei den Premieren seiner Oper, so 1930 in Wien, ein Jahr später in Zürich und 1932 in Brüssel, wo er ein Liebesverhältnis mit Anny Askenase, der Frau eines seiner Gastgeber, einging. Im gleichen Jahr ersteigerte sich der Komponist ein Haus in Auen (Gemeinde Schiefling am Wörthersee) in Kärnten, das „Waldhaus“, in dem er nun den Großteil des Jahres lebte und in Ruhe arbeiten konnte.
1933, nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland, emigrierte Arnold Schönberg nach Amerika, und auch Alban Bergs Musik wurde als „jüdisch“ diffamiert. Viele Bühnen wagten es nicht mehr, seine Oper Wozzeck aufzuführen, und dadurch gingen die Einnahmen drastisch zurück. Er lebte nun von einer monatlichen Ressource, die ihm die Universal Edition bis zur Vollendung seiner Oper Lulu ausgesetzt hatte. Sein körperliches Befinden verschlechterte sich, Asthma und die Anfälligkeit zu Furunkel Bildung nahmen zu.
Im Februar 1935 begann Alban Berg mit der Komposition eines Violinkonzerts, einer Auftragskomposition des amerikanischen Geigers Louis Krasner, die ihm dringend benötigtes Geld brachte und im August fertig war.
Wie bei seiner Oper Wozzeck stellte Alban Berg unter dem Titel Symphonische Stücke aus der Oper Lulu bereits komponierte Teile seiner Oper zu eine Suite von fünf Stücken zusammen, die im Dezember 1935 in Wien zur Uraufführung gelangte. Wenige Tage danach wurde der Komponist mit einer schweren Furunkulose ins Spital eingeliefert und starb an einer Sepsis in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.
Nach den publizierten Erinnerungen von Soma Morgenstern war Alban Bergs früher Tod durch seine Frau Helene verursacht, die ihrem Gatten aus Sparsamkeit ein Furunkel unfachmännisch aufgeschnitten und dadurch die Blutvergiftung ausgelöst haben soll.

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WOZZECK

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Wozzeck ist eine Oper in drei Akten mit 15 Szenen von Alban Berg. Das Libretto beruht auf dem deutschsprachigen Dramenfragment Woyzeck von Georg Büchner. Es gibt eine gleichnamige Oper über denselben Stoff von Manfred Gurlitt. Die Spielzeit beträgt rund 90 Minuten.

1914 sah Alban Berg Büchners Drama auf der Bühne der Wiener Kammerspiele mit Albert Steinrück in der Titelrolle und begann 1915 mit der Arbeit an der Oper. 1917 stellte Berg die dramaturgische Einrichtung fertig.
Zunächst hatte er nur Texte zur Verfügung, die auf die „Wozzeck“ betitelte Ausgabe von Karl Emil Franzos 1879 zurückgehen. Diese stellt eine Bearbeitung dar, bei der – neben der notwendigen Festlegung einer Szenenreihenfolge – Sätze ausgelassen, verändert und sogar frei hinzugefügt wurden. Erst im November 1919, nach Fertigstellung des ersten Akts und der Szene II/2, las Berg einen kürzlich erschienenen Aufsatz von Georg Witkowski, der diesen Text kritisierte. Dessen eigene, streng quellenorientierte, jedoch auch mit Lesefehlern behaftete Ausgabe lag Berg wohl im Sommer 1921 vor, außerdem eine nochmals verbesserte Ausgabe des Insel-Verlags. Wegen der Bindung von Text und Musik entschloss er sich, komplett am veralteten Text festzuhalten, und machte dies diskret durch Beibehaltung der Schreibweise „Wozzeck“ deutlich. Er versuchte jedoch, verloren gegangene Bedeutungen des Büchnerschen Stücks über die Musik in die Oper zurückzuholen.
Im Oktober 1921 war die Oper fertiggestellt. Die Aufführung von drei Ausschnitten im Jahr 1924 führte zum ersten öffentlichen Erfolg. Die Drucklegung der Oper erfolgte 1925 mit finanzieller Unterstützung von Alma Mahler-Werfel, der Witwe von Gustav Mahler. Alban Berg widmete ihr aus Dankbarkeit die Oper. Am 14. Dezember 1925 fand die Uraufführung unter der Leitung von Erich Kleiber in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin statt.

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Wozzeck ( Alban Berg ) Hauptmann 1.Szene

 

Franz von Suppé

Er wurde am 18. April 1819 in Spalato (Split), Dalmatien geboren, sein bürgerlicher Name lautet Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppè-Demelli.

Er sollte als Franz von Suppé als österreichischer Komponist berühmt werden und hinterließ ein Gesamtwerk von über 200 Bohnenwerken davon viele Operetten, seine bekannteste ist  Boccaccio.

Suppés Vater entstammte einer ursprünglich belgischen, später in Dalmatien lebenden Familie. Suppés Mutter war Wienerin. Bereits mit acht Jahren sang er im Kirchenchor der Kathedrale von Split, dessen Chorleiter Giovanni Cigalla ihm erste musikalische Kenntnisse vermittelte. Flötenunterricht erhielt Franz von Suppé vom Kapellmeister Giuseppe Ferrari. Von beiden Lehrmeistern konnte sich von Suppé bereits in jungen Jahren grundlegendes kompositorisches Wissen aneignen.

Mit 15 Jahren begann er dann auf Wunsch seines Vaters eine Ausbildung zum Juristen an der Universität Padua. Sein ganzer Enthusiasmus galt allerdings nach wie vor nur der Musik. So fuhr er häufig nach Mailand und sah nicht nur Opern im Teatro alla Scala, sondern trat auch in persönlichen Kontakt mit Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti und dem jungen Giuseppe Verdi.

Mit sechzehn Jahren schuf er sein erstes größeres Werk, eine Messe in F-Dur, die er erst vierzig Jahre später als Missa Dalmatica veröffentlichte.

Nach dem Tod seines Vaters im Januar 1835 zog er im September 1835 nach Wien und begann dort ein Medizinstudium, das er jedoch rasch wieder aufgab, um am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien bei Simon Sechter und Ignaz Xaver von Seyfried, einem Freund Ludwig van Beethovens, zu studieren. Zur Finanzierung des Studiums gab er Italienisch-Unterricht.

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Franz von Suppé schrieb viele Operetten, eine davon ist die Frau Meisterin.

Franz von Suppé – Die Frau Meisterin (Ouverture)

Alexander Girardi – Schauspieler und Operettensänger

Er wurde am  5. Dezember 1850 in Graz als Sohn des aus Cortina d’Ampezzo stammenden Schlossermeisters Andreas Girardi in Graz geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er beim Stiefvater auf, welcher ihn eine Schlosserlehre absolvieren ließ. Gegen dessen Willen trat er der Laienspielgruppe Die Tonhalle bei, wo sein Talent entdeckt wurde. So erhielt er 1871 ein Engagement am Wiener Strampfer-Theater. Dort war er häufig der Partner von Josefine Gallmeyer.

1874 wechselte Girardi ans Theater an der Wien, dem er 22 Jahre lang treu blieb. Dort feierte er auch seine größten Erfolge als Gesangskomiker und 1. Jugendlicher. 1896/97 wirkte er am Carltheater und anschließend zwei Jahre am Deutschen Volkstheater in Wien. Daneben führten ihn Gastspiele an alle anderen bedeutenden Bühnen von Wien, aber auch nach Deutschland (Berlin, Hamburg, Dresden).
Eine seiner bekanntesten Rollen war der Valentin in Raimunds Verschwender mit seiner Interpretation des Hobelliedes (der bekanntesten Nummer der Bühnenmusik von Conradin Kreutzer).
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs zog sich Girardi von der Bühne zurück und kehrte in seine Heimatstadt Graz zurück. Zwei Monate vor seinem Tod 1918 erhielt er nochmals einen Ruf an das Wiener Burgtheater, wo er die Rolle des Fortunatus Wurzel in Raimunds Der Bauer als Millionär verkörperte.
Girardi war auch für seine Interpretation der Wienerlieder von Alexander Krakauer bekannt.

Im Alter von 67 Jahren starb Alexander Girardi am 20. April 1918 in Wien. Er ruht auf dem Wiener Zentralfriedhof (33E-9-16) in einem ehrenhalber gewidmeten Grab.

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FIAKERLIED – A. GIRARDI – Canzone dei vetturini viennesi