Rungholt – nordfriesischen Küstenlandschaft

Lange Zeit gab es keinen materiellen Beleg aus der Zeit des Ortes vor 1362, der die Existenz Rungholts belegen konnte. Zeitgenössische Berichte existieren nicht mehr. Zwar hatten Chronisten des 17. Jahrhunderts wie Matthias Boetius und Anton Heimreich Sagen von einer im 14. Jahrhundert untergegangenen Stadt wiedergegeben und von Funden im Watt berichtet, doch erst zwischen 1921 und 1938 spülten die Gezeiten im Watt nördlich von Südfall wieder Überreste von Warften, Bauten und Zisternen frei. Die Funde wurden systematisch erfasst und erforscht und konnten Angaben auf alten Karten bestätigen. Besonders bedeutsam ist dabei die Karte von Johannes Mejer von 1636, die selbst auf einer Karte von 1240 basieren soll. Weitere Indizien sind ein Testament von 1345 mit der Erwähnung des Namens Rungholt und eine Handelsvereinbarung mit Hamburger Kaufleuten vom 1. Mai 1361. Das Datum liegt acht Monate vor der Marcellusflut und bestätigt, dass der Ort zum Zeitpunkt der Flutkatastrophe noch bestand. Die Handelsvereinbarung und Funde von rheinischen Krügen erhärten die Vermutung, dass Rungholt der Haupthafen der Edomsharde war.
Der Rungholt-Forscher Andreas Busch nahm aufgrund der Anzahl und der Verteilung von Brunnenresten eine Schätzung der Einwohneranzahl vor. Dadurch schloss er auf eine Bevölkerung von mindestens 1500 bis 2000 Einwohnern. Das ist für eine Ortschaft des 14. Jahrhunderts in dieser Gegend eine bemerkenswert große Zahl. Kiel beispielsweise hatte zu dieser Zeit genauso viele Einwohner, in Hamburg lag die Einwohnerzahl bei etwa 5000.

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Atlantis der Nordsee – Das sagenumwobene Rungholt

 

Andreas Busch – Historiker

Andreas Busch war ein Sohn des Bauern, Müllers und Bäckers Friedrich Andreas Busch er wurde am 30. Juni 1850 in Epenwöhrden geboren.

Die Vorfahren väterlicherseits waren ein in Dithmarschen alteingesessenes Geschlecht von Bauern und Müllern. Seine Mutter Anna Catharina, geborene Michelsen war eine Tochter des Nordstrander Hofbesitzers Bahne Thomas Michelsen und Sophie Dorothea, geborene Erichsen. Es handelte sich um eine alteingesessene Familie von Bauern.
Busch ging von 1890 bis 1899 auf die Nordstrander Volksschule, die anfangs einklassig, danach zweiklassig geführt wurde. Bereits während dieser Zeit erstellte er gerne Landkarten. Seine mangelnde Schulbildung verwehrte ihm jedoch, den Berufswunsch des Landmessers auszuüben. Stattdessen arbeitete er als Landwirt.
1921 entstand in der Nähe von Buschs Hof die Lithschleuse. Dabei traten überraschend Reste einer Kirche des ehemaligen Dorf Lith zutage, die bei der Burchardiflut 1634 abgegangen war. Busch arbeitete mit daran, diese Spuren zu analysieren. Im selben Jahr nahm er Forschungen zur Region um Rungholt auf. Das Gebiet war seit der Zweiten Marcellusflut 1362 mit Schlick bedeckt. Busch untersuchte nun systematisch die durch die Gezeiten zunehmend sichtbar werdenden Kulturspuren. Damit konnte er nachweisen, dass Rungholt als Handelsort und Hafen existiert hatte. Um seine Erkenntnisse korrekt dokumentierten zu können, beschäftigte er sich auch mit geologischen, wetterkundlichen, hydrographischen Fragestellungen. Darüber hinaus befasste er sich mit Statistiken über Sturmfluten, historischer Kartographie und Planung und Ausführungen von Deichen und Sielen.
Busch hatte das Problem, dass die von ihm auf der von Gräfin Diana von Reventlow-Criminil bewohnten Hallig Südfall entdeckten Kulturspuren aus der Zeit des Mittelalters deutlich tiefer lagen als neuzeitliche Anlagen. Daher bemühte er sich anfangs, die Einflüsse und Zusammenhänge zwischen natürlichen und zivilisatorischen Vorgängen aus Literatur über die Theorie der sogenannten Küstensenkung zu erarbeiten. Friedrich Müller hatte erkannt, dass diese Theorie wissenschaftlich nicht zu halten sei und stattdessen andere Gründe vorliegen müssten, bspw., dass der Meeresspiegel grundsätzlich ansteige.
Busch griff Müllers Anregungen bezüglich des steigenden Meeresspiegels auf und studierte aktuellere Literatur. Er erweiterte eigene Messwerte und sprach mit Experten über seine Überlegungen. Es handelte sich um grundlegende Ansätze mit für das angewandte Wasserwesen der Küstenlandschaft weitreichenden Konsequenzen. Busch hielt seine Erkenntnis schriftlich fest, publizierte sie jedoch zu Lebzeiten nicht. Dieser Aufsatz wurde dem Nachlass entnommen und 1977 unter dem Titel Zur Kritik in der Niveauverschiebungsfrage veröffentlicht.
Busch beschäftigte sich darüber hinaus mit der Land- und Wasserwirtschaft, Heimatkunde und genealogischen Themen. Er berichtete hierüber in vielen kleineren Beiträgen, die oftmals grundlegend waren oder andere Wissenschaftler dazu anregten, sich weiter mit den Themen zu beschäftigen. Bei der Würdigung seines Schaffens ist zu berücksichtigen, dass seine Schulbildung gering war. 1963 erhielt er die Universitätsmedaille der Universität Kiel.
Busch war verheiratet mit Anna Süsseline Erichsen. Ihr Vater Boy Friedrich Heinrich Erichsen (1853–1940) besaß einen Hof und war verheiratet mit Engel Hedwig, geborene Jacobsen (1864–1923). Das Ehepaar Busch hatte fünf Töchter und zwei Söhne.

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Schloss Hellbrunn

In der Stadt Salzburg befindet sich das Jagdschloss Hellbrunn, es wurde im 17. Jahrhundert mit seinen bekannten Wasserspielen im gleichnamigen Landschaftsraum bzw. südlich des Stadtteiles Morzg. angelegt. Gesäumt wird das Schloss von weitläufigen landschaftsarchitektonisch geplanten Parks. Ein Teil des historischen Schlossparkes wird heute vom Salzburger Zoo genutzt. Die Gesamtanlage samt Gartenbaudenkmalen steht unter Denkmalschutz.

Markus Sittikus von Hohenems wurde 1612 zum Salzburger Fürsterzbischof gewählt. Von 1613 bis 1615 erbaute er vor den Toren der Stadt Salzburg unter Einbeziehung eines spätgotischen Adelssitzes eine villa suburbana nach italienischem Vorbild. Architekt war Santino Solari, der auch mit dem Neubau des Salzburger Doms beauftragt worden war. Der Festsaal ist an den Wänden und an der gewölbten Decke mit allegorischen Darstellungen zur Gänze (vermutlich von Arsenio Mascagni) reich bemalt. Bemerkenswert sind weiter das Oktogon, Fischzimmer, Vogelzimmer und Eckzimmer. Um den geschlossenen Ehrenhof herum sind symmetrisch Nebengebäude angeordnet. Das Schloss bildet gemeinsam mit dem Zufahrtsweg von Osten, d. h. dem Ostportal und dem Fürstenweg (heute die Alpenstraße querend) eine weit in die Landschaft ausgreifende Schlossachse.

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[Doku HD] Hellbrunn – Lustschloss, Wasserspiele, Wundergarten

Leonard Bernstein – amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist

Leonard „Lenny“ Bernstein wurde als Louis Bernstein am 25. August 1918 in Lawrence, Massachusetts geboren. Er entstammte einer jüdischen Einwandererfamilie aus Riwne (Równo) in der heutigen Ukraine. Im Alter von 16 Jahren änderte er seinen Vornamen in Leonard, der bis dahin sein Rufname gewesen war.

Leonard Bernstein studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition. Bereits 1943 wurde er Assistant Conductor (2. Dirigent) des New York Philharmonic Orchestra unter Artur Rodziński, der ihn in Tanglewood als Assistenten von Serge Koussevitzky erlebt hatte. In eben diesem Jahr konnte Bernstein seine Begabung unter Beweis stellen, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einspringen musste. Die eindrucksvolle Aufführung von Schumanns Manfred-Ouvertüre und Strauss’ Don Quixote, welche über den Rundfunk landesweit übertragen wurde, verhalf ihm zum Durchbruch und war so Beginn einer beispiellosen Karriere.
Leonard Bernsteins dirigierte sein erstes Konzert in Deutschland bereits im Jahr 1948. Viele amerikanische Künstler und Musiker wie Artur Rubinstein oder Isaac Stern boykottierten seit 1939 jegliche Auftritte in Deutschland. Leonard Bernstein allerdings hat im Alter von 29 Jahren, auf Einladung von Generalmusikdirektor Georg Solti, als erster amerikanischer Dirigent nach dem Zweiten Weltkrieg das Bayerische Staatsorchester im Prinzregententheater in München geleitet. Er leitete eine Sinfonie von Roy Harris, eine C-Dur Sinfonie von Schubert, sowie das Klavierkonzert von Maurice Ravel. Bereits nach kurzer Zeit hatte er das Orchester, welches ihm Anfangs durchaus kritisch gegenüberstand, von sich überzeugt, und Bernstein schrieb anschließend an das Konzert einen Brief an Helen Coates und beschrieb dieses als „vollen Erfolg“. Einen Tag später, am 10. Mai 1948 spielte der jüdisch-amerikanische Dirigent mit 20 Holocaust-Überlebenden in den Konzentrationslagern Feldafing und Landsberg. Leonard Bernstein beschrieb dieses Ereignis mit den Worten: „Mein Herz hat geweint. Es war schön, durch Musik sich den Menschen zu nähern, die vorher nur Hass empfunden hatten.“
Bernstein war hoch angesehen als Dirigent zahlreicher Konzerte weltbekannter Orchester, vor allem als (erster US-amerikanischer) Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra (1958–1969) und als regelmäßiger Gastdirigent der Wiener Philharmoniker sowie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bis zu seinem Tod 1990. Sein Repertoire umfasste klassische wie avantgardistische Werke; vor allem das Werk Gustav Mahlers fand seine Beachtung und Bewunderung.

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West Side Story – Maria (Carreras)

 

Bernstein : Symphonic Dances from West Side Story

Hans Dujmic

Er wurde am 30. Dezember 1956 in Wien als Davor Ljubomir Johannes Dujmic geboren.

Seine Mutter Margit studierte Operngesang in Wien. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft konnte sie jedoch ihren Beruf nicht ausüben. 1943 lernte sie in Pressburg den Journalisten Adolf Dujmic kennen, Sohn eines Eisenbahners aus dem bosnischen Konjic. Ein Jahr später heirateten sie, und die Tochter Drina kam zur Welt; zwölf Jahre später, kurz nach Emigration während des Ungarnaufstandes, wurde Davor in Wien-Simmering geboren.
Seine Kindheit war geprägt von häufigen Umzügen der Familie. Im Alter von zwölf begann er Gitarre zu spielen. Mit 14 brach er die Schule ab und besuchte die Musikakademie, wo er bereits nach einem Jahr ein Begabtenstipendium für die klassische Gitarre erhielt. Mit 17 gründete er die erste Band, es folgte sein erster Auftritt in der Sendung Ohne Maulkorb. Einen Plattenvertrag in München lehnte er jedoch ab, da für ihn wegen seiner persönlichen Umstände kein Umzug in Frage kam.
1973 sprach er bei einem Konzert Wolfgang Ambros an, der ihn spontan auf die Bühne holte.

1977 nahm er eine Stelle als Gitarrenlehrer an und heiratete die sieben Jahre ältere Olga Katharina, diese Beziehung zerbrach jedoch nach vier Jahren. Es folgten Depressionen und Gelegenheitsjobs, bis er 1979 heroinsüchtig wurde. 1980 machte er im Wiener AKH einen Entzug und ging anschließend für drei Monate zu Bekannten nach Israel. Am Tag seiner Rückkehr lernte er die alleinerziehende Englischlehrerin Brigitta Bauer kennen. Diese Beziehung verlief sehr turbulent, wiederholt trennte sich das Paar, um dann 1986 doch zu heiraten. Dujmic widmete ihr einige seiner Lieder.
1980 gründete er die Band Chaos de Luxe, es folgte das Angebot, eine Single aufzunehmen. Dieses Projekt In Frieden leb’n war jedoch kein kommerzieller Erfolg. 1981 ging er als Gitarrist mit Peter Cornelius auf Tournee. Mit Wolfgang Ambros als Produzenten nahm er sein erstes Album auf, Hansi Dujmic. Seinen Durchbruch als Sänger und Schauspieler schaffte er schließlich ab 12. September 1985 am Wiener Schauspielhaus (Theater im Kopf) mit dem Musical Elvis, bei dem Michael Schottenberg Regie führte und Julia Stemberger die Rolle der Priscilla spielte. Kurz danach nahm er mit Schottenbergs Ehefrau Maria Bill das Duett Zu müde auf.

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Dew Mitch (Hansi Dujmic) Dont Say No

 

Hansi Dujmic – Nur Amore

 

 

Der Prager Frühling – das Ende der Freiheit

Mit der Ablösung von dem damalige Parteichef der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPC) Novotny durch den Reformpolitiker Alexander Dubcek begann der Prager Frühling am 5. Jänner 1968. Die neue Führung machte sich für umfassende politische Veränderungen stark. Unter dem Stichwort Sozialismus mit menschlichem Antlitz setzte sich Dubcek vor allem für mehr Pressefreiheit, Aufhebung der Zensur, Demokratisierung, Versammlungsfreiheit, Abbau des Zentralismus und wirtschaftliche Reformen in seinem Land ein.

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Prager Frühling

Das Ende des Prager Frühlings im August 1968 (Dokumentarfilm, 2008)

Aretha Franklin – eine starke Frau

Sie wurde als Aretha Louise Franklin am 25. März 1942 in Memphis, Tennessee geboren.  Ihr Vater Clarence LaVaughn Franklin war ein bekannter Baptistenprediger. Aretha wuchs mit vier Geschwistern in der Industriemetropole Detroit (US-Bundesstaat Michigan) auf. Schon früh kam sie durch ihren Vater mit der Musik in Berührung. Sie sang mit ihren beiden Schwestern Carolyn und Erma im Chor der „New Bethel Baptist Church“ ihres Vaters. Bekannte Musiker und Sänger wie Mahalia Jackson, Sam Cooke, Clara Ward und die Ward Sisters erschienen zu den Gottesdiensten. Gesangs- und Klavierunterricht nahm Aretha bei James Cleveland.
1956 erschien ihre erste LP, ein Gospelalbum. Im Alter von 18 Jahren begann sie, neben Gospel auch Popmusik aufzunehmen. Bei Columbia Records wurde 1960 ihre erste Popschallplatte veröffentlicht. Die LP blieb zwar ohne Erfolg, eröffnete ihr aber eine neue Karriere als Clubsängerin. 1967 wechselte sie zu Atlantic Records und schaffte dort den Durchbruch gleich mit ihrer ersten Single. I Never Loved a Man (The Way I Love You), welches zusammen mit Do Right Woman, Do Right Man in Rick Halls FAME Studios in Muscle Shoals (Alabama) aufgenommen worden war, verkaufte sich über eine Million Mal.
Mit dem Lied Respect wurde Aretha Franklin Ende der 1960er Jahre zu einer der Ikonen der schwarzen Musik in den USA. Der Song wurde in ihrer Interpretation zu einer Hymne der afroamerikanischen US-Bevölkerung; Die Zeit bezeichnete den Song als „Manifest des schwarzen Befreiungskampfes“. Er gilt nicht nur als einer der bedeutendsten Soul-Klassiker, sondern auch als eine der Hymnen der Frauenbewegung.

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Aretha Franklin – Respect [1967] (Original Version)

 

Aretha Franklin – I Say A Little Prayer: her very best performance!

 

Nelson Mandela – erster schwarzer Präsident von Südafrika

Mandela wurde am 18. Juli 1918 im Dorf Mvezo am Ufer des Mbashe-Flusses in der Nähe von Umtata, der Hauptstadt der Transkei, geboren. Sein Vater, Gadla Henry Mandela, gab ihm den Namen Rolihlahla, was wörtlich „Am Ast eines Baumes ziehen“ bedeutet – gemeint ist damit ein „Unruhestifter“. Seine Mutter, Nosekeni Fanny, war Gadlas Drittfrau. Den britischen Namen Nelson erhielt Mandela erst an seinem ersten Schultag. Der junge Rolihlahla, der drei Schwestern und drei Brüder hatte, wurde durch seine Zugehörigkeit zum Königshaus der Thembu geprägt, die zum Volk der Xhosa gehören. Jedoch war er innerhalb der Thembu-Monarchie Angehöriger einer Nebenlinie, so dass sein Vater in erster Linie für die königliche Hofhaltung und die Beratung des Monarchen verantwortlich war, während die Hauptlinie traditionell den König stellte. Mandela hatte eine naturverbundene Kindheit in relativem Wohlstand.

Nach einem Streit mit der weißen Provinzregierung verlor sein Vater Amt und Vermögen. Daraufhin zog die Mutter mit ihrem Sohn zu Verwandten einige Täler weiter in das Dorf Qunu, unweit von Umtata. Der Junge wurde geformt durch „Sitte, Ritual und Tabu“ der Xhosa. Bereits mit ungefähr fünf Jahren hütete er die Tiere, sammelte Essbares, lernte Fische zu fangen und mit Stöcken zu kämpfen.
Während seine Mutter in Qunu Christin wurde, blieb sein Vater zeitlebens den religiösen Traditionen der Xhosa treu. Er ließ seinen Sohn allerdings methodistisch taufen, um ihm eine formale Bildung zu ermöglichen. Mandela blieb zeitlebens Mitglied dieser Kirche.

1925 schickte ihn sein Vater auf die kleine Methodistenschule von Qunu, die er mit einem insgesamt guten Zeugnis bewältigte. Als der Vater 1927 starb, war Mandela neun Jahre alt. Nach dem Tod seines Vaters wurde er als Waise vom Stammesoberhaupt der Tembu adoptiert und zum Wahlbezirksführer ernannt. Mit 16 wurde er traditionsgemäß mit einem Initiationsritual in die Reihe der Erwachsenen seines Volkes, der Xhosa, aufgenommen. Er erhielt dabei den Namen Dalibunga, deutsch etwa „Gründer des Rates“. Danach besuchte er das Clarkebury Boarding Institute in Engcobo, eine Internatsschule für Thembu, wo er sein Junior Certificate erhielt.

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Nelson Mandela – Ein Leben für die Freiheit [Dokumentation deutsch]

4711 – das Kölnisch Wasser – Wilhelm Mülhens

Er war ein Kölner Unternehmer und Begründer der Firma Mülhens, die mit dem Duft „4711“ weltbekannt wurde.

Geboren wurde er am  25. Juni 1762 in Troisdorf als Sohn des Burgverwalters auf Burg Wissem und späteren Troisdorfer Schöffen, Jacob Mülhens (1722–1806) und der Maria Anna Gertrud, geb. Volberg (1730–1816).

Unter seinen Geschwistern sind die älteren Brüder Franz Wolfgang (1751–1835), Kaufmann und Bankier in Köln, Heinrich (1758–1838), Bankier in Koblenz und Frankfurt am Main und Johann Theodor (1761–1837, verheiratet mit Margaretha Schaaffhausen), Bankier in Köln, Koblenz und Frankfurt bekannt.

Wilhelm Mülhens heiratete im Jahr 1792 Catharina Josephina Moers (1774–1841), Tochter des Notars und Kaiserlichen Rates Carl Joseph Moers und der Sibylla Catharina, geb. Wintgens. Das Ehepaar hatte sieben Kinder.

Über die drei ersten Lebensjahrzehnte von Mülhens sind keine Quellen erhalten. Vermutlich kam er kurz nach seiner Heirat nach Köln, wo seine Brüder sich bereits unter anderem als Transportunternehmer für die französische Armee betätigten. Nach der Firmenlegende hatte ein Kartäusermönch namens Franz Carl Maria Farina ihm am Tag seiner Heirat die Rezeptur zur Herstellung von Echt Kölnisch Wasser zum Geschenk gemacht.

Der Historiker Wilhelm Treue gab ferner in seiner Biographie zu Ferdinand Mülhens an, das dessen Großvater Wilhelm Mülhens sich bereits 1792 mit der Herstellung von Kölnisch Wasser befasste. Nach der Darstellung von Wilhelm Treue erwarb Wilhelm Mülhens im Jahr 1796 sowohl das Bürgerrecht in Köln, als auch das Haus in der Glockengasse, das im selben Jahr auf Grund der per Ratsbeschluss vom 8. April 1796 umgesetzten Nummerierung aller Kölner Häuser die Nummer “4711” erhalten haben soll. Nach einer Auswertung von Originär Quellen in jüngerer Zeit geht die Hausnummerierung indes auf einen Beschluss während des Siebenjährigen Krieges zurück, der letztlich aber erst unter dem Druck der herannahenden französischen Revolutionstruppen im Jahr 1794 in die Praxis umgesetzt wurde. Das westliche Eckhaus der Schwertnergasse führte später die Anschrift Glockengasse 12.

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4711 – das Kölnisch Wasser

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Einer Legende nach erhielt der Kaufmann Wilhelm Mülhens im Jahr 1792 die Rezeptur für ein „aqua mirabilis“ von Franz Maria Carl Gereon Farina, einem Kartäusermönch, zur Hochzeit geschenkt. Gesichert ist jedoch nur, dass Wilhelm Mülhens seit 1797 in der Kölner Glockengasse ansässig war und seit 1799 „Kölnisch Wasser“ vertrieb.

Das Haus in der Glockengasse erhielt zur Zeit der französischen Besatzung die Konskriptionsnummer „4711“ als Hausnummer zugeteilt (siehe entsprechender, die in den 1830er Jahren zur Marke der Firma wurde. Zunächst wurde das „aqua mirabilis“ nicht als Parfüm, sondern als innerlich anzuwendendes Heilmittel vertrieben. 1810 erließ Napoleon Bonaparte allerdings ein Dekret, das die Offenlegung aller Geheimrezepturen für innerlich anzuwendende Mittel forderte.

Um der Veröffentlichungspflicht zu entgehen, gab Wilhelm Mülhens sein Kölnisch Wasser ab da an als „äußerlich anwendbares Mittel“ aus, wodurch es zum ersten Mal als Duftwasser, wie man es heute kennt, vermarktet wurde. Auch die heutigen Hersteller betrachten es nicht nur als Duft, sondern auch als „Aroma-Therapeutikum“, das eingeatmet werden soll, „damit die ätherischen Öle auch wirken können.“
Peter Joseph Mülhens, ein Sohn des Gründers, war ab 1825 an der Seite des Vaters und später alleiniger Geschäftsführer. Zwischen 1820 und 1840 wurde das Netz der nationalen und internationalen Vertretungen ausgebaut und der Vertrieb von Eau de Cologne bis nach Indien und Indonesien erweitert. 1854 begann Mülhens den Neubau des Geschäftshauses in der Glockengasse.

Die ikonische Form des Flakons des Kölnisch Wassers stammt aus den 1820er Jahren. Es handelt sich um eine nach ihrem Erfinder benannte Molanus-Flasche. Ihre eckige Form erleichterte Lagerung und Transport und das Aufbringen von Etiketten. Mülhens griff diese neue Erfindung auf, brachte aber zwischen Flaschenschulter und Kappe einen Kropf an, der die Ausdehnung des alkoholhaltigen Inhalts bei Wärme ermöglicht. In dieser Flasche wird 4711 bis heute angeboten.

Das bekannte Etikett wurde unter Peter Joseph Mülhens etabliert. Es zeigt auf der einen Seite den Kölner Dom, auf der anderen Seite das Bonner Münster, darüber ein gotisches Band mit der Aufschrift „Dieu et mon droit“. Durch die Kirchendarstellungen und die Inschrift rückte Mülhens sein Kölnisch Wasser in die Nähe des Weihwassers. Peter Joseph Mülhens etablierte zudem Blau-Gold als Hausfarben und erweiterte die Produktpalette um weitere Düfte, Hautcremes, Seifen und Puder.

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4711 Echt Kölnisch Wasser – Kultige original Werbeanzeige

Hiroshima – Nagasaki

Das waren die ersten Atombombenabwürfe von der amerikanischen Luftwaffe auf zivile Städte im Pazifikkrieg. 

Die Angriffe waren am 6. und 9. August 1945, sie veränderten das Leben von 70.000 bis 80.000 Menschen, sie waren sofort tot, weil sie sich im innersten Stadtkern aufhielten,  Insgesamt starben bei dem Abwurf samt den Spätfolgen bis 1946 unterschiedlichen Schätzungen zufolge 90.000 bis 166.000 Menschen.

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Epizentrum in Hiroshima vor …                                   und unmittelbar nach der Explosion der Atombombe (Modelle im Atombombenmuseum von Hiroshima). Am oberen Bildrand in der Mitte die T-förmige Aioi-Brücke

Sechs Tage danach gab Kaiser Hirohito mit der Rede vom 15. August die Beendigung des „Großostasiatischen Krieges“ bekannt. Mit der Kapitulation Japans endete am 2. September der Zweite Weltkrieg auch in Asien, nachdem er in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits seit dem 8. Mai 1945 beendet war.
Den Befehl zum Einsatz der neuen Waffe gab US-Präsident Harry S. Truman, Nachfolger des am 12. April 1945 verstorbenen Franklin D. Roosevelt, im Haus Erlenkamp in Potsdam, wo die amerikanische Delegation während der Potsdamer Konferenz Quartier bezogen hatte. Truman, früher Roosevelts Vizepräsident, hatte bis zum Amtsantritt keine Kenntnis vom „Manhattan-Projekt“, der Entwicklung der Atombombe. Das Motiv für den Einsatz der Bomben war, Japan möglichst schnell zur Kapitulation zu bewegen und so den Krieg zu beenden. Einerseits befürchtete Truman, dass die Sowjetunion Forderungen auf japanisches Gebiet stellen würde, andererseits, dass die geplante amerikanische Landung auf den japanischen Hauptinseln viele Opfer unter den US-Soldaten fordern würde. Zum damaligen Zeitpunkt waren noch große Gebiete Asiens von Japan besetzt. Trumans Entscheidung wird noch immer stark und emotional diskutiert.

Das Gedenken an die Opfer spielt in Japan eine große Rolle in der nationalen Kultur und im nationalen Selbstverständnis. Weltweit wurden Hiroshima und Nagasaki zu Symbolen für die Schrecken des Krieges und vor allem eines möglichen Atomkrieges zu Zeiten des Kalten Krieges.

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Hiroshima – Der Tag danach Doku

 

Der Bikini

Passend zu den derzeitigen Temperaturen gibt’s einen Beitrag über den Bikini. Mit diesem Artikel sollen auch einige Fragen beantwortet werden. Wie zum Beispiel: Seit wann gibt es den Bikini? Warum heißt der Bikini Bikini?

Seit wann gibt es den Bikini?

Es gab diese zweiteilige Badebekleidung für Frauen schon im Altertum. Dem heutigen Bikini ähnliche Zweiteiler wurden schon in der Antike getragen. Dies belegen antike Wandmalereien und ein antikes Mosaik aus dem vierten Jahrhundert nach Christus in der Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina in Sizilien. Neun von ursprünglich zehn dargestellten römischen Sportlerinnen trugen Bikinis.
Attische Schalen von 440 v. Chr. sowie Mosaiken aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. dokumentieren die frühe Existenz der Zweiteiler. Junge Frauen tragen lediglich Höschen und Brustbänder, die dem heutigen Bikini ähneln. Ob es sich bei dieser Bekleidung um Unterwäsche, Sport- oder Bademode handelt, bleibt ungeklärt.

Der Freiburger Valentin Lehr kreierte um 1900 zweiteilige Bademode, die Brust und Scham bedecken. Sie wurden ausschließlich von Anhängern der Freikörperkultur getragen. Um 1920 wurden Damenbadeanzüge aus Jersey-, Trikot- und Seidenstoffen hergestellt. Frauen, die in der Öffentlichkeit zu viel nackte Haut zeigten, wurden am Strand verhaftet. Der Trend wandelte sich in den 1930er Jahren von der „vornehmen Blässe“ zur „gesunden“ Bräune. In Deutschland wurde der US-amerikanische Zweiteiler „Palm-Beach-Combination“ zunehmend populär. Das Unterteil war ein kurzer Rock oder eine miederartige Hose, das Oberteil ähnelte einem BH. 1932 wurde der Zwickel Erlass vom Preußischen Reichskommissar und dem Innenminister Franz Bracht verhängt. Er untersagte das Tragen eines Zweiteilers in der Öffentlichkeit. Die Nationalsozialisten verschärften die Normen der Badekleidung. Ausschließlich Einteiler mit Beinansatz waren erlaubt. Trotzdem trug u. a. Eva Braun Zweiteiler.

Jetzt noch zur zweiten Frage: Warum der Bikini Bikini heißt?

Diese Frage kann einfach beantwortet werden. Seinen Namen erhielt er vom Bikini – Atoll.

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