Otto Gerhard Waalkes – einfach nur Otto

Er wurde als zweiter Sohn des Malermeisters Karl Waalkes und seiner Frau Adele, geb. Lüpkes, am 22. Juli 1948 in Emden geboren. Otto wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz im Emder Arbeiterstadtteil Transvaal auf. Die Eltern waren strenggläubige Baptisten und Mitglieder der Emder Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, deren Sonntagsschule Otto besuchte. Das erste Mal trat er im Alter von elf Jahren öffentlich auf, als er in einem Emder Kaufhaus u. a. den Babysitter-Boogie vortrug und dafür mit einem Gutschein über 30 Mark und dem Buch Meuterei auf der Bounty belohnt wurde. Im Alter von zwölf Jahren bekam er seine erste Gitarre, und 1964 trat er erstmals mit seiner Band The Rustlers, die vorwiegend Lieder der Beatles spielte, im Raum Emden öffentlich auf. Otto war der Kopf der Musikertruppe, Leadsänger und Leadgitarrist zugleich. Fünf Jahre tourte die Band vorwiegend durch Ostfriesland.

1968 bestand Otto Waalkes am Gymnasium für Jungen in Emden die Abiturprüfung. 1970 nahm er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg – nachdem er keinen Studienplatz in Freier Malerei erhalten hatte – ein Kunstpädagogikstudium auf, übte den Lehrerberuf jedoch nie aus. Unter anderem lernte er bei Hans Thiemann.
Seinen ersten Auftritt auf einer Bühne absolvierte er im Hamburger Folkloreklub Danny’s Pan, wo man für fünf Mark zehn Minuten lang sein Können zeigen konnte. In Hamburg wohnte er in der Wohngemeinschaft „Villa Kunterbunt“ mit vierzehn Mitbewohnern, unter ihnen Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.
Zur Finanzierung seines Studiums trat Otto Waalkes mit der Gitarre weiter in kleinen Clubs in Hamburg auf. Er erzählte zu seinen Liedern ein paar Witze und wenn er mal ganz nervös das Mikrofon fallen ließ, dann entschuldigte er sich dafür. Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als seine Musik und so entwickelte sich langsam seine Bühnenshow. Die Clubs wurden immer größer – und hießen plötzlich nicht mehr Onkel Pö, sondern Westfalenhalle.
1972 lernte Waalkes seinen späteren Manager Hans Otto Mertens kennen, hatte mit seiner Band „The Rustlers“ sein erstes großes Konzert in Hamburg, wobei er live und auf eigene Kosten mitschnitt, und gründete mit Mertens das Label Rüssl Räckords. Das Label wurde gegründet, da keine Plattenfirma die Live-Mitschnitte Waalkes’ veröffentlichen wollte. Noch im gleichen Jahr erschien die LP „Otto“, die sich 500.000 Mal verkaufte.
Waalkes war von 1987 bis 1999 mit Manuela „Manu“ Ebelt verheiratet. 1987 wurde der Sohn Benjamin Karl Otto Gregory geboren. Ab 2000 war Waalkes mit der 1972 geborenen Schauspielerin Eva Hassmann verheiratet. Sie führten nach eigenen Angaben eine Offene Ehe, in der sie oft an verschiedenen Orten lebten. Das Paar trennte sich Anfang November 2011 offiziell. Am 22. November 2012 wurde die Ehe geschieden.

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Otto Walkes Der Menschliche Körper

 

Otto Waalkes in der Zeit im Bild (und unter dem Tisch)

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Sommersonnenwende – Wintersonnenwende

Die Verehrung der Sonne und des wiederkehrenden Lichtes geht auf Traditionen in prähistorischer Zeit zurück. Die Sonne hat essentielle Bedeutung für das irdische Überleben. Die Sommersonnenwende trug einen Aspekt des Todes und der Vergänglichkeit in sich. Dem gegenüber standen die längerwerdenden Tage nach der Wintersonnenwende, die Leben und Auferstehung verkörperten. Diese Wendepunkte schlugen sich entsprechend in Ritus und Mythologie nieder. Bemerkenswert ist, dass die Sonne im abendländischen Kulturkreis immer dem männlichen Prinzip zugeordnet ist, jedoch hier eine Ausnahme im germanischen Sprachraum besteht, welcher in der Sonne die Mutter sieht.
Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto intensiver wurde von jeher dieser Tag gefeiert. Im Norden Europas, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den Weißen Nächten), haben Sonnenwendfeiern – als Mittsommerfest bezeichnet – mehr Bedeutung als zum Beispiel in Südeuropa.

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Wintersonnenwende

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Da ab 21./22. Dezember die Tage wieder länger werden, war die Wintersonnenwende in vielen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen ein wichtiges Fest, das oft ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwende gefeiert wurde. Zur Zeit der Einführung des Julianischen Kalenders lagen die Sonnenwenden auf dem 25. Dezember und dem 24. Juni.
Umstritten ist, ob und in welcher Form die Germanen und andere Völker in Nordeuropa um die Wintersonnenwende das Julfest feierten. Es wäre dann mit Feuer- und Lichtsymbolik zur Wintersonnenwende praktiziert worden. Historisch belegbare schriftliche Zeugnisse gibt es in Form von Kalenderstäben mit Runenzeichen. Es ist unstrittig, dass das Wort Julfest vor der Christianisierung in Gebrauch war. Die Kirche hatte vergeblich versucht, das Wort durch andere Begriffe zu ersetzen (Norrøn: „Dróttins burðar tíð“, Altschwedisch: „gudz födzlo hötidh“). Die altenglischen, nordischen und gotischen Belege stammen alle aus christlicher Zeit. Es ist daher schwierig, aus den knappen Quellen der altnordischen Literatur ein Bild der verschiedenen Feste zu gewinnen. Das gilt für das erwähnte „alfablót“ der Skandinavier und die „Nacht der Mütter“ bei den Angelsachsen.
Das christliche Weihnachtsfest, mit dem die Geburt Jesu gefeiert wird, findet heute nach der tatsächlichen Wintersonnenwende statt. Die fällt in etwa zusammen mit dem Thomastag des Heiligenkalenders am 21. Dezember. Der Thomastag wurde deshalb gewählt, weil der Apostel Thomas am längsten an der Auferstehung Jesu zweifelt und in der Nacht des Unglaubens verharrt. Je nach Glaubensrichtung gibt es im Christentum unterschiedliche Schwerpunkte und Zahl der Festtage. Teilweise beginnt mit dem zweiten Weihnachtstag eine sechstägige Nachfeier, und manche Rituale finden erst im Januar statt.
Zoroastrier sowie muslimische Völker des iranischen Kulturkreises und Zentralasiens zelebrieren zur Wintersonnenwende die Yalda-Nacht. In Indien und Nepal findet Ende Dezember/Anfang Januar Makar Sankranti statt. Auch im Satanismus haben die Sonnenwenden Feiertagscharakter.

Die Wahrheit über die Sonnenwende

Pepi I.

Pepi I. (griechisch Phiops I.) war der dritte König (Pharao) der altägyptischen 6. Dynastie im Alten Reich. Er regierte etwa innerhalb des Zeitraums von 2295 bis 2250 v. Chr. Er war der Sohn des Teti II. und der Iput I.

Über die genaue Dauer der Herrschaft Pepis I. besteht große Unsicherheit. Im Königspapyrus Turin aus dem Neuen Reich werden nur 20 Jahre angegeben. Der im 3. Jahrhundert v. Chr. lebende ägyptische Priester Manetho nennt hingegen 53 Jahre. Zeitgenössische Datumsangaben sind nur in sehr geringem Umfang erhalten. Die höchste Datumsangabe nennt entweder ein „Jahr des 25. Mals der Zählung“ oder ein „Jahr nach dem 25. Mal der Zählung“. Hiermit ist die ursprünglich als Horusgeleit eingeführte landesweite Zählung des Viehs zum Zwecke der Steuererhebung gemeint. Diese Zählung fand ursprünglich alle zwei Jahre statt (das heißt auf ein „x-tes Jahr der Zählung“ folgte ein „Jahr nach dem x-ten Mal der Zählung“), später aber zum Teil auch jährlich (auf ein „x-tes Jahr der Zählung“ folgte das „y-te Jahr der Zählung“). Da insgesamt aus Pepis Regierung nur Angaben für zwei oder drei Jahre nach der Zählung vorliegen, ergibt sich daher eine minimale belegte Regierungsdauer von 27 Jahren und eine maximale von 50 oder 51 Jahren.
Entsprechend groß sind auch die Schwankungen der Jahresangaben bei verschiedenen Forschern. Während ein großer Teil von einer langen Regierungszeit ausgeht (etwa Thomas Schneider von 55 Jahren, Jürgen von Beckerath von mindestens 40 Jahren  oder Jean Vercoutter von 44 Jahren) gibt es auch Befürworter einer deutlich kürzeren Regierungszeit. So nimmt etwa Erik Hornung 32 Jahre an und Wolfgang Helck und Hans Goedicke gehen von nur 20 eigenen Regierungsjahren und einer nachträglichen Usurpation der Regierungsjahre des Userkare aus.

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Pepi II.

230px-AnkhnesmeryreII-and-Son-PepiII-SideView_BrooklynMuseumStatue Pepis II. als Kind auf dem Schoß seiner Mutter Anchenespepi II.

Er war der fünfte König (Pharao) der altägyptischen 6. Dynastie im Alten Reich. Er regierte etwa innerhalb des Zeitraums von 2245 bis 2180 v. Chr. und kam bereits als Kind auf den Thron. Mit wahrscheinlich mehr als 60 Regierungsjahren war seine Herrschaft eine der längsten in der Geschichte des alten Ägypten.
In der Landesverwaltung ist unter Pepi II. eine Fortsetzung der bereits länger anhaltenden Dezentralisierung sowie ein Wachstum der Beamtenschaft festzustellen. In einem komplexen Zusammenspiel mit ungünstigen klimatischen Veränderungen scheint dieses Anwachsen der Beamtenschaft im fortgeschrittenen Verlauf seiner Regierung zu einer Ressourcenverknappung beigetragen zu haben, die schließlich unter seinen Nachfolgern zum Zusammenbruch des Alten Reiches führte. Durch Grabinschriften und archäologische Funde sind intensive Handelskontakte nach Byblos sowie nach Nubien und Punt überliefert. Die Kontakte nach Süden wurden allerdings durch Feindseligkeiten mit Beduinenstämmen und erstarkten nubischen Fürstentümern zunehmend erschwert. Wichtigstes Bauprojekt Pepis II. stellt seine Pyramidenanlage im Süden von Sakkara dar.

Pepi II. war der Sohn von Pharao Pepi I. und dessen Gemahlin Anchenespepi II. (auch Anchenesmerire II. genannt). Seine Halbbrüder waren sein Amtsvorgänger Merenre und die beiden Prinzen Tetianch und Hornetjerichet. Als Ehefrauen sind seine Halbschwestern Neith und Iput II., seine Nichte Anchenespepi III. sowie zwei weitere Frauen namens Anchenespepi IV. und Wedjebten bekannt. Aus der Ehe mit Neith ging Pepis Thronfolger Nemtiemsaef II. (Antiemsaef II.) hervor, aus der Ehe mit Anchenespepi IV. der spätere König Neferkare Nebi. Bei Nebkauhor-Idu und Ptahschepses handelt es sich möglicherweise um weitere Söhne Pepis II. Abgesehen von Neferkare Nebi ist das familiäre Verhältnis zu den zahlreichen nur sehr kurz regierenden Königen der 8. Dynastie völlig unklar.

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Die Pyramide von Pepi II.

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Die Pepi-II.-Pyramide steht in Sakkara-Süd. Sie hat eine Basislänge von 78,75 m (150 Ellen) und war einst ca. 52,50 m (100 Ellen) hoch. Es handelt sich um die letzte große Pyramide des Alten Reiches.

Die aus Kalkstein errichtete Pyramide liegt in der Mitte eines Pyramidenbezirkes mit einer kleineren Nebenpyramide und einer Mauer, welche die ganze Anlage umgibt. Es gibt einen Pyramidentempel im Osten, einen ca. 400 m langen Aufweg und einen Taltempel. Neben der Pyramide des Herrschers Pepi II. finden sich drei Pyramiden von Königinnen.
Der Eingang zur Pyramide lag im Norden. Es gab drei mit Pyramidentexten dekorierte Kammern in der Mitte des Baues. Die Decken waren mit Sternen dekoriert. Hier stand auch ein Sarkophag aus Granit. Die eigentliche Pyramide war aus kleinen Kalksteinbrocken erbaut. Der Kern bestand aus fünf Stufen und wurde dann mit weißem, feinerem Kalkstein verkleidet.

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Córdoba 1978 oder das Wunder von Córdoba

Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Córdoba, in Argentinien besiegte Österreich den damals amtierenden Weltmeister Deutschland im letzten Spiel der Zwischenrunde, 2:3. Beide Mannschaften schieden aber dann doch aus.

Rummenigge erzielte in der 19. Minute den frühen Führungstreffer für Deutschland. Im zeitgleich stattfindenden Spiel in Buenos Aires stand es bis zur 75. Minute 1:1, während Deutschland bis zur 59. Minute mit 1:0 zwar in Führung lag, dennoch weit von dem für einen Gruppensieg notwendigen Kantersieg entfernt war. Binnen weniger Minuten fiel man durch ein Eigentor von Vogts sowie einen Treffer von Krankl jedoch mit 1:2 zurück. Hölzenbein konnte in der 68. Minute noch den 2:2-Gleichstand herstellen, ehe Arie Haan den niederländischen Siegtreffer zum 2:1 im Parallelspiel erzielte. Damit hätte die DFB-Elf den Einzug in das Spiel um Platz drei erreicht. Da das deutsche Team jedoch durch das 2:3 der Österreicher von Krankl in der 87. Minute sein Spiel verlor, verpasste es den zweiten Gruppenplatz und damit das „kleine Finale“ dann doch noch.
Gruppenbester und Finalist war somit die Mannschaft aus den Niederlanden, Zweiter und Teilnehmer am Spiel um den dritten Platz Italien. Deutschland wurde Dritter aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Österreich, schied aber ebenso aus wie der Gruppenletzte Österreich.

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Cordoba 1978 – Hans Krankl forever

 

Edi F. – Cordoba ’78

Die Haydn Brüder – Joseph Haydn

Joseph Haydn wurde als zweites von zwölf Kindern des Wagners und späteren Marktrichters Mathias Haydn und dessen Ehefrau Maria Haydn (geb. Koller) im Dorf Rohrau, Obere Hauptstraße 25, im Erzherzogtum Österreich, dem heutigen Niederösterreich, am 31. März oder 1. April 1732 geboren. Zwar konnten beide Eltern keine Musiknoten lesen, aber nach Haydns Erinnerungen wurde in seiner Familie und mit den Nachbarn häufig gesungen. Seine musikalische Begabung wurde entdeckt, als er ein kleines Kind war.
Im Alter von sechs Jahren wurde Haydn 1738 zu Verwandten in das nahe Hainburg an der Donau geschickt. Im Jahr 1740 wurde er von Georg von Reutter, dem musikalischen Direktor des Stephansdoms in Wien, bemerkt, als dieser durch die Provinzen reiste, um talentierte Chorknaben zu finden. Reutter nahm Haydn mit nach Wien, wo er neun Jahre als Chorsänger lebte, davon die letzten vier in Gesellschaft seines jüngeren Bruders Michael. Die falsche Behauptung, Haydn habe 1741 beim Begräbnis Antonio Vivaldis gesungen, wurde 1978 von Alan Kendall in die Welt gesetzt, der die beim Kondukt als anwesend verzeichneten „6 Kuttenbuben“ im Bahrleiherbuch der Wiener Dompfarrei irrig als „Choirboys“ bezeichnete. Diese „Kuttenbuben“ (Ministranten) falteten nur die Hände und gaben keinen Ton von sich. Da Vivaldi nur ein „Kleingleuth“ erhielt und keine Musik bezahlt worden war, erklang bei seiner Einsegnung keine Musik und Haydn hatte mit Vivaldis Einsegnung nichts zu tun.
In der Domkapelle erhielt Haydn Gesangs-, Klavier- und Violinunterricht. Reutter korrigierte Haydns erste Kompositionen, gab ihm aber keinen geregelten Kompositionsunterricht. Dennoch lernte Haydn viel – großenteils im Selbstunterricht und wohl allein schon dadurch, dass er in jungen Jahren als professioneller Musiker an einem für die Musik wichtigen Ort war. Ob er bereits in dieser Zeit oder erst in späteren Jahren Johann Matthesons Der vollkommene Capellmeister und die Kompositionslehre Gradus ad Parnassum von Johann Joseph Fux durchstudierte, ist nach den Quellen nicht eindeutig zu entscheiden. Beide Werke nannte der erwachsene Komponist als grundlegend für seine Entwicklung.

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Joseph Haydn – Die Schöpfung

Die Haydn Brüder – Michael Haydn

220px-Michaelhaydn1 Johann Michael Haydn

Er wurde am 14. September 1737 in Rohrau geboren.

Die Herrschaft Rohrau hielt Wallfahrten zur Rochus und Sebastian-Kirche im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg ab – 1746 wegen einer Viehseuche. Diese wurden von Matthias Haydn, Wagnermeister und Marktrichter von Rohrau organisiert. Er war Vater zweier später berühmter Söhne, Joseph und Johann Michael. Beide Knaben erhielten dabei erste musikalische Eindrücke bei der großen Kirchenmusik, für die die Prozession nach Kaisersteinbruch berühmt war.

Johann Michael Haydn war wie sein bekannterer Bruder Joseph Sängerknabe zu St. Stephan in Wien. Nachdem er die Chorschule verlassen hatte, wurde er 1757 erst Geiger und 1760 bischöflicher Kapellmeister in Nagyvárad (Großwardein, heute Oradea) beim Bischof Adam Patachich. Sein Hornkonzert erregte 1762 in Wien Aufsehen. Von Erzbischof Sigismund von Schrattenbach nach Salzburg gerufen, wurde er am 14. August 1763 zum Hofkomponisten (Hofmusicus und Concertmeister) in Salzburg ernannt. 1768 heiratete er die Hofsängerin Maria Magdalena Lipp, Tochter des Hoforganisten Franz Ignaz Lipp. Aus der als glücklich bezeichneten Ehe ging 1770 eine Tochter, Aloisia Josepha, hervor, die allerdings bereits nach einem Jahr starb.
Haydn wurde als Nachfolger Wolfgang Amadeus Mozarts 1782 als Organist an der Dreifaltigkeitskirche tätig und war zuletzt auch für die Dom Musik zuständig. In Salzburg wirkte Haydn bis zu seinem Tode insgesamt 43 Jahre lang. In dieser Zeit schrieb er 360 sakrale und weltliche Kompositionen, vor allem Instrumentalmusik. Er war ein Freund Mozarts, wobei die beiden Musiker einander sehr schätzten.
Michael Haydn wurde am 13. August 1806 in der Kommunalgruft im Petersfriedhof Salzburg beigesetzt. Anlässlich einer der regelmäßigen Gruft Leerungen beschaffte sich Haydns Witwe den Schädel ihres verstorbenen Mannes und stellte ihn neben ihrem Bett auf. Nach ihrem Tod wurde die Reliquie in einer Urne, die Teil des Haydn-Grabmals in der Stiftskirche ist, verwahrt. Heute befindet sich Michael Haydns Schädel im Safe des Stifts St. Peter.
Im Totenbuch des Friedhofs von St. Peter schrieb Prior P. Gabriel Hutter über Michael Haydn folgendes: „Sein Charakter war stille, behutsam, Bescheidenheit. Rausch und Spiele waren ferne von ihm, Mäßigkeit in Denken, Reden, und auch andere Musikwerk zu beurteilen, war, was ihn beliebt und schätzenswert machte.“

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Michaël Haydn – Adagio (1st Mvt) Concerto in D major (Maurice André)

Die Haydn Brüder – Johann Evangelist Haydn

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Johann Evangelist Haydn 23. Dezember 1743 in Eisenstadt geboren, er war Tenor und der jüngere Bruder von Joseph Haydn und Michael Haydn.

Er war das elfte Kind des Marktrichters und Stellmachers Michael Haydn. Laut Albert Christoph soll Haydn wie seine Brüder im Wiener Stephansdom Chorknabe gewesen sein. Nach anderen Quellen wurde er von seinem Vater zum Stellmacher ausgebildet. Laut Hughes soll Haydn unfähig gewesen sein, die Geschäfte seines Vaters weiter zu führen. Nach dem Tod seines Vaters 1763 erhielt dieser bereits vor der formellen Verteilung des Erbes eine Zuteilung, woraus sich schließen lässt, dass Haydn bereits damals in finanziellen Schwierigkeiten steckte.
1765 ging Haydn nach Eisenstadt, wo sein Bruder Joseph im Dienste der Familie Esterhazy als Kapellmeister fungierte. Er wurde als unbezahlter Tenor eingestellt, erst ab 1771 erhielt er ein kleines Gehalt.
Haydn war wohl kein besonders guter Sänger. Wahrscheinlich blieben seine Dienste auch deshalb nur auf Kirchenmusik beschränkt, statt auch Opernmusik, die Joseph in den 1770er Jahren leitete. Es ist möglich, dass es nur ein Gefallen Joseph gegenüber war, dass Johann bezahlt wurde.
1775 verlor Johann Evangelist kurzzeitig seine Stelle nach einer kleinen Auseinandersetzung mit dem Hofdirektor Peter Ludwig von Rahier, wurde aber durch Bitten seines Bruders wieder eingestellt. Nach fünfjähriger Arbeitslosigkeit wurde Haydn 1795 endgültig als Sänger eingestellt und blieb es bis zu seinem Tod 1805.

 

Das Grubenunglück von Lassing vor 20 Jahren

Vor 20 Jahren, am 17. Juli 1998, war das Grubenunglück von Lassing bei dem zehn Bergleute eines Rettungstrupps, die ausgerückt waren, um einen Verschütteten zu retten.

Am 17. Juli 1998 brach die Firste einer illegal abgebauten Sohle ein. Wasser drang ein und verursachte einen Schlammeinbruch. An der Oberfläche war dies daran erkennbar, dass ein Haus im Ortsteil Moos, unter dem sich das Bergwerk befand, langsam in der Pinge versank. Der Krater wurde immer tiefer und größer; insgesamt wurden 2 Häuser zerstört und 18 Häuser beschädigt. Nach dem Unglück wurden einige der Häuser in direkter Nachbarschaft abgetragen.
Der 24-jährige Bergmann Georg Hainzl wurde wahrscheinlich beim ersten Schlammeinbruch in einer Jausen Kammer verschüttet.
Der telefonische Kontakt zu Hainzl brach nach einiger Zeit ab. Ein Rettungstrupp aus neun Bergleuten und einem Geologen fuhr am selben Tag in den Berg ein. Als um 22 Uhr ein weiterer Schlammeinbruch die Grube implodieren ließ, begann der „Horror in Zeitlupe“. Der Kontakt zum Rettungstrupp brach ab; der Krater wuchs, Lichter gingen aus, Laternenmasten standen schief.
Bald hieß es, es gebe keine Rettung mehr für die elf Verschütteten. Spezialbohrer aus Deutschland wurden von der Werksleitung wieder abbestellt.
Zehn Tage später wurde Hainzl in erstaunlich gutem Gesundheitszustand gerettet („Wunder von Lassing“). Dies gelang der deutschen Bohrfirma H. Angers Söhne aus Hessisch Lichtenau, die bereits zuvor mit OMV zusammengearbeitet hatte und ein passendes Bohrgerät besaß, das (anders als die OMV-Ausrüstung) für große Durchmesser und eher flache Bohrtiefen geeignet war. In Kooperation mit OMV wurde die Bohrung mit 60 cm Durchmesser abgeteuft. Die von OMV eigens maßangefertigte Druckkammer wurde nicht benötigt, da in der Überlebenskammer von Georg Hainzl kein Überdruck bestand.
Die zehn Männer der Rettungsmannschaft blieben im Berg und wurden für tot erklärt. Im Jahr 2000 wurde die Suche nach ihren Leichen eingestellt.

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Christine Nöstlinger

Am 28. Juni 2018 starb die Jugendbuchautorin und Schriftstellerin Christine Nöstlinger, sie wurde mit dem Hans Christian Andersen Preis und dem Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis ausgezeichnet für ihr Werk ausgezeichnet.

Christine Nöstlinger bezeichnete sich als „wildes und wütendes Kind“, relativierte das aber in ihren Erinnerungen: „Ich war schon viel ‚frecher‘ als andere in meinem Alter und protestierte heftig, wenn mir etwas nicht gefiel, und das hatte einen einfachen Grund: Wir [ich und meine ältere Schwester Elisabeth, Anm.] waren die einzigen Kinder weit und breit, die daheim keine Watschen und keine Strafen bekamen. Da kann man leicht wütend und wild werden.“
Sie stammte aus einer Arbeiterfamilie; der Vater Walter Göth († 1975) war Uhrmacher, die Mutter Michaela, geb. Draxler, Erzieherin im Kindergarten. Beide hatten als Sozialisten unter dem Nationalsozialismus zu leiden. Ihre Mutter ließ sich unter Schwierigkeiten krankheitsbedingt frühpensionieren, um die jungen Kinder nicht mit nationalsozialistischem Lied- und Gedankengut indoktrinieren zu müssen. Das Verhältnis von Nöstlinger zu ihrer Mutter war schwierig, hingegen war der Vater ihr „Ein und Alles“. Über ihn sagte sie: „Die Liebe meines Vaters ist in allem, was ich tue, gegenwärtig.“
Sie legte die Matura ab und wollte Malerin werden, studierte dann aber Gebrauchsgrafik an der Akademie für angewandte Kunst. Nach der ersten Ehe, die 1957 geschieden wurde, heiratete sie 1959 den Journalisten Ernst Nöstlinger († 2009).
Die Schriftstellerin bekam zwei Töchter (* 1959 und * 1961), wobei die ältere aus erster Ehe stammt, aber erst nach der erneuten Heirat geboren wurde.
Seit 1970 veröffentlichte sie eine Vielzahl von Büchern. Im Brotberuf arbeitete sie allerdings jahrelang tagtäglich für eine Tageszeitung, schrieb Drehbücher für den ORF und moderierte eigene Sendungen im ORF-Hörfunk.
Im Mai 2015 hielt sie bei der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen im historischen Sitzungssaal des österreichischen Parlaments eine vielbeachtete Rede über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Zuletzt lebte Christine Nöstlinger abwechselnd in Wien Brigittenau (20. Bezirk) und auf einem Bauernhof in Altmelon im niederösterreichischen Waldviertel. Sie schrieb vor allem Kinder- und Jugendbücher, war aber auch für Fernsehen, Radio und Zeitschriften tätig. 2010 wurde bei Christine Nöstlinger Gebärmutterkrebs festgestellt. Zuvor hatte sie eine Brustkrebserkrankung überstanden. Letztlich starb die langjährige Raucherin an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.

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Gedenkrede von Christine Nöstlinger zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen

 

 

 

FK Austria Wien

Auch für Austria Wien Fans gibt es etwas über ihren Club.

Der Fußballklub Austria (lat. Österreich) Wien ist ein Fußballverein aus Wien. Der Klub spielt in der österreichischen Bundesliga. Die zweite Mannschaft des Vereins, Young Violets, spielt in der 2. Liga, der zweithöchsten Spielstufe Österreichs.
Bislang wurde die Austria 24-mal österreichischer Meister und 27-mal ÖFB-Cupsieger. Größte internationale Erfolge waren Siege im Mitropa Pokal 1933 und 1936, das Erreichen des Endspiels im Europacup der Cupsieger 1978 sowie das Halbfinale im Europacup der Landesmeister 1979 und im Europacup der Cupsieger 1983. Letzter internationaler Erfolg war die Qualifikation für die UEFA Champions League in der Saison 2013/14.
Die „Veilchen“, wie die Austria nach ihren Vereinsfarben genannt wird, wurden am 29. Oktober 1910 von ehemaligen Spielern des Vienna Cricket and Football-Club als Wiener Amateur-Sportverein (WAS) gegründet und firmieren in vielen jene Zeit betreffenden Listen als Amateure. Am 16. November 1910 erfolgte die Aufnahme in den ÖFV. Seit Gründung der österreichischen Fußballmeisterschaft am 5. Juli 1911 ist die Austria ohne Unterbrechung in der höchsten Liga, was außer ihr nur der Lokalrivale SK Rapid Wien geschafft hat. Seinen heutigen Namen nahm der Verein am 18. November 1926 nach der Professionalisierung des Spielbetriebs an.
Ursprünglich aus dem Hietzinger Stadtteil Ober Sankt Veit stammend, verlor der Klub 1930 aus finanziellen Gründen sein Heimstadion. Nach mehreren wechselnden Heimstätten trägt die Wiener Austria ihre Heimspiele seit 1973 im Franz Horr-Stadion (seit 2010 „Generali Arena“) am Laaer Berg im Bezirk Favoriten aus.
Die Abkürzung FAK stammt aus der an das WAS-Emblem angelehnten Buchstabenanordnung im Austria-Emblem. Die Profifußballabteilung ist in die FK Austria Wien AG ausgegliedert, deren einziger Aktionär der Verein ist.

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zeit.geschichte: Austria Wien – Fußballgeschichte in Violett

SK Rapid Wien

Natürlich gibt es auch etwas für Fußballfans.

Ein Beitrag über den österreichischen Fußballclub SK Rapid.

Der Sportklub Rapid, kurz SCR (1899–1978 Sportclub „Rapid“ (SCR)), ist ein österreichischer Fußballklub, der in der Bundesliga spielt und im Allianz Stadion im Wiener Stadtteil Hütteldorf beheimatet ist. Der Verein trägt die Farben Grün und Weiß.
Der Sportklub Rapid wurde im Jahre 1897 als „1. Wiener Arbeiter Fußballklub“ ins Leben gerufen. Den Namen „Rapid“ übernahm der Klub bereits am 8. Jänner 1899, die ursprünglich blau-roten Farben wurden sechs Jahre später durch die heutigen ersetzt. Der Verein errang bisher 32 österreichische Meistertitel und ist damit Rekordmeister. Außerdem konnte er international mit dem Sieg im Mitropa Pokal 1930 und 1951 sowie mit dem zweimaligen Erreichen des Finales des Europapokals der Pokalsieger 1985 und 1996 bedeutende Erfolge feiern. 1938 und 1941, zur Zeit des Nationalsozialismus, wurde Rapid zudem Deutscher Pokalsieger bzw. Deutscher Fußballmeister. Seit der ersten österreichischen Meisterschaftssaison 1911/12 spielt der Verein immer erstklassig. Die Profifußballabteilung wurde zum 1. Juli 2016 in die SK Rapid GmbH ausgegliedert, deren einziger Gesellschafter der Verein ist.
Die Handballsektion konnte sich mit vier österreichischen Meisterschaften einen Namen machen.

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Rapid Startseite

Cissy Kraner – Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin

Jetzt ein Beitrag über Cissy Kraner für Kabarettkenner und Liebhaber.

Sie wurde am  13. Jänner 1918 in Wien als Gisela Kraner geboren.

Nach einem klassischen Gesangsstudium und einigen Engagements als Soubrette wandte sich die Wienerin bald dem Kabarett zu und trat auf verschiedenen Kleinkunstbühnen auf. 1938 ging sie mit einer Revuebühne auf Gastspiele nach Bogotá, wo sie Hugo Wiener kennenlernte. Sie begann mit ihm aufzutreten, und nach ihrer Hochzeit 1943 eröffneten sie in Caracas gemeinsam eine kleine gutgehende Exilanten-Bar, in der Kraner die Chansons ihres Mannes in fünf verschiedenen Sprachen vortrug. Sie wurde zwar zum Reichsarbeitsdienst beordert, blieb aber bei ihrem Mann, da er jüdischer Herkunft war.
Nach dem Krieg kamen die beiden 1948 nach Wien zurück, wo sofort Kraners Karriere im Ensemble des Kabarett Simpl begann, die bis 1965 dauerte. In dieser Zeit entstanden Hugo Wieners Chansons Der Novak lässt mich nicht verkommen, Ich wünsch‘ mir zum Geburtstag einen Vorderzahn oder Ich kann den Novotny nicht leiden, die durch ihren Vortrag legendär wurden. Von 1950 bis zum Frühjahr 1951 spielte sie am „Lachenden Kabarett“ in der Melodies Bar (Annagasse 3, St. Annahof) neben Hugo Wiener und Maxi Böhm. 1985 holte sie der Wiener Regisseur und Choreograf Bernd Roger Bienert an die Wiener Staatsoper, um mit Cissy Kraner in der Hauptrolle die Uraufführung eines Musiktheaterwerkes des österreichischen Komponisten Gottfried von Einem unter dem lautmalerischen Titel „Rads Datz“ zu kreieren. Das Stück wurde an der Wiener Staatsoper zum solitären Vorreiter der heutigen performativen Tendenzen an den Theatern, versagte Bienert doch dem Tanz seine Gefolgschaft und konzentrierte sich auf die Umsetzung der Texte von Lotte Ingrisch in der Interpretation durch Kraner. Die Premiere geriet zu einem „succès de scandale“, da man unter anderem nicht die damals beinahe siebzigjährige Diseuse Cissy Kraner als „tanzende“ Solistin in einem Ballett auf der Bühne der Wiener Staatsoper erwartet hatte. Der Auftritt Kraners an der Wiener Staatsoper gilt als Beweis für ihren Mut, sich auch für unangepasst Neues und Nichtalltägliches einzusetzen.
Hugo Wiener starb 1993, seither wurde Cissy Kraner bei ihren Chansons von Herbert Prikopa begleitet.
Cissy Kraner ist am 1. Februar 2012 im Künstlerheim Baden verstorben. Am 15. Februar wurde sie am Wiener Zentralfriedhof im Ehrengrab von Hugo Wiener beigesetzt. Im Jahr 2013 wurde der Cissy-Kraner-Platz im 4. Bezirk Wieden nach ihr benannt; dieser befindet sich in der Nähe des nach ihrem Mann benannten Hugo-Wiener-Platzes.

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Cissy Kraner – der Novak lässt mich nicht verkommen

 

Pension Schöller mit Max Böhm – Ich bin eine Dirne