La Bohème

Als Vorlage diente Henri Murgers berühmtestes Werk Scènes de la vie de bohème, entstanden 1847–1849, welches Puccini Anfang 1893 las. Er war sofort begeistert und beschrieb die Entstehung der Oper wie folgt:
„Die Geburtsstunde war an einem Regentag, als ich nichts zu tun hatte und mich daran machte, ein Buch zu lesen, das ich nicht kannte. Der Titel lautete ‚Scènes de la Vie de Bohème‘. Das Buch nahm mich mit einem Schlag gefangen. In jener Umgebung von Studenten und Künstlern fühlte ich mich sofort zu Hause. In dem Buch war alles, was ich suchte und liebe: die Frische, die Jugend, die Leidenschaft, die Fröhlichkeit, die schweigend vergossenen Tränen, die Liebe mit ihren Freuden und Leiden. Das ist Menschlichkeit, das ist Empfindung, das ist Herz. Und das ist vor allem Poesie, die göttliche Poesie. Sofort sagte ich mir: das ist der ideale Stoff für eine Oper.“
– Giacomo Puccini
Obwohl Puccini beschloss, eine Oper zu verfassen, lehnte er ein Angebot von Ruggero Leoncavallo ab, der ihm den Entwurf eines Librettos nach Murgers Vorlage zur Vertonung vorlegte. Das vorgelegte Libretto gefiel Puccini nicht, es war ihm zu „literarisch“. Nachdem Leoncavallo beschlossen hatte, die Oper trotzdem zu verfassen, standen beide im Wettbewerb, was ihre Freundschaft beendete.

Das Libretto verfassten Giuseppe Giacosa, der Literat, und Luigi Illica, der Praktiker, zusammen mit Giacomo Puccini nach dessen Wünschen. Die Idee zu einer Zusammenarbeit dieser drei, welche erstmals bei der Arbeit zu Manon Lescaut aufeinandertrafen, geht auf Giulio Ricordi, einen Freund Puccinis und Verleger der casa editrice Ricordi, zurück, der aufgrund seiner Kenntnisse ebenfalls gelegentlich Hilfe bot. In einem kurzen Vorwort haben die Librettisten darauf hingewiesen, dass sie die Charakterisierung der Figuren und den lokalen Hintergrund Murgers beibehalten und nur bei der dramatischen Gestaltung und den komischen Episoden frei gestaltet haben.

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Anna Netrebko – La Bohème (Quando me’n vo‘) de Puccini

 

Henri Murger

220px-Henry_Murger_in_1854  Henri Murger (1854)

Seine Jugend verbrachte Henri Murger unter den Buveurs d’eau („Wassertrinkern“), einer Gruppe von Bohémiens im Pariser Quartier Latin. In seinem berühmtesten Werk Scènes de la vie de bohème tauchen, häufig kaum verschleiert, seine realen Freunde auf, z. B. Charles Barbara. Dieses Buch – auf Deutsch teils auch unter dem Titel Zigeunerleben bekannt, etwa in der Übersetzung von Walter Heichen – bildete 1896 die Vorlage für die Oper La Bohème von Giacomo Puccini und, ein Jahr später, für die gleichnamige Oper von Ruggiero Leoncavallo.
Murger starb im Alter von nur 38 Jahren im damaligen Maison Dubois, dem heutigen Hôpital Fernand-Widal.

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Amazonen

Als Amazonen werden in griechischen Mythen und Sagen einige Völker bezeichnet, bei denen Frauen „männergleich“ in den Kampf zogen. Antike Autoren verorten Amazonen-Völker in verschiedene Regionen am Schwarzen Meer: im oder nördlich des Kaukasusgebiets, vor allem aber im nordanatolischen Teil des Pontosgebiets, in dem ihre Hauptstadt Themiskyra (am Thermodon) gelegen haben soll. Auch in Karien und Lykien sowie in Libyen sollen Amazonen gelebt haben. Es wird von Amazonenköniginnen und Stadtgründerinnen berichtet. Dabei werden Amazonen immer als Normal­sterbliche beschrieben; oft werden sie in Kämpfen besiegt, stellenweise werden ihre Grabstätten genannt.
Zahlreiche Werke der griechischen Kunst stellen bevorzugt auf Vasen ab ca. 550 v. Chr. Amazonen als wagemutige Kämpferinnen und Reiter­kriegerinnen dar. Im 4. Jahrhundert v. Chr. waren Darstellungen des „Amazonenkampfes“ (Amazonomachie) beliebt. Zwei Waffen sind den Darstellungen von Amazonen ab dem letzten Drittel des 5. Jahrhunderts v. Chr. eigentümlich: die Labrys, eine auch als Amazonenaxt bezeichnete Doppelaxt, sowie die Pelte, ein kleiner, halbmondförmiger Schild. Ihre typische Kleidung besteht aus einem kurzen Chiton, der oft die rechte Brust unbedeckt lässt.

Der Bedeutung des Namens ist bis heute noch ungeklärt. Antiker Autoren führten die griechische Bezeichnung „Amazone“ auf a-mazos  „brustlos“ zurück. Denn die Amazonen sollen ihren kleinen Töchtern die rechte Brust verstümmelt haben, damit diese später den Bogen ungehindert abschießen konnten. Allerdings wurden Amazonen in den griechischen Darstellungen gewöhnlich mit zwei Brüsten wiedergegeben und nach Philostrat wurden sie nur nicht an der Brust gesäugt.
Andere Erklärungen leiteten den Name von a-maza  „brotlos“ her. Hierzu passt die Bemerkung des Aischylos, der sie in seinen Schutzflehenden als kreoboros  „mit Fleisch gefüttert“ bezeichnet.
Ebenfalls wurde an eine Herleitung von Zone  „Gürtel“ von  „gürten“) gedacht. Ama-zone bedeutete demnach etwa „wohlgegürtet“ und hätte auf die Tracht der Amazonen angespielt, wie sie sich auch im Mythos vom Raub des Gürtels der Hippolyte durch Herakles niederschlug. Erwogen wurde auch eine Zusammensetzung aus hama und zosai  im Sinne von „zusammen lebend“.

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Die Amazonen – Auf der Spur antiker Kämpferinnen (Doku Hörspiel)

 

Penthesilea – die Tochter der Amazonenkönigin Otrere und des olympischen Kriegsgottes Ares

Nachdem Achilles den Helden Hektor, Sohn des Königs von Troja Priamos, getötet hat, kommt Penthesilea den vom griechischen Heer schwer bedrängten Trojanern mit ihren Kriegerinnen zu Hilfe. Zunächst bringen die Amazonen das Griechenheer stark in Bedrängnis. Als Achilles eingreift, wendet sich jedoch das Blatt. Schließlich wird Penthesilea von Achilles erschlagen. Als dieser der sterbenden Penthesilea den Helm vom Haupt löst, verliebt er sich in sie und bedauert seine Tat. Einige Gefährten verspotten ihn deswegen, woraufhin er einen von ihnen, Thersites, erschlägt. In unterschiedlichen Versionen des Mythos wird Penthesileas Leiche an die Trojaner zur Bestattung übergeben, von Diomedes in einen Fluss geworfen oder von den Trojanern geborgen.
Auch werden die Namen der zwölf Gefährtinnen Penthesileas während des Trojanischen Krieges genannt: Clonie, Polemusa, Derinoe, Evandre, Antandre, Bremusa, Hippothoe, Harmothoe, Alcibie, Derimacheia, Antibrote und Thermodosa.

Penthesilea von Heinrich von Kleist

Penthesilea ist ein Drama von Heinrich von Kleist aus dem Jahre 1808. In ihm thematisiert er den Konflikt zwischen einem stark fühlenden Individuum und einer gesellschaftlichen Ordnung, die dem natürlichen Empfinden desselben in unnatürlicher Weise entgegensteht.

Penthesilea!

Cimetière des chiens – der älteste Hundefriedhof

Der Cimetière des chiens (deutsch: Hundefriedhof) ist ein Tierfriedhof auf der Île des Ravageurs in Asnières-sur-Seine, Département Hauts-de-Seine, Frankreich, am nordwestlichen Ufer der Seine gegenüber von Paris.

Am 25. März 1899 erschien von dem Journalisten Georges Harnois unter dem Titel „L’Ami des Chiens“ („Der Freund der Hunde“) ein Artikel, in dem er seine Absicht offenbarte, in Paris einen Hundefriedhof zu errichten. Daraufhin gründeten er und die Journalisten-Kollegin und Frauenrechtlerin Marguerite Durand am 2. Mai 1899 die Société Française anonyme du Cimetière pour chiens et autres animaux domestiques („Französische Friedhofsgesellschaft für Hunde und andere Haustiere AG“). Am 15. Juni 1899 wurde das Gelände in Asniéres erworben und danach umgegraben. Nachdem der Betreiber versichert hatte, das neue Gesetz vom 21. Juni 1898 über die Beseitigung der Haustiere zu beachten, hatte der Präfekt keine Einwände mehr gegen den Friedhof, der schließlich zum Sommerende 1899 eröffnet wurde. Er gilt damit als der älteste Tierfriedhof der Welt. Hier sind neben Hunden auch Katzen, Kaninchen, Wellensittiche, aber auch ein Löwe und ein Pferd begraben.

Seit Eröffnung erfreute sich der Friedhof eines großen Zulaufs. Bis zum 20. Oktober 1900 wurden bereits 193 Bestattungen gezählt, 1988 gab es 55.000 Grabsteine. Inzwischen sind 100.000 Tiere begraben worden. Rin Tin Tin († 10. August 1932) ist hier begraben, sein Nachfolger in der gleichnamigen Fernsehserie (ab 15. Oktober 1954) liegt nicht in Asnières. Zu erwähnen ist auch das 1919 begrabene Maskottchen der franz. Infanterie, Hund Mémère. Ebenfalls hier bestattet sind der Haus Löwe der Mitbegründerin des Friedhofs Marguerite Durand und das Schoßtier von Camille Saint-Saëns, dem Komponisten des Karnevals der Tiere.

CIMETIERE DES CHIENS D’ASNIERES SUR SEINE

Silvester

Am 31. Dezember feiern wir Silvester, das ist auch der  Gedenktag des heiligen Papstes Silvester.

Schon die Römer feierten das Jahresendfest im Januar zu Beginn des Jahres 153 v. Chr., als der Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar verschoben wurde. Die Feuer-Feste am Jahresende haben alte germanische Wurzeln.
Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester (deutsch ‚Waldmensch‘, von lateinisch silva ‚Wald‘) geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals verlegte die Gregorianische Kalenderreform den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember, den Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335). Der Liturgische Kalender führt den Tag seit 813 auch als dessen Namenstag.
In einigen Gegenden Deutschlands heißt der Tag, quasi als Gegenstück zum folgenden Neujahrstag, auch Alt Jahr, Altjahrsabend oder das Alte Jahr, in Österreich ebenso wie in Kroatien auch Altjahrstag, in Kroatien ebenso wie in Slowenien als Ausnahme auch Silvestrovo ‚Tag des Silvester‘.
Auch im Niederländischen heißt es zumeist Oudejaarsavond, und nur alternativ auch Silvester. Auf Spanisch: Nochevieja wörtlich: alte Nacht und auf Dänisch, Schwedisch, Portugiesisch spricht man wie im Englischen vom Neujahrs-(vor-)abend: New Year’s Eve, Nytårsaften, Nyårsafton, Véspera de Ano-Novo. Der 31. Dezember wird in folgenden Sprachen Silvester genannt: Italienisch Notte di San Silvestro, Französisch Réveillon de la Saint-Sylvestre, Polnisch Sylwester, Tschechisch Silvestrovské oslavy, Deutsch Silvester. Laut amtlicher deutscher Rechtschreibung existiert für den letzten Tag des Jahres nur die Schreibweise Silvester mit „i“, anders als für den Vornamen Sylvester/Silvester.

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Neujahrskonzert

neujahrskonzert

Es ist schon Tradition, das Wiener Neujahrskonzert der Wiener Philharmonika am 1. Januar.

Das erste Konzert fand aber nicht am Neujahrstag statt, sondern am 31. Dezember 1939. Zeitungsankündigungen zufolge war es ein von den Wiener Philharmonikern dem von Adolf Hitler am 10. Oktober 1939 eröffneten Kriegswinterhilfswerk (Kriegs-WHW) zur Gänze gewidmetes „Außerordentliches Konzert“, zu dem am 30. Dezember eine öffentliche Generalprobe veranstaltet wurde. Auf Initiative der Philharmoniker belegte der Historiker Fritz Trümpi, dass das Konzert Bestandteil von Joseph Goebbels’ Propaganda­maschinerie war.
Die Liebe des Dirigenten Clemens Krauss zur Walzermusik, insbesondere der der Familie Strauß – „und wohl auch sein Drang zu großen Auftritten“ – verbanden sich nach dem „Anschluss“ Österreichs mit Goebbels’ Absicht, Wien als Stadt „des Optimismus, der Musik und der Geselligkeit“ zu inszenieren. Trümpi belegt in seinem Buch Politisierte Orchester, dass in der Zeit des Nationalsozialismus die Zahl der Aufführung von Werken der Strauß-Familie durch die Wiener Philharmoniker sprunghaft zunahm. Das Orchester war nach der Annexion Österreichs Goebbels unterstellt. Die NS-Machthaber versuchten zu Kriegs­zeiten mittels so genannter „leichter Musik“, die Moral an der Front und in der Heimat aufrechtzuerhalten.

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2017 01 01 | 00:00 Uhr | Donauwalzer zum Neujahr

 

Feuerwerk

Zu jeder größeren Feier wird es eingesetzt und die Gäste sehen es gerne … das Feuerwerk, es ist schön und romantisch, es strahlt aber auch eine gewissen Kraft aus. Es ist ein schöner Abschluss und Höhepunkt einer jeden größeren Feier, natürlich auch einer jeden Sylvester Feier.

Aber jetzt zur Frage: Wer hat das Feuerwerk erfunden? Nein, nicht die Schweizer, es waren wahrscheinlich die Chinesen!

Während der Song-Dynastie (960–1270) gab es schon Feuerwerke. Sie zeichneten sich nicht nur durch Licht-, sondern auch durch Knalleffekte aus. Im späten 14. Jahrhundert entwickelte sich in Italien (erste Nennung in Vicenza, 1379) aus dem Gebrauch des Schwarzpulvers eine eigenständige Feuerwerkskunst, die sich dann in ganz Europa verbreitete. Zur Kunstform wurde es insbesondere in Japan weiterentwickelt und heißt dort 花火 hana-bi „Blumen aus Feuer“ (aus dem chinesischen 花火 huāhuǒ) und diente religiösen Zwecken.
Feuerwerke dienten in Europa seit der frühen Neuzeit – wichtige Namen hierzu waren Amédée-François Frézier (1682–1773) und Perrinet d’Orval – der höfischen Repräsentation und wurden im Barock zu einer eigenen Art von Veranstaltung weiterentwickelt. Hierbei stand immer der politische, repräsentative Charakter im Vordergrund.
Heutzutage werden in Amerika und Europa Feuerwerke vor allem zu Neujahr abgefeuert. Zusätzlich werden Feuerwerke zu länderspezifischen Feiertagen wie dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem österreichischen oder schweizerischen Nationalfeiertag und Massenveranstaltungen (große Sportereignisse, Kirmes, Musikfestivals, etc.) gezündet. In Asien werden Feuerwerke üblicherweise im Sommer abgefeuert. In südeuropäischen Ländern wird besonders zu Ostern Feuerwerk abgebrannt.
Weltberühmt sind die Fallas in Valencia (Spanien) Anfang März mit lautstarken Tageslichtfeuerwerken (Mascleta), die gewaltigen Feuerwerke in Las Vegas, die erwähnten Hanabis in Japan, im deutschsprachigen Raum etwa Rhein in Flammen, Kölner Lichter, das Feuerwerk des Donauinselfests oder das Feuerwerk zum Zürich Fest mit jeweils bis zu einer Million Zuschauern.
International renommierte Wettbewerbe sind das auch als „Feuerwerksolympiade“ bekannte, seit 1985 veranstaltete Montreal Fireworks Festival L’International des Feux Loto-Québec und das seit 2006 stattfindende Berliner Feuerwerk-World-Championat Pyronale.

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Bansuri

Bansuri steht in mehreren nordindischen Sprachen für viele unterschiedliche Arten von Flöten, meist für Querflöten, die in der indischen Musik gespielt werden. Häufig bestehen die bansuri aus Bambus, für den bis in das 1. Jahrtausend zurückzuverfogenden Flötennamen sind auch andere Materialien überliefert. Die Wurzel des Wortes ist Sanskrit vamsha („Bambus“, „Flöte“).

Die bansuri wird in der Volksmusik und klassischen Musik Nordindiens gespielt. Der bekannteste Musiker auf diesem Instrument ist Hariprasad Chaurasia, der im Westen unter anderem mit John McLaughlin und Jan Garbarek Aufnahmen machte. Zu den bekanntesten Flötenspielern Indiens gehört weiterhin Ronu Majumdar, der auch mit Ravi Shankar und George Harrison auftrat. Daneben sind Raghunath Seth durch seine Aufnahmen (mit dem Jazzflötisten Chris Hinze) und Rupak Kulkarni (mit Stefan Rigerts Talking Drums) in Europa bekannt geworden. Pandit Pannalal Ghosh (1911–1960) war ein berühmter Flötist aus Bengalen, der die bansuri zum Konzertinstrument machte. Nityanand Haldipur (* 1948 in Mumbai) vertritt wie Gosh den strengen Stil der Maihar-Gharana.

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Rakesh Chaurasia | Raga Prabhateshwari Jhalla | Music of India Bansuri (flute)

Schloss Hetzendorf

Im Schloss befindet sich heute die Modeschule Hetzendorf.

Die Geschichte von Schloss Hetzendorf beginnt im Jahr 1675 als die Fürstin Maria Piccolomini vom Augustinerkloster einen Hof in Hetzendorf, einem damals von Wien weit entfernten Vorort „jenseits“ der kaiserlichen Sommerresidenz Schloss Schönbrunn (mit der er durch die die heutige Hauptachse des Schlosses verlängernde Schönbrunner Allee verbunden ist). Sie verkaufte 1690 an Franz Sigismund Graf von Thun und Hohenstein, der drei weitere Höfe dazukaufte und ab 1694 ein eingeschoßiges Jagdschlösschen, den Thunhof, erbauen ließ. Architekt war vermutlich Johann Bernhard Fischer von Erlach. Der Thunhof verfügte noch über keinen Ehrenhof und war nach Süden ausgerichtet.

1709 erbte die Nichte des Schlossherrn, Gräfin Eleonore von Thun-Hohenstein, den Thunhof und ließ ihn gemeinsam mit ihrem Ehemann Anton Florian Fürst von und zu Liechtenstein nach 1712 von Johann Lucas von Hildebrandt innen ausbauen und einen Park im französischen Stil anlegen. Der von ihr gewünschte größere Umbau kam damals nicht zustande. 1715 wurde die erste Schlosskapelle eingerichtet.
Vor 1719 wurde das Grundstück zur Hetzendorfer Straße hin erweitert, ungefähr aus dieser Zeit stammt auch der Umbau zum barocken Gartenschloss mit Ehrenhof durch Anton Ospel und Antonio Beduzzi, wodurch auch die Ausrichtung des Schlosses verändert wurde.
Nach einer Schenkung und einem Erbgang in der Hocharistokratie wurde das Schloss 1742 von der k.k. Hofkammer für Maria Theresia, die Monarchin der Habsburgermonarchie, angekauft, nachdem Universitätsmediziner in einem Gutachten bestätigt hatten, der Aufenthalt dort würde Kaiserinwitwe Elisabeth Christine, Maria Theresias Mutter, gesundheitlich guttun.
Maria Theresia beauftragte 1743 ihren Hofarchitekten Nikolaus Pacassi, das Gebäude zum Schloss zu erweitern und als Wohnsitz für ihre Mutter auszugestalten. Pacassi machte die ehemalige Rückseite im Norden zur Hauptfront und errichtete bis 1745 auch die bis heute bestehende Schlosskapelle.
Nach dem Tod der Kaiserinwitwe, 1750, stand das Schloss längere Zeit leer. Als Maria Theresia 1762 die Blatternimpfung (Pockenimpfung) einführte, ließ sie diese in der Anfangsphase hier an adeligen Kindern ausprobieren, die dann vier Wochen mit ihren Familien auf Kosten des Hofes im Schloss lebten und medizinisch betreut wurden.
Maria Theresias Sohn, Kaiser Joseph II., bewohnte das Schloss 1789 / 1790 zeitweise, da andere Residenzen durch Wasserschäden vorübergehend ausgefallen waren und die Hetzendorfer Luft seiner angegriffenen Gesundheit guttat. Er ließ für seinen Hofstaat die Vorder- und Seitengebäude errichten; das Schloss zählte dann 150 Zimmer. Seine Absicht, künftig mehr Zeit in Hetzendorf zu verbringen, machte sein Tod 1790 zunichte.
1800 / 1801 wohnte im benachbarten Schlösschen von Christian August von Seilern (Schönbrunner Allee 60) bis zu seinem Tod Josephs Bruder, der in den napoleonischen Kriegen vertriebene Kurfürst und Kölner Erzbischof Erzherzog Maximilian Franz von Österreich, 1814 im Schloss die vom gleichen Schicksal betroffene Königin von Neapel-Sizilien, Maria Karolina von Österreich. 1805 und 1809 waren französische Besatzungstruppen einquartiert. Unter Kaiser Franz I. von Österreich fanden im Schlosspark glanzvolle Sommerfeste statt.

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Modeschule Hetzendorf: Kreative Ideen auf dem Laufsteg

Eduard Künneke

Er wurde am 27. Januar 1885 in Emmerich als Sohn eines Kaufmanns geboren, von 1903 bis 1905 studierte er in Berlin Musikwissenschaft und Literaturgeschichte. 1905 bis 1906 besuchte er eine Meisterklasse bei Max Bruch. 1907 bis 1909 war er als Korrepetitor und als Chorleiter am Neuen Operettentheater am Schiffbauerdamm tätig. Von 1908 bis 1910 arbeitete er zugleich als Dirigent für das Plattenlabel Odeon, 1910 bis 1911 war er Kapellmeister am Deutschen Theater. Nachdem seine Oper Robins Ende (1909) nach der Uraufführung am Nationaltheater in Mannheim an 38 deutschen Bühnen nachgespielt wurde, gab er die Funktion des Chorleiters ab.
Während seiner Kapellmeisterzeit bei Max Reinhardt komponierte Künneke für die Inszenierung des Faust II die Bühnenmusik. Eduard Künnekes leichtbeschwingte Musik zeichnet sich durch Rhythmus und harmonische Stilbilder aus. Sein bekanntestes Werk wurde die Operette Der Vetter aus Dingsda (1921). Viele seiner Lieder sind noch heute Schlager. Sein Klavierkonzert und die Tänzerische Suite für Jazz-Band und großes Orchester sind Werke mit deutlich höherem Anspruch und können der gehobenen Unterhaltungsmusik zugerechnet werden.
Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er am 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP, wurde aber bereits 1934 wegen „nichtarischer Versippung“ ausgeschlossen, bestätigt 1936 vom Partei-Kreisgericht. Trotzdem durfte er mit einer Sondergenehmigung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels wegen des Propagandawertes weiterhin kompositorisch tätig sein. In der NS-Zeit schrieb Künneke weitere Operetten, Märsche und Filmmusiken.
Der Komponist war lange Jahre (seit 1926 – Uraufführung seiner Operette Lady Hamilton in Breslau) eng befreundet mit dem Dirigenten Franz Marszalek, der sich während seiner Tätigkeit am WDR Köln nachdrücklich für Künneke eingesetzt und zahlreiche Aufnahmen (von denen viele nicht mehr vorhanden sind) seiner Musik mit dem Kölner Rundfunkorchester bzw. dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester eingespielt hat. Dazu gehört auch eine Aufführung, 1960, der Bearbeitung von Schuberts Klaviersonate D-Dur, D 850, für Klavier und Orchester, die in den letzten Kriegsjahren entstanden war.
Künneke heiratete 1908 in erster Ehe die Opernsängerin Grethe Polkowski (* 1880), von der er sich 1919 scheiden ließ, und 1920 in zweiter Ehe die Sopranistin Katharina Müller(1882–1967). Seine zweite Ehefrau war die Tochter des Schauspielers Hugo Müller (1847–1902) und trat unter dem Namen „Katharina Garden“ auf; aus dieser Ehe stammt die Schauspielerin und Sängerin Evelyn Künneke.
Künneke ruht auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin neben seiner Tochter. Sein Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Er komponierte Opern und Operetten, eine davon ist …

 Lady Hamilton (Operette)

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Anny Schlemm & Willy Hofmann „Komm mit nach Madrid“ Künneke

 

Eduard Künneke: Piano Concerto No. 1 in A-flat Major, Op. 36

Die Trapp Familie

Wir kennen den Heimatfilm Die Trapp Familie, war einer der bekanntesten in den 1950er Jahren. Der Film wurde nach den Erinnerungen von Maria Augusta von Trapp hergestellt.

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Natürlich war die Geschichte der Familie nicht so romantisch. Sie erlitten schwere Schicksalsschläge, die den Familienzusammenhalt aber stärkten.

Die Geschichte der Familie von Trapp begann im Jahr 1911, als sich der Korvettenkapitän der königlich-kaiserlichen Kriegsmarine von Österreich-Ungarn, Georg Freiherr von Trapp, mit Agathe Whitehead verehelichte. Trapp war hochdekorierter Kommandant der U-Boot-Staffel, seine Frau die Tochter des Torpedo-Erfinders und Produzenten John Whitehead. Weil ihr Wohnsitz, die Hafenstadt Pula, im Ersten Weltkrieg zur Kampfzone wurde, zog Agathe mit ihren beiden Kindern Agathe und Rupert in das Sommerhaus der Familie, dem Erlhof in Zell am See, wo Maria, Werner, Hedwig und Johanna zur Welt kamen. Nach der Geburt von Martina starb plötzlich Agathe von Trapp mit 31 Jahren. Der Abschied von seinem geliebten Beruf – mit dem Verlust der Küstenprovinzen hatte Österreich keine Marine mehr – hatte Baron von Trapp schwer getroffen, und nun verlor der Vater von sieben Kindern auch noch seine Frau. Zwei Jahre nach dem Kauf der Villa Trapp in Aigen kam Maria Kutschera als Hauslehrerin zur Familie –und blieb für immer.

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Die Trapp-Familie | Old Black Joe | Wenn alle Brünnlein fließen | 1958 HD

Schloss Bran – das Dracula Schloss

Das Schloss liegt in der gleichnamigen Ortschaft in Siebenbürgen, Rumänien, rund 30 Kilometer von Brașov, Kronstadt entfernt.

Die Burg wird Touristen als Dracula Schloss präsentiert, da es dessen Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.

Schon 1357 wurde der Ort Törzburg wurde erstmals urkundlich erwähnt. Am 19. November 1377 gestattete der ungarische König Ludwig der Große den Bewohnern von Kronstadt auf dem Dietrichstein am Berg Königstein eine Grenz- und Zollburg zu errichten, die den Namen des Ortes erhielt. Törzburg blieb bis 1427 unter ungarischer Herrschaft. Die Burg wurde 1436 erstmals von den Türken belagert. Im Jahr 1498 gelangte sie in den Besitz Kronstadts und überstand 1529 erfolgreich eine Belagerung durch walachische Truppen. Im Jahre 1593 zerstörte selbst entzündetes Schießpulver den Pulverturm. Zwei Jahre später zog der siebenbürgische Fürst Sigismund Báthory mit einer 40.000 Mann starken Armee durch den Ort Törzburg, um Michael dem Tapferen, dem Woiwoden der Walachei, gegen die Türken zu Hilfe zu kommen. Zu einer erneuten erfolglosen Belagerung der Törzburg kam es im Jahr 1600 durch Nicolae Pătrașcu. 1612 wurde sie kampflos Fürst Gabriel Báthory übergeben und 1660 wurde von General Mikes Mihaly erobert. 1789 wurde die Törzburg zum dritten mal erfolglos belagert, durch ein 5000 Mann starkes türkisches Heer.

Fotos von Bran zur Verfügung gestellt von Jutta Palm

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Marie von Edinburgh – Königin Maria von Rumänien

MarieRoumanie Prinzessin Marie Alexandra Victoria von Edinburgh, genannt Missy wurde am 29. Oktober 1875 in Eastwell Park, im Vereinigtes Königreich geboren, sie war ein Mitglied des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha und als Ehefrau von Ferdinand von Hohenzollern-Sigmaringen Königin von Rumänien.

Königin Maria war die älteste Tochter von Alfred von Edinburgh, späterer Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, dem zweitältesten Sohn Königin Victorias, und Marija Alexandrowna Romanowa, Tochter von Zar Alexander II. von Russland. Ihr Vater war bei der Royal Navy, sodass sie einen großen Teil ihrer Jugend im Ausland, vor allem auf Malta verbrachte.

In Adelskreisen galt die Enkelin der britischen Königin und des russischen Zaren als eine „gute Partie“. Als ihr Cousin, der spätere König Georg V. um ihre Hand anhielt, stimmte sowohl Maries, als auch Georgs Vater, der Prince of Wales und spätere König Eduard VII., zu. Maries Mutter hingegen hatte eine tiefe Abneigung gegen das britische Königshaus und sprach sich für einen ausländischen Ehemann für ihre Tochter aus. Am 10. Januar 1893, wenige Monate bevor ihr Vater Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha wurde, heiratete Marie Prinz Ferdinand von Rumänien, den Neffen des Königs Karl I. von Rumänien. Aus einem Briefwechsel mit ihrer geheimen Vertrauten, der amerikanischen Tänzerin Loïe Fuller, geht hervor, dass sie eine tiefe Abneigung, ja geradezu Ekel gegen ihren Mann empfand. Dennoch gingen aus der Ehe sechs Kinder hervor.
Ileana und Mircea wurden jedoch erst geboren, nachdem Maries späterer Liebhaber Barbu Știrbey in ihr Leben trat. Da Mircea braune Augen hatte – Maries und Ferdinands waren blau -, wird allgemein davon ausgegangen, dass Mircea aus dieser Beziehung stammt. Wer der Vater von Ileana ist, steht hingegen noch zur Diskussion. Aus einem weiteren Brief geht hervor, dass wohl auch Prinzessin Maries biologischer Vater nicht Ferdinand, sondern Großfürst Boris Wladimirowitsch von Russland ist. Bei Karl und Elisabeth kann man hingegen davon ausgehen, dass sie von Ferdinand stammen.

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Princess Marie of Edinburgh / Queen Marie of Romania