Leonard Bernstein – amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist

Leonard „Lenny“ Bernstein wurde als Louis Bernstein am 25. August 1918 in Lawrence, Massachusetts geboren. Er entstammte einer jüdischen Einwandererfamilie aus Riwne (Równo) in der heutigen Ukraine. Im Alter von 16 Jahren änderte er seinen Vornamen in Leonard, der bis dahin sein Rufname gewesen war.

Leonard Bernstein studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition. Bereits 1943 wurde er Assistant Conductor (2. Dirigent) des New York Philharmonic Orchestra unter Artur Rodziński, der ihn in Tanglewood als Assistenten von Serge Koussevitzky erlebt hatte. In eben diesem Jahr konnte Bernstein seine Begabung unter Beweis stellen, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einspringen musste. Die eindrucksvolle Aufführung von Schumanns Manfred-Ouvertüre und Strauss’ Don Quixote, welche über den Rundfunk landesweit übertragen wurde, verhalf ihm zum Durchbruch und war so Beginn einer beispiellosen Karriere.
Leonard Bernsteins dirigierte sein erstes Konzert in Deutschland bereits im Jahr 1948. Viele amerikanische Künstler und Musiker wie Artur Rubinstein oder Isaac Stern boykottierten seit 1939 jegliche Auftritte in Deutschland. Leonard Bernstein allerdings hat im Alter von 29 Jahren, auf Einladung von Generalmusikdirektor Georg Solti, als erster amerikanischer Dirigent nach dem Zweiten Weltkrieg das Bayerische Staatsorchester im Prinzregententheater in München geleitet. Er leitete eine Sinfonie von Roy Harris, eine C-Dur Sinfonie von Schubert, sowie das Klavierkonzert von Maurice Ravel. Bereits nach kurzer Zeit hatte er das Orchester, welches ihm Anfangs durchaus kritisch gegenüberstand, von sich überzeugt, und Bernstein schrieb anschließend an das Konzert einen Brief an Helen Coates und beschrieb dieses als „vollen Erfolg“. Einen Tag später, am 10. Mai 1948 spielte der jüdisch-amerikanische Dirigent mit 20 Holocaust-Überlebenden in den Konzentrationslagern Feldafing und Landsberg. Leonard Bernstein beschrieb dieses Ereignis mit den Worten: „Mein Herz hat geweint. Es war schön, durch Musik sich den Menschen zu nähern, die vorher nur Hass empfunden hatten.“
Bernstein war hoch angesehen als Dirigent zahlreicher Konzerte weltbekannter Orchester, vor allem als (erster US-amerikanischer) Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra (1958–1969) und als regelmäßiger Gastdirigent der Wiener Philharmoniker sowie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bis zu seinem Tod 1990. Sein Repertoire umfasste klassische wie avantgardistische Werke; vor allem das Werk Gustav Mahlers fand seine Beachtung und Bewunderung.

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West Side Story – Maria (Carreras)

 

Bernstein : Symphonic Dances from West Side Story

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Die Haydn Brüder – Joseph Haydn

Joseph Haydn wurde als zweites von zwölf Kindern des Wagners und späteren Marktrichters Mathias Haydn und dessen Ehefrau Maria Haydn (geb. Koller) im Dorf Rohrau, Obere Hauptstraße 25, im Erzherzogtum Österreich, dem heutigen Niederösterreich, am 31. März oder 1. April 1732 geboren. Zwar konnten beide Eltern keine Musiknoten lesen, aber nach Haydns Erinnerungen wurde in seiner Familie und mit den Nachbarn häufig gesungen. Seine musikalische Begabung wurde entdeckt, als er ein kleines Kind war.
Im Alter von sechs Jahren wurde Haydn 1738 zu Verwandten in das nahe Hainburg an der Donau geschickt. Im Jahr 1740 wurde er von Georg von Reutter, dem musikalischen Direktor des Stephansdoms in Wien, bemerkt, als dieser durch die Provinzen reiste, um talentierte Chorknaben zu finden. Reutter nahm Haydn mit nach Wien, wo er neun Jahre als Chorsänger lebte, davon die letzten vier in Gesellschaft seines jüngeren Bruders Michael. Die falsche Behauptung, Haydn habe 1741 beim Begräbnis Antonio Vivaldis gesungen, wurde 1978 von Alan Kendall in die Welt gesetzt, der die beim Kondukt als anwesend verzeichneten „6 Kuttenbuben“ im Bahrleiherbuch der Wiener Dompfarrei irrig als „Choirboys“ bezeichnete. Diese „Kuttenbuben“ (Ministranten) falteten nur die Hände und gaben keinen Ton von sich. Da Vivaldi nur ein „Kleingleuth“ erhielt und keine Musik bezahlt worden war, erklang bei seiner Einsegnung keine Musik und Haydn hatte mit Vivaldis Einsegnung nichts zu tun.
In der Domkapelle erhielt Haydn Gesangs-, Klavier- und Violinunterricht. Reutter korrigierte Haydns erste Kompositionen, gab ihm aber keinen geregelten Kompositionsunterricht. Dennoch lernte Haydn viel – großenteils im Selbstunterricht und wohl allein schon dadurch, dass er in jungen Jahren als professioneller Musiker an einem für die Musik wichtigen Ort war. Ob er bereits in dieser Zeit oder erst in späteren Jahren Johann Matthesons Der vollkommene Capellmeister und die Kompositionslehre Gradus ad Parnassum von Johann Joseph Fux durchstudierte, ist nach den Quellen nicht eindeutig zu entscheiden. Beide Werke nannte der erwachsene Komponist als grundlegend für seine Entwicklung.

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Joseph Haydn – Die Schöpfung

Die Haydn Brüder – Michael Haydn

220px-Michaelhaydn1 Johann Michael Haydn

Er wurde am 14. September 1737 in Rohrau geboren.

Die Herrschaft Rohrau hielt Wallfahrten zur Rochus und Sebastian-Kirche im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg ab – 1746 wegen einer Viehseuche. Diese wurden von Matthias Haydn, Wagnermeister und Marktrichter von Rohrau organisiert. Er war Vater zweier später berühmter Söhne, Joseph und Johann Michael. Beide Knaben erhielten dabei erste musikalische Eindrücke bei der großen Kirchenmusik, für die die Prozession nach Kaisersteinbruch berühmt war.

Johann Michael Haydn war wie sein bekannterer Bruder Joseph Sängerknabe zu St. Stephan in Wien. Nachdem er die Chorschule verlassen hatte, wurde er 1757 erst Geiger und 1760 bischöflicher Kapellmeister in Nagyvárad (Großwardein, heute Oradea) beim Bischof Adam Patachich. Sein Hornkonzert erregte 1762 in Wien Aufsehen. Von Erzbischof Sigismund von Schrattenbach nach Salzburg gerufen, wurde er am 14. August 1763 zum Hofkomponisten (Hofmusicus und Concertmeister) in Salzburg ernannt. 1768 heiratete er die Hofsängerin Maria Magdalena Lipp, Tochter des Hoforganisten Franz Ignaz Lipp. Aus der als glücklich bezeichneten Ehe ging 1770 eine Tochter, Aloisia Josepha, hervor, die allerdings bereits nach einem Jahr starb.
Haydn wurde als Nachfolger Wolfgang Amadeus Mozarts 1782 als Organist an der Dreifaltigkeitskirche tätig und war zuletzt auch für die Dom Musik zuständig. In Salzburg wirkte Haydn bis zu seinem Tode insgesamt 43 Jahre lang. In dieser Zeit schrieb er 360 sakrale und weltliche Kompositionen, vor allem Instrumentalmusik. Er war ein Freund Mozarts, wobei die beiden Musiker einander sehr schätzten.
Michael Haydn wurde am 13. August 1806 in der Kommunalgruft im Petersfriedhof Salzburg beigesetzt. Anlässlich einer der regelmäßigen Gruft Leerungen beschaffte sich Haydns Witwe den Schädel ihres verstorbenen Mannes und stellte ihn neben ihrem Bett auf. Nach ihrem Tod wurde die Reliquie in einer Urne, die Teil des Haydn-Grabmals in der Stiftskirche ist, verwahrt. Heute befindet sich Michael Haydns Schädel im Safe des Stifts St. Peter.
Im Totenbuch des Friedhofs von St. Peter schrieb Prior P. Gabriel Hutter über Michael Haydn folgendes: „Sein Charakter war stille, behutsam, Bescheidenheit. Rausch und Spiele waren ferne von ihm, Mäßigkeit in Denken, Reden, und auch andere Musikwerk zu beurteilen, war, was ihn beliebt und schätzenswert machte.“

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Michaël Haydn – Adagio (1st Mvt) Concerto in D major (Maurice André)

Die Haydn Brüder – Johann Evangelist Haydn

johannevangelisthaydn Johann Evangelist Haydn

Johann Evangelist Haydn 23. Dezember 1743 in Eisenstadt geboren, er war Tenor und der jüngere Bruder von Joseph Haydn und Michael Haydn.

Er war das elfte Kind des Marktrichters und Stellmachers Michael Haydn. Laut Albert Christoph soll Haydn wie seine Brüder im Wiener Stephansdom Chorknabe gewesen sein. Nach anderen Quellen wurde er von seinem Vater zum Stellmacher ausgebildet. Laut Hughes soll Haydn unfähig gewesen sein, die Geschäfte seines Vaters weiter zu führen. Nach dem Tod seines Vaters 1763 erhielt dieser bereits vor der formellen Verteilung des Erbes eine Zuteilung, woraus sich schließen lässt, dass Haydn bereits damals in finanziellen Schwierigkeiten steckte.
1765 ging Haydn nach Eisenstadt, wo sein Bruder Joseph im Dienste der Familie Esterhazy als Kapellmeister fungierte. Er wurde als unbezahlter Tenor eingestellt, erst ab 1771 erhielt er ein kleines Gehalt.
Haydn war wohl kein besonders guter Sänger. Wahrscheinlich blieben seine Dienste auch deshalb nur auf Kirchenmusik beschränkt, statt auch Opernmusik, die Joseph in den 1770er Jahren leitete. Es ist möglich, dass es nur ein Gefallen Joseph gegenüber war, dass Johann bezahlt wurde.
1775 verlor Johann Evangelist kurzzeitig seine Stelle nach einer kleinen Auseinandersetzung mit dem Hofdirektor Peter Ludwig von Rahier, wurde aber durch Bitten seines Bruders wieder eingestellt. Nach fünfjähriger Arbeitslosigkeit wurde Haydn 1795 endgültig als Sänger eingestellt und blieb es bis zu seinem Tod 1805.

 

Quincy Jones – der Allrounder

Er ist amerikanischer Musikproduzent, Komponist, Jazztrompeter, Arrangeur und Bandleader. Er war der erste Afroamerikaner in der Führungsspitze eines Major-Labels. Breiten Kreisen bekannt wurde er als Produzent von Michael Jackson.

Quincy Jones verbrachte seine Kindheit in Chicago. Bei einem Einbruch in ein Veteranenheim der US-Armee entdeckte er seine Liebe zur Musik. In Bremerton im US-Bundesstaat Washington lernte er als Teenager Ray Charles kennen, mit dem er eine kleine Combo gründete und durch die lokalen Jazz-Klubs von Seattle zog. Mit 17 bekam er ein Stipendium für das Berklee College of Music in Boston. Doch schon 1951 gab er das Studium auf, als ihn Lionel Hampton als Trompeter für eine Tournee engagierte.

Als sich Jones beim Orchester von Lionel Hampton auch als Arrangeur erste Sporen verdient hatte, ließ er sich in New York nieder, wo er bald außer für seinen Jugendfreund Ray Charles auch Arrangements für Studioaufnahmen von Künstlern wie Count Basie, Sarah Vaughan, Duke Ellington und Gene Krupa verfasste. Dizzy Gillespie verpflichtete ihn 1956 als Orchesterleiter für eine Tournee, die unter anderem in den Nahen Osten und nach Südamerika führte. 1957 bekam er einen Vertrag bei ABC-Paramount, dort konnte er das erste eigene Album, This Is How I Feel About Jazz, veröffentlichen.

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It’s My Party – Amy Winehouse(feat. Quincy Jones) 2010

 

Ai No Corrida – QUINCY JONES ‚1981

Alban Berg

Wozzeck – Alban Berg – Programm Theater an der Wien

das Programm

 

Er lebte bis zu seinem Tod am 24. Dezember 1935 in Wien, er war Komponist der zweiten Wiener Schule.

Alban Berg wurde am  9. Februar 1885 in Wien geboren, am 1. März 1885 wurde in der Pfarrkirche St. Peter auf den Namen Albano Maria Johannes Berg getauft. Das „o“ in Albano stand nur auf dem Taufschein und tauchte danach nie wieder auf.

Seine Eltern waren der  wohlhabenden Geschäfts- und Exportkaufmanns Conrad Berg und seine Frau Johanna, Alban und seine Geschwister hatten ein Sorgenfreies Leben.

Als Alban 15 Jahre alt war, starb sein Vater, und seine Mutter führte das Devotionaliengeschäft ihres Mannes weiter. Vielseitig begabt, war er als Schüler an Literatur und Musik gleichermaßen interessiert; zusammen mit seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Smaragda erhielt er Klavierunterricht und begann mit 16 Jahren Lieder zu komponieren, die von seinem älteren Bruder Charly – der bereits Kaufmann war – und Smaragda gesungen wurden.
Als 17-Jähriger verliebte sich Alban Berg in das im elterlichen Haushalt tätige Küchenmädchen Marie Scheuchl. Am 4. Dezember 1902 brachte Marie Scheuchl seine uneheliche Tochter Albine († 1954) zur Welt, zu deren Vaterschaft sich Alban Berg am 8. Dezember 1903 schriftlich bekannte.
Im Oktober 1904 erschien in der Neuen Musikalischen Presse die Ankündigung eines Kompositionskurses des 30-jährigen Komponisten Arnold Schönberg. Charly Berg legte ihm ohne Albans Wissen Lieder seines Bruders vor und Schönberg erklärte sich bereit, den jungen Mann in seinen Kurs aufzunehmen. Nach dem Ende des Kurses unterrichtete Schönberg Alban unentgeltlich privat weiter, weil dieser, als unbezahlter Rechnungspraktikant der Niederösterreichischen Landesregierung, über kein Einkommen verfügte und seine Mutter zu wenig verdiente, um ihm eine Ausbildung zum Komponisten zu ermöglichen. Im folgenden Jahr fiel Johanna Berg nach dem Tod ihrer Schwester eine reiche Erbschaft zu, die ihr die Möglichkeit gab, ihre beiden Söhne jahrelang mit einer großzügigen Apanage zu unterstützen.
Ende des Jahres 1906 lernte der junge Komponist die gleichaltrige Helene Nahowska kennen. Sie galt als Tochter des reichen Privatiers Franz Nahowski und seiner Frau Anna, war aber möglicherweise die Tochter des Kaisers Franz Joseph I. Jedenfalls stellte sich Herr Nahowski jahrelang gegen eine Verbindung der beiden, bis er 1911 widerwillig seine Zustimmung zur Hochzeit gab. Ab da verbrachten Alban und Helene ihre Sommerurlaube häufig im Haus der Schwiegereltern in Trahütten, einem hochgelegenen Dorf in der Steiermark, seltener auf Johanna Bergs Besitztum, dem „Berghof“, am Ossiachersee in Kärnten.
Im Jahr 1912 entstanden die Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4. Zwei dieser Lieder, die Nummern 2 und 3, brachte Arnold Schönberg im Rahmen des berüchtigten Skandalkonzerts von 1913 zur Uraufführung. Diese beiden Lieder führten zu jenem berühmten Tumult, infolgedessen das Konzert abgebrochen werden musste.
Arnold Schönberg feierte am 13. September 1914 seinen 40. Geburtstag. Alban Berg verehrte ihm seine nahezu vollendeten Drei Orchesterstücke, op. 6; aufgeführt konnten sie allerdings nicht werden, weil zwei Monate zuvor der Erste Weltkrieg begonnen hatte.
Von August 1915 bis November 1918 diente Berg in der österreichischen Armee, wegen seines Asthmas nicht an der Front, sondern als Schreiber im Kriegsministerium in Wien. Schon 1915 arbeitete er an der Textfassung seiner ersten Oper Wozzeck, die er 1917, in enger Anlehnung an Georg Büchners Drama Woyzeck, abschloss. Zu komponieren begann er in den beiden letzten Kriegsjahren – zumeist während mühsam erlangter „Urlaube“ – im weniger hungernden Trahütten.
Nach dem Ersten Weltkrieg unterrichtete Alban Berg Komposition und unterstützte Arnold Schönberg in der Leitung des Vereins für musikalische Privataufführungen. Die Komposition des Wozzeck war 1921 vollendet, im nächsten Jahr erschien im Selbstverlag der Klavierauszug.
Im Juni 1923 wurden zwei der drei Orchesterstücke aus dem Jahr 1914 im Rahmen der Österreichischen Musikwoche in Berlin aufgeführt, im August erklang beim Internationalen Kammermusikfest in Salzburg mit großem Erfolg Alban Bergs erstes Streichquartett, das er 12 Jahre zuvor für seine Frau Helene komponiert hatte.
Im Juni 1924 führte der Dirigent Hermann Scherchen Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck beim Festkonzert des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Frankfurt auf, in Österreich erhielt Alban Berg den Kunstpreis der Stadt Wien und für das Jahr 1925 war die Uraufführung seiner Oper Wozzeck durch Erich Kleiber in Berlin beschlossene Sache.
In der Zeit vom 15. bis 20. Mai 1925 fand in Prag ein Internationales Musikfest statt, bei dem die Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck durch Alexander Zemlinsky auf das Programm gesetzt wurden. Auf Betreiben Franz Werfels, dem Freund Alma Mahlers, lud dessen Schwester Hanna, Frau des Fabrikanten Herbert Fuchs-Robettin, Alban Berg zu dieser Veranstaltung ein. Eine ganze Woche lebte Alban in Kontakt mit Hanna, ihren beiden Kindern und ihrem Mann. In dieser Zeit entstand ein Liebesverhältnis zwischen Alban und Hanna, das bis zur Uraufführung des Wozzeck am Ende des Jahres in Berlin andauerte. Alban Bergs im nächsten Jahr fertig gestelltes zweites Streichquartett, die Lyrische Suite, schildert nicht nur durch die Musik, sondern auch im geschriebenen Wort den tiefen Eindruck, den diese Zäsur in seinem Leben machte. War bisher alles Komponierte im Blickpunkt auf Helene entstanden, änderte sich dieser nun auf Hanna Fuchs, symbolisiert durch die Töne „H“ und „F“.
Zu Ende des Jahres 1927 konkretisierte Berg einen neuen Opernplan: Aus zwei Dramen Frank Wedekinds, aus Erdgeist und Die Büchse der Pandora, erstellte er das Libretto zu einem dreiaktigen Werk, zur Oper Lulu. Die Universal Edition, sein Musikverlag, war an der Realisierung dieser Komposition sehr interessiert.
In den folgenden Jahren errang Alban Bergs Wozzeck große Erfolge, sowohl an den Bühnen Deutschlands, als auch in der Sowjetunion (1927 St. Petersburg) und in den USA (1931 Philadelphia). Er war ein gefragter Juror und häufig Gast bei den Premieren seiner Oper, so 1930 in Wien, ein Jahr später in Zürich und 1932 in Brüssel, wo er ein Liebesverhältnis mit Anny Askenase, der Frau eines seiner Gastgeber, einging. Im gleichen Jahr ersteigerte sich der Komponist ein Haus in Auen (Gemeinde Schiefling am Wörthersee) in Kärnten, das „Waldhaus“, in dem er nun den Großteil des Jahres lebte und in Ruhe arbeiten konnte.
1933, nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland, emigrierte Arnold Schönberg nach Amerika, und auch Alban Bergs Musik wurde als „jüdisch“ diffamiert. Viele Bühnen wagten es nicht mehr, seine Oper Wozzeck aufzuführen, und dadurch gingen die Einnahmen drastisch zurück. Er lebte nun von einer monatlichen Ressource, die ihm die Universal Edition bis zur Vollendung seiner Oper Lulu ausgesetzt hatte. Sein körperliches Befinden verschlechterte sich, Asthma und die Anfälligkeit zu Furunkel Bildung nahmen zu.
Im Februar 1935 begann Alban Berg mit der Komposition eines Violinkonzerts, einer Auftragskomposition des amerikanischen Geigers Louis Krasner, die ihm dringend benötigtes Geld brachte und im August fertig war.
Wie bei seiner Oper Wozzeck stellte Alban Berg unter dem Titel Symphonische Stücke aus der Oper Lulu bereits komponierte Teile seiner Oper zu eine Suite von fünf Stücken zusammen, die im Dezember 1935 in Wien zur Uraufführung gelangte. Wenige Tage danach wurde der Komponist mit einer schweren Furunkulose ins Spital eingeliefert und starb an einer Sepsis in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.
Nach den publizierten Erinnerungen von Soma Morgenstern war Alban Bergs früher Tod durch seine Frau Helene verursacht, die ihrem Gatten aus Sparsamkeit ein Furunkel unfachmännisch aufgeschnitten und dadurch die Blutvergiftung ausgelöst haben soll.

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WOZZECK

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Wozzeck ist eine Oper in drei Akten mit 15 Szenen von Alban Berg. Das Libretto beruht auf dem deutschsprachigen Dramenfragment Woyzeck von Georg Büchner. Es gibt eine gleichnamige Oper über denselben Stoff von Manfred Gurlitt. Die Spielzeit beträgt rund 90 Minuten.

1914 sah Alban Berg Büchners Drama auf der Bühne der Wiener Kammerspiele mit Albert Steinrück in der Titelrolle und begann 1915 mit der Arbeit an der Oper. 1917 stellte Berg die dramaturgische Einrichtung fertig.
Zunächst hatte er nur Texte zur Verfügung, die auf die „Wozzeck“ betitelte Ausgabe von Karl Emil Franzos 1879 zurückgehen. Diese stellt eine Bearbeitung dar, bei der – neben der notwendigen Festlegung einer Szenenreihenfolge – Sätze ausgelassen, verändert und sogar frei hinzugefügt wurden. Erst im November 1919, nach Fertigstellung des ersten Akts und der Szene II/2, las Berg einen kürzlich erschienenen Aufsatz von Georg Witkowski, der diesen Text kritisierte. Dessen eigene, streng quellenorientierte, jedoch auch mit Lesefehlern behaftete Ausgabe lag Berg wohl im Sommer 1921 vor, außerdem eine nochmals verbesserte Ausgabe des Insel-Verlags. Wegen der Bindung von Text und Musik entschloss er sich, komplett am veralteten Text festzuhalten, und machte dies diskret durch Beibehaltung der Schreibweise „Wozzeck“ deutlich. Er versuchte jedoch, verloren gegangene Bedeutungen des Büchnerschen Stücks über die Musik in die Oper zurückzuholen.
Im Oktober 1921 war die Oper fertiggestellt. Die Aufführung von drei Ausschnitten im Jahr 1924 führte zum ersten öffentlichen Erfolg. Die Drucklegung der Oper erfolgte 1925 mit finanzieller Unterstützung von Alma Mahler-Werfel, der Witwe von Gustav Mahler. Alban Berg widmete ihr aus Dankbarkeit die Oper. Am 14. Dezember 1925 fand die Uraufführung unter der Leitung von Erich Kleiber in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin statt.

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Wozzeck ( Alban Berg ) Hauptmann 1.Szene

 

Franz von Suppé

Er wurde am 18. April 1819 in Spalato (Split), Dalmatien geboren, sein bürgerlicher Name lautet Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppè-Demelli.

Er sollte als Franz von Suppé als österreichischer Komponist berühmt werden und hinterließ ein Gesamtwerk von über 200 Bohnenwerken davon viele Operetten, seine bekannteste ist  Boccaccio.

Suppés Vater entstammte einer ursprünglich belgischen, später in Dalmatien lebenden Familie. Suppés Mutter war Wienerin. Bereits mit acht Jahren sang er im Kirchenchor der Kathedrale von Split, dessen Chorleiter Giovanni Cigalla ihm erste musikalische Kenntnisse vermittelte. Flötenunterricht erhielt Franz von Suppé vom Kapellmeister Giuseppe Ferrari. Von beiden Lehrmeistern konnte sich von Suppé bereits in jungen Jahren grundlegendes kompositorisches Wissen aneignen.

Mit 15 Jahren begann er dann auf Wunsch seines Vaters eine Ausbildung zum Juristen an der Universität Padua. Sein ganzer Enthusiasmus galt allerdings nach wie vor nur der Musik. So fuhr er häufig nach Mailand und sah nicht nur Opern im Teatro alla Scala, sondern trat auch in persönlichen Kontakt mit Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti und dem jungen Giuseppe Verdi.

Mit sechzehn Jahren schuf er sein erstes größeres Werk, eine Messe in F-Dur, die er erst vierzig Jahre später als Missa Dalmatica veröffentlichte.

Nach dem Tod seines Vaters im Januar 1835 zog er im September 1835 nach Wien und begann dort ein Medizinstudium, das er jedoch rasch wieder aufgab, um am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien bei Simon Sechter und Ignaz Xaver von Seyfried, einem Freund Ludwig van Beethovens, zu studieren. Zur Finanzierung des Studiums gab er Italienisch-Unterricht.

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Franz von Suppé schrieb viele Operetten, eine davon ist die Frau Meisterin.

Franz von Suppé – Die Frau Meisterin (Ouverture)