Jan Kiepura

Jan Kiepura wurde als Sohn eines katholischen Bäckermeisters und einer jüdischen Mutter am 3. Mai/jul./ 16. Mai 1902greg. in Sosnowiec, Russisches Kaiserreich               geboren. Nach einem Vorsingen vor dem renommierten Opernsänger Wacław Brzeziński (1878–1955) von der Warschauer Oper begann er nach anfänglichem Jurastudium 1922 bei dem Tenor Tadeusz Leliwa (1875–1929) eine Gesangsausbildung – gegen den Willen seiner Eltern.

Sein Bühnendebüt gab er 1924 in Charles Gounods Faust in Lemberg (Lwów). Im selben Jahr gewann Kiepura einen Gesangswettbewerb, erhielt den Titel „König der polnischen Tenöre“ sowie ein erstes Engagement an der Warschauer Oper. Der Sensationsdurchbruch erfolgte allerdings am 11. Februar 1925, als Kiepura kurzfristig für einen Tenor als Faust einsprang. Nach anfänglicher Enttäuschung feierte ihn das Publikum am Ende mit Standing Ovations. Ein Jahr später holte ihn Franz Schalk an die Wiener Staatsoper, wo er am 21. September neben der Operndiva Maria Jeritza als Cavaradossi in Tosca brillierte. Mit seinem triumphalen Auftreten als Kalaf in Giacomo Puccinis Turandot am 15. Oktober wurde er zum unangefochtenen Liebling der Wiener Oper. Am 7. Oktober 1927 übernahm er die männliche Hauptrolle in Erich Wolfgang Korngolds Oper Das Wunder der Heliane mit Lotte Lehmann als Partnerin. In den folgenden Jahren feierte er einen Triumph nach dem anderen: in Hauptrollen von Giuseppe Verdis Rigoletto, Giacomo Puccinis La Bohème, Tosca, Turandot, Manon Lescaut, Jules Massenets Werther; in Berlin, an der Pariser Oper, in London, Buenos Aires, Rio de Janeiro und Chicago und der Mailänder Scala, wo er 1929 eine weitere Novität aus der Taufe hob: Le Preciose des italienischen Komponisten Felice Lattuada (1882–1962).
1930 war Kiepura ein Weltstar der Oper, als er bereits mit seinem ersten Tonfilm Die singende Stadt von einem Millionenpublikum im Kino als „der neue Caruso“ stürmisch gefeiert wurde. Über ein Dutzend Filme folgten bis 1937, zumeist für die Filmgesellschaft Cine-Allianz, in denen er auch in den französischen und englischen Versionen stets die Hauptrolle übernahm. Kiepura-Schlager auf Odeon/Parlophone–Schallplatten erschienen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und gingen um die Welt, wie etwa Heute Nacht oder nie (Mischa Spoliansky), Ninon (Walter Jurmann), Ob blond ob braun, ich liebe alle Frau’n (Robert Stolz). In Mein Herz ruft immer nur nach Dir (1934) war seine Partnerin die ungarische Sänger-Schauspielerin Marta Eggerth, die er am 31. Oktober 1936 in Kattowitz heiratete. Der Ehe entstammen zwei Kinder: Jan Kiepura jun. (geb. 1944) und Marjan Kiepura (geb. 1950).
Mitte der 1930er-Jahre waren die beiden Europas populärstes Künstlerehepaar. In dem polnischen Wintersportort Krynica-Zdrój besaßen sie das Hotel Patria, das bald zum beliebten Treffpunkt der europäischen Society avancierte. So verbrachte etwa die spätere Königin Juliana der Niederlande einige Zeit ihrer Flitterwochen im Hotel Patria.
Den größten gemeinsamen Triumph feierten Kiepura und Eggerth mit dem Film Zauber der Bohème, der 1937 in Österreich gedreht wurde. Es war Kiepuras letzter Film vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der polnische Patriot wanderte mit seiner Frau Marta Eggerth nach Amerika aus, wo Kiepura am 10. Februar 1938 sein Sensationsdebüt an der Met gab. Noch hatten Kiepura und Eggerth ihre Wohnsitze in Krynica und Paris, wo sie vom Kriegsbeginn überrascht wurden. Sie emigrierten in die USA, die zu ihrer zweiten Heimat wurden. Das Jahr 1943 markierte den Beginn von Kiepuras „dritter Karriere“ als triumphaler Operettentenor an der Seite seiner Frau. Gemeinsam traten sie über 2000 Mal in Franz Lehárs Lustiger Witwe auf. Zuerst am Broadway in einer spektakulären Inszenierung von George Balanchine, mit der sie auch landesweit auf Tournee gingen, auf Englisch, Französisch, Italienisch und sogar auf Polnisch in Chicago.
Nach dem Krieg feierten sie auf den Operettenbühnen Europas wieder große Erfolge. Eine farbenprächtige Verfilmung von Das Land des Lächelns 1952 markierte das Ende von Kiepuras Filmarbeit. Im Herbst 1958 gab er – mittlerweile US-amerikanischer Staatsbürger – mehrere umjubelte Konzerte in Polen. Es war das erste Wiedersehen mit seiner Heimat seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
In den Jahren 1955 bis 1957 war er mit seiner Frau in mehreren Produktionen der Lustigen Witwe zu sehen, wie etwa im Londoner Palace Theatre und am New York City Center Theatre, wie auch 1965 in Köln und Berlin. In den USA und in Kanada traten sie bis kurz vor Kiepuras plötzlichem Tod immer wieder in gemeinsamen Konzerten auf.
Jan Kiepura erlag 64-jährig in den USA den Folgen eines Herzinfarktes. Er ist auf dem Powązki-Friedhof in Warschau beerdigt.

Er war mit  Richard Tauber und Joseph Schmidt die populären „Drei Tenören“ der 1930er-Jahre.

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Jan Kiepura – Ach so fromm

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Luciano Pavarotti

Vor zehn Jahren, am 6. September 2007, starb Luciano Pavarotti in seiner Heimatstadt Modena, er war ein italienischer Opernsänger (Tenor) und er war über die Grenzen der Oper und Klassik einer der bedeutendsten Tenöre.

Als Mitglied der Drei Tenöre und als Duett Partner vieler Pop-Künstler wurde Pavarotti zum Superstar. Seinen Ruhm nutzte er auch für Benefizkonzerte.

Sein Vater war Bäcker und seine Mutter arbeitete in einer Tabakfabrik, er wuchs mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer 2-Zimmer-Wohnung auf. Die spätere Sopranistin Mirella Freni, seine Jugendfreundin und Gesangspartnerin, und er wurden von derselben Amme versorgt, ihre Mütter waren Arbeitskolleginnen.  Zunächst wollte er Lehrer werden, daher studierte er an der „Scuola delle Magistrale“ Pädagogik und unterrichtete auch zwei Jahre lang als Volksschullehrer in Modena. Außer in seiner Bäckerei war sein Vater auch als Tenor im Chor der Stadt Modena tätig, schlug aber wegen zu hoher Nervosität den Sängerberuf aus. Im Chor machte auch sein Sohn Luciano seine ersten Gesangserfahrungen. 1956 beschloss Luciano Pavarotti, den Gesang zum Beruf zu machen, und begann, zunächst bei Arrigo Pola in Modena sowie später bei Ettore Campogalliani in Mantua klassischen Gesang zu studieren. Nebenher arbeitete er als Versicherungsvertreter, um sich das Studium – das über sechs Jahre dauerte – finanzieren zu können.
Pavarotti debütierte 1961 am Opernhaus von Reggio nell’Emilia als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“, seiner späteren Paraderolle, und gewann einen internationalen Gesangswettbewerb. Teil des Preises war das Debüt als Rodolfo in Puccinis La Bohème im Opernhaus von Modena. Dirigent der Aufführung war Leone Magiera, sein damaliger Jugendfreund; später war er jahrzehntelang sein Pianist bei Liederabenden. Außerdem war er der damalige Ehemann von Mirella Freni. Die Aufführung wurde von der RAI live übertragen.

Es folgten Einladungen verschiedener italienischer und internationaler Opernhäuser, wie Amsterdam, Covent Garden, die Wiener Staatsoper (Debüt als Rodolfo in La Bohème am 24. Februar 1963), Zürich und Glyndebourne.
1965 trat er mit Joan Sutherland und ihrem Ehemann Richard Bonynge zusammen auf einer Tournee in den USA und Australien auf, ein Jahr später debütierte er an der Mailänder Scala. Auf Vermittlung des Decca-Managers Terry McEwen engagierte Pavarotti ab 1967[4] den früheren Redenschreiber Herbert Breslin (* 1926) als seinen Agenten. „Luciano, you’re a nice guy. So you need a real bastard [Breslin] to do your publicity.“
Breslin organisierte für ihn sein Debüt an der Met 1968. Weitere Auftritte erfolgten in Barcelona, Paris, London sowie bei den Salzburger Festspielen (1978 als italienischer Sänger in Der Rosenkavalier, 1983 in der Titelpartie von Mozarts Idomeneo).
1981 gründete er in Philadelphia einen Wettbewerb für junge Sänger und begann, die Anzahl seiner Auftritte auf der Bühne zu reduzieren. Er trat dagegen häufiger in Konzerten und im Fernsehen auf. Sein Debüt als Regisseur gab Pavarotti 1988 an der Oper von Venedig (La favorita von Gaetano Donizetti).
Breslin gelang es, durch einen gemeinsamen Auftritt von Pavarotti mit den beiden Tenören Plácido Domingo und José Carreras in einer weltweit übertragenen Sportveranstaltung aus dem Opernstar Pavarotti einen Pop- und Superstar zu machen. Das Konzert der drei Tenöre in den römischen Caracalla-Thermen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 am 7. Juli 1990 erreichte etwa eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Das Gesangstrio popularisierte Opernarien und konnte mit diesem Programm bei ihren folgenden Tourneen Fußballstadien und Sportarenen mit Zuhörern füllen. Die Arie Nessun dorma (Vincerò! Vincerò!) gehört zu den berühmtesten und erfolgreichsten Opernarien und hat Pavarotti wahrscheinlich im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien zum Gipfel seines Ruhmes geführt.[7] Die Musikwelt kritisierte die astronomisch hohen Gagen als Kommerzialisierung sowie eine Banalisierung des Opernrepertoires.

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Luciano Pavarotti – Nessun Dorma ᴴᴰ

 

Luciano Pavarotti – ‚O sole mio

 

La Traviata – Plácido Domingo, Luciano Pavarotti & José Carreras