Bemerkenswert

Bücher von Hilla M. Faseluka

Am 27. Oktober 2017 veranstaltet der Verein KIW – Kultur Integrieren in Wien sein Herbstfest der Autoren , mehr gibt’s auf der Einladung

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Mata Hari – Künstlerin & Spionin – einhundert Jahre nach ihrer Hinrichtung

Sie wurde am 7. August 1876 in Leeuwarden, Niederlande als Margaretha Geertruida Zelle geboren. Vor und während dem ersten Weltkrieg war sie als exotische Nackttänzerin und exzentrische Künstlerin berühmt, in dieser Zeit benutzte sie den Künstlernamen Mata Hari, javanisch: Auge des Tages = Sonne.

220px-Mata_Hari_13 Mata Hari (1906)

Unklar ist bis heute, ob sie tatsächlich die raffinierte Doppelagentin war, wie in dem Urteil dargestellt – oder ein willkommenes Bauernopfer des französischen Militärgerichts, weil die Kriegsbegeisterung merklich nachließ und ein Sündenbock für die Niederlagen und Verluste hilfreich schien. Dies wird sich, wenn überhaupt, erst 2017 – einhundert Jahre nach ihrem Tod – endgültig klären, wenn die französischen Gerichtsakten geöffnet werden. Dass Mata Hari, vermutlich im Spätherbst 1915, in den Dienst des deutschen Geheimdienstes trat, ist heute unstrittig. Aus den zeitgenössischen Akten des britischen Geheimdienstes MI5, die am 21. Januar 1999 freigegeben wurden und nun im Britischen Nationalarchiv öffentlich zugänglich sind, geht jedoch hervor, dass sie offenbar keine wesentlichen Geheimnisse an die Deutschen verraten hat. Derzeit scheint es, als habe Mata Hari am Ende ihrer Tanzkarriere mit einer kläglich-naiven, bedeutungslosen Informationstätigkeit ihr drohendes Schicksal, als Künstlerin in Vergessenheit zu geraten und unter akuter Geldnot zu leiden, abzuwenden versucht und dabei die Gefährlichkeit ihres Handelns nicht erkannt.
Die deutsche Kriegspropaganda, die den Fall auszunutzen gedachte, bezeichnete sie als „Opfer des französischen Kriegswahns“ und läutete mit dem politischen Finale des Idols seine dramatisch-romantische Verklärung ein. Ihre Lebensgeschichte war bislang Stoff für über 250 Bücher und ein Dutzend Filme. Die Quellenlage ist jedoch nach wie vor dünn, basiert doch nur ein Bruchteil dieser Bücher und Filme auf verlässlichen Quellen.

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Mata Hari – Exotik und Erotik / Dokumentation 2017

 

René Goscinny – Autor – Asterix & Obelix

Wir kennen Asterix & Obelix oder Lucky Luke und haben die Geschichten geliebt, vielleicht kennt auch noch die Jugend diese Comichefte. Vom Autor weiß man aber nichts, das soll mit diesem Text geändert werden. Viel Vergnügen beim Lesen.

René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Paris geboren, seine Kindheit verbrachte er in  Buenos Aires. Sein Vater Stanislas „Simkha“ Gościnny war Chemie-Ingenieur und starb 1943. Seine Mutter, Anna (Hanna) Bereśniak-Gościnna, an der er zeitlebens sehr hing, starb 1974 in Paris. Nach dem Abitur arbeitete er als Hilfsbuchhalter und später als Zeichner in einer Werbeagentur.
1945 wanderte er nach New York aus mit dem Ziel, für Walt Disney zu arbeiten. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung, und so verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. Der spätere MAD-Gründer Harvey Kurtzman, den er in New York kennenlernte, verschaffte ihm die Möglichkeit, Kinderbücher zu kolorieren. 1949 lernte er Morris (Maurice de Bévère) kennen, der ihn bestärkte, weiter an Comics zu arbeiten. Ab 1955 schrieb Goscinny für Morris die Texte des Comics Lucky Luke.
1950 zog er wieder nach Europa und ließ sich in Brüssel nieder, wo er erstmals Comics veröffentlichen konnte. Goscinnys 1950 entstandene Serie Dick Dicks, die Parodie einer Detektivgeschichte, wurde in einigen Tageszeitungen veröffentlicht, u. a. 1955/56 in La Libre Junior, der Kinderbeilage von La Libre Belgique. Die einzige andere von ihm gezeichnete Serie war Le capitaine Bibobu, die 1955/56 in Risque-Tout erschien. Danach stellte er seine zeichnerischen Aktivitäten ein und widmete sich ausschließlich dem Schreiben von Szenarios für andere Künstler.
1951 traf Goscinny den Zeichner Albert Uderzo, mit dem er eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit als Szenarist begann. Gemeinsam schufen sie die folgenden Serien:
– den Kaperkapitän Pitt Pistol (1952–1956 in La Libre Junior)
– den jungen Reporter Luc Junior (1954–1957 in La Libre Junior) (mit gewissen Ähnlichkeiten zu Tim und Struppi)
– das Geschwisterpaar Benjamin & Benjamine (1956–1959 im gleichnamigen Magazin sowie in Top)
– den Indianer Umpah-Pah (1958–1962 in Tintin)
– den Gallier Asterix, ihren mit Abstand größten Erfolg, der 1959–1974 in Pilote vorveröffentlicht wurde und heute ausschließlich in Alben Form erscheint.

Ab 1952 wurde Goscinny als Autor bei dem Magazin Spirou aktiv. Hier schrieb er zunächst drei Onkel-Paul-Episoden sowie für Jijé ein Jerry-Spring-Abenteuer, konzentrierte sich ab 1955 aber fast ausschließlich auf Lucky Luke, den einsamen Cowboy von Morris. Ab 1956 schrieb er auch Szenarios und Gags für das Magazin Tintin, wo er mit etlichen Zeichnern zusammenarbeitete, u. a. mit Franquin an Mausi und Paul, mit Maréchal an Prudence Petitpas (dt.: „Oma Pfiffig“ in Fix und Foxi), mit Berck an Strapontin (dt.: „Kasimir“ in ZACK), mit Attanasio an Spaghetti und nicht zuletzt mit Uderzo an Umpah-Pah.

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Asterix & Obelix

Jetzt kommen die streitbaren Gallier Asterix und Obelix die ihre Stadt gegen die mächtigen Römer mit dem geheimnisvollen Zaubertrank verteidigen.

Astérix_&_Obélix_Bruxelles_rue_de_la_Buanderie Wandgemälde der Hauptfiguren in Brüssel

Asterix (im Original: Astérix) ist die 1959 von Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (* 1927) geschaffene, erfolgreichste französische Comicserie mit der gleichnamigen Hauptfigur im Mittelpunkt.
Die Abenteuer des Titelhelden umfassen bislang 36 Alben, darunter 34 in sich geschlossene Geschichten von Alben Länge. Mit Band 35 wurde die Serie von Zeichner Didier Conrad und Texter Jean-Yves Ferri übernommen. Zudem sind im Laufe der Jahre einige Kurzgeschichten erschienen. Mehrere Abenteuer wurden verfilmt. Die ausgewogene Kombination von subtilem und satirischem Humor mit grobem Klamauk spricht eine ungewöhnlich breite Leserschaft in vielen Altersgruppen und sozialen Schichten an. Asterix gehört zudem zu den wenigen Comics, die im Schulunterricht, vor allem im Fremdsprachenunterricht für Französisch, Latein und Altgriechisch, verwendet werden.
Der Name „Asterix“ leitet sich von dem typografischen Zeichen Asterisk ab, griechisch für Sternchen ἀστερίσκος, asterískos.

Asterix und Obelix – Passierschein A38

Lucky Luke

Lucky Luke ist die Titelfigur einer seit 1946 erscheinenden belgischen Comic-Serie des Zeichners Morris. Lucky Luke ist mit mehr als 30 Millionen verkauften Alben in Deutschland die erfolgreichste Comic-Serie im Alben-Sektor nach Asterix.
Bis 1955 schrieb Morris die Geschichten noch selbst. Danach verfasste René Goscinny die Texte. Seit Goscinnys Tod 1977 wechseln die Autoren. Vor der Alben Veröffentlichung erschien die Serie lange Zeit als Fortsetzungen im Magazin Spirou, danach vor allem in Pilote. Die erste deutsche Übersetzung erschien Ende 1958. Der letzte Lucky-Luke-Band von Morris erschien 2002, ein Jahr nach dessen Tod. Derzeit wird die Serie vom Zeichner Achdé und vom Texter Laurent Gerra gestaltet.

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LUCKY LUKE DEUTSCH – EP39 – Die dicke Berta

 

Ralph Benatzky

Er wurde am 5. Juni 1884 in Mährisch Budwitz, Altösterreich als  Rudolph Josef František Benatzky geboren.

1899 trat Rudolph Josef František Benatzky in die k.u.k. Kadettenanstalt in Wien ein. Als ausgemusterter Fähnrich wurde er 1904 Leutnant in einem Infanterie-Regiment und war in Prag und Kolomea in Galizien stationiert, bis er 1907 krankheitsbedingt beurlaubt und 1909 in den Ruhestand versetzt wurde. Er studierte in Prag und Wien Germanistik, Philosophie und Musik und wurde im Jahre 1910 mit einer Arbeit über Goethe und das Volkslied in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert. Im Wiener Kabarett „Hölle“ wurden 1908/09 seine ersten Chansons gesungen, er nannte sich nunmehr Ralph Benatzky. Seine ersten Erfolge erzielte er 1912 als Künstlerischer Leiter des Kabaretts „Bonbonniere“ in München und 1914 als Co-Direktor der „Bunten Bühne Rideamus“ in Wien. Der Schüler von Antonín Dvořák in Prag und Felix Mottl in München begann, frech-frivole Lieder für das Kabarett zu schreiben, wobei auch die Liedtexte von ihm selbst stammten.
Am 4. Oktober 1909 heiratete Benatzky die Sängerin und Schauspielerin Fédi Férard (eigentlich Eugenie Ninon Decloux), ca. 1914 wurde die Ehe wieder geschieden.
1914 lernte er die Diseuse Josma Selim kennen, deren Hauptkomponist und Klavierbegleiter er wurde und die er am 15. November 1914 heiratete. Mit dem eigenen Chanson Programm Heitere Muse trat er mit ihr in mehreren europäischen Hauptstädten auf. 1910 schrieb er seine erste Operette, der weitere folgten. Im selben Jahr wurde er musikalischer Leiter an der Münchner Kleinkunstbühne „Bonbonniere“, 1914/15 Co-Direktor und Oberspielleiter in der Bunten Bühne „Rideamus“ in Wien. Mit der Operette Liebe im Schnee konnte er 1916 seinen ersten großen Operettenerfolg am Ronacher Theater in Wien feiern.
Mit der Revue An alle im Großen Schauspielhaus begann 1924 seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Erik Charell in Berlin, wo er sich 1927 wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten zusammen mit seiner Frau niederließ. Nach einer Serie von reinen Revuen, die Benatzky mit Charell in Berlin und zusammen mit Karl Farkas und Fritz Grünbaum in Wien schuf, komponierte er fürs Große Schauspielhaus ab 1928 die Trilogie der sogenannten „Historischen Revueoperetten“, auf denen Benatzkys Weltruhm basiert (jeweils mit Charell als Produzent und Regisseur): Casanova (1928), Die drei Musketiere (1929) und als krönender Höhepunkt Im weißen Rößl (1930). Die Stücke zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf geschickte Weise alte, bereits bekannte Musik mit neuen Jazz-Klängen der 1920er Jahre kombinieren; Benatzky selbst sprach im Fall der Musketiere von einer Musik „von gestern und heute“. Besonders auch im Rößl verband Benatzky typische (Pseudo-)Folkloreweisen mit tagesaktuellen, synkopierten Tanzrhythmen und erzielte damit weltweit einen Erfolg – es gab bedeutende Produktionen in London und Wien (1931), Paris (1932) und New York (1936). Allerdings war Benatzky lange mit seinem bis heute berühmtesten Werk aus künstlerischer Sicht unzufrieden, da er zwar für die musikalische Gesamtgestaltung verantwortlich war (und die entsprechenden Tantiemen bekam), aber auf Wunsch Charells nicht alle Musik selbst komponieren durfte und in letzter Sekunde das Verfassen der Liedtexte an Robert Gilbert abgeben musste, dies trotz anderweitiger, vorheriger vertraglicher Absprachen mit Charell.

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Eines seine vielen Werke ist Axel an der Himmelstür

Max Hansen – Axel an der Himmelstür – Die Allergrößte Zukunft Hat Die Liebe

 

Alban Berg

Wozzeck – Alban Berg – Programm Theater an der Wien

das Programm

 

Er lebte bis zu seinem Tod am 24. Dezember 1935 in Wien, er war Komponist der zweiten Wiener Schule.

Alban Berg wurde am  9. Februar 1885 in Wien geboren, am 1. März 1885 wurde in der Pfarrkirche St. Peter auf den Namen Albano Maria Johannes Berg getauft. Das „o“ in Albano stand nur auf dem Taufschein und tauchte danach nie wieder auf.

Seine Eltern waren der  wohlhabenden Geschäfts- und Exportkaufmanns Conrad Berg und seine Frau Johanna, Alban und seine Geschwister hatten ein Sorgenfreies Leben.

Als Alban 15 Jahre alt war, starb sein Vater, und seine Mutter führte das Devotionaliengeschäft ihres Mannes weiter. Vielseitig begabt, war er als Schüler an Literatur und Musik gleichermaßen interessiert; zusammen mit seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Smaragda erhielt er Klavierunterricht und begann mit 16 Jahren Lieder zu komponieren, die von seinem älteren Bruder Charly – der bereits Kaufmann war – und Smaragda gesungen wurden.
Als 17-Jähriger verliebte sich Alban Berg in das im elterlichen Haushalt tätige Küchenmädchen Marie Scheuchl. Am 4. Dezember 1902 brachte Marie Scheuchl seine uneheliche Tochter Albine († 1954) zur Welt, zu deren Vaterschaft sich Alban Berg am 8. Dezember 1903 schriftlich bekannte.
Im Oktober 1904 erschien in der Neuen Musikalischen Presse die Ankündigung eines Kompositionskurses des 30-jährigen Komponisten Arnold Schönberg. Charly Berg legte ihm ohne Albans Wissen Lieder seines Bruders vor und Schönberg erklärte sich bereit, den jungen Mann in seinen Kurs aufzunehmen. Nach dem Ende des Kurses unterrichtete Schönberg Alban unentgeltlich privat weiter, weil dieser, als unbezahlter Rechnungspraktikant der Niederösterreichischen Landesregierung, über kein Einkommen verfügte und seine Mutter zu wenig verdiente, um ihm eine Ausbildung zum Komponisten zu ermöglichen. Im folgenden Jahr fiel Johanna Berg nach dem Tod ihrer Schwester eine reiche Erbschaft zu, die ihr die Möglichkeit gab, ihre beiden Söhne jahrelang mit einer großzügigen Apanage zu unterstützen.
Ende des Jahres 1906 lernte der junge Komponist die gleichaltrige Helene Nahowska kennen. Sie galt als Tochter des reichen Privatiers Franz Nahowski und seiner Frau Anna, war aber möglicherweise die Tochter des Kaisers Franz Joseph I. Jedenfalls stellte sich Herr Nahowski jahrelang gegen eine Verbindung der beiden, bis er 1911 widerwillig seine Zustimmung zur Hochzeit gab. Ab da verbrachten Alban und Helene ihre Sommerurlaube häufig im Haus der Schwiegereltern in Trahütten, einem hochgelegenen Dorf in der Steiermark, seltener auf Johanna Bergs Besitztum, dem „Berghof“, am Ossiachersee in Kärnten.
Im Jahr 1912 entstanden die Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4. Zwei dieser Lieder, die Nummern 2 und 3, brachte Arnold Schönberg im Rahmen des berüchtigten Skandalkonzerts von 1913 zur Uraufführung. Diese beiden Lieder führten zu jenem berühmten Tumult, infolgedessen das Konzert abgebrochen werden musste.
Arnold Schönberg feierte am 13. September 1914 seinen 40. Geburtstag. Alban Berg verehrte ihm seine nahezu vollendeten Drei Orchesterstücke, op. 6; aufgeführt konnten sie allerdings nicht werden, weil zwei Monate zuvor der Erste Weltkrieg begonnen hatte.
Von August 1915 bis November 1918 diente Berg in der österreichischen Armee, wegen seines Asthmas nicht an der Front, sondern als Schreiber im Kriegsministerium in Wien. Schon 1915 arbeitete er an der Textfassung seiner ersten Oper Wozzeck, die er 1917, in enger Anlehnung an Georg Büchners Drama Woyzeck, abschloss. Zu komponieren begann er in den beiden letzten Kriegsjahren – zumeist während mühsam erlangter „Urlaube“ – im weniger hungernden Trahütten.
Nach dem Ersten Weltkrieg unterrichtete Alban Berg Komposition und unterstützte Arnold Schönberg in der Leitung des Vereins für musikalische Privataufführungen. Die Komposition des Wozzeck war 1921 vollendet, im nächsten Jahr erschien im Selbstverlag der Klavierauszug.
Im Juni 1923 wurden zwei der drei Orchesterstücke aus dem Jahr 1914 im Rahmen der Österreichischen Musikwoche in Berlin aufgeführt, im August erklang beim Internationalen Kammermusikfest in Salzburg mit großem Erfolg Alban Bergs erstes Streichquartett, das er 12 Jahre zuvor für seine Frau Helene komponiert hatte.
Im Juni 1924 führte der Dirigent Hermann Scherchen Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck beim Festkonzert des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Frankfurt auf, in Österreich erhielt Alban Berg den Kunstpreis der Stadt Wien und für das Jahr 1925 war die Uraufführung seiner Oper Wozzeck durch Erich Kleiber in Berlin beschlossene Sache.
In der Zeit vom 15. bis 20. Mai 1925 fand in Prag ein Internationales Musikfest statt, bei dem die Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck durch Alexander Zemlinsky auf das Programm gesetzt wurden. Auf Betreiben Franz Werfels, dem Freund Alma Mahlers, lud dessen Schwester Hanna, Frau des Fabrikanten Herbert Fuchs-Robettin, Alban Berg zu dieser Veranstaltung ein. Eine ganze Woche lebte Alban in Kontakt mit Hanna, ihren beiden Kindern und ihrem Mann. In dieser Zeit entstand ein Liebesverhältnis zwischen Alban und Hanna, das bis zur Uraufführung des Wozzeck am Ende des Jahres in Berlin andauerte. Alban Bergs im nächsten Jahr fertig gestelltes zweites Streichquartett, die Lyrische Suite, schildert nicht nur durch die Musik, sondern auch im geschriebenen Wort den tiefen Eindruck, den diese Zäsur in seinem Leben machte. War bisher alles Komponierte im Blickpunkt auf Helene entstanden, änderte sich dieser nun auf Hanna Fuchs, symbolisiert durch die Töne „H“ und „F“.
Zu Ende des Jahres 1927 konkretisierte Berg einen neuen Opernplan: Aus zwei Dramen Frank Wedekinds, aus Erdgeist und Die Büchse der Pandora, erstellte er das Libretto zu einem dreiaktigen Werk, zur Oper Lulu. Die Universal Edition, sein Musikverlag, war an der Realisierung dieser Komposition sehr interessiert.
In den folgenden Jahren errang Alban Bergs Wozzeck große Erfolge, sowohl an den Bühnen Deutschlands, als auch in der Sowjetunion (1927 St. Petersburg) und in den USA (1931 Philadelphia). Er war ein gefragter Juror und häufig Gast bei den Premieren seiner Oper, so 1930 in Wien, ein Jahr später in Zürich und 1932 in Brüssel, wo er ein Liebesverhältnis mit Anny Askenase, der Frau eines seiner Gastgeber, einging. Im gleichen Jahr ersteigerte sich der Komponist ein Haus in Auen (Gemeinde Schiefling am Wörthersee) in Kärnten, das „Waldhaus“, in dem er nun den Großteil des Jahres lebte und in Ruhe arbeiten konnte.
1933, nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland, emigrierte Arnold Schönberg nach Amerika, und auch Alban Bergs Musik wurde als „jüdisch“ diffamiert. Viele Bühnen wagten es nicht mehr, seine Oper Wozzeck aufzuführen, und dadurch gingen die Einnahmen drastisch zurück. Er lebte nun von einer monatlichen Ressource, die ihm die Universal Edition bis zur Vollendung seiner Oper Lulu ausgesetzt hatte. Sein körperliches Befinden verschlechterte sich, Asthma und die Anfälligkeit zu Furunkel Bildung nahmen zu.
Im Februar 1935 begann Alban Berg mit der Komposition eines Violinkonzerts, einer Auftragskomposition des amerikanischen Geigers Louis Krasner, die ihm dringend benötigtes Geld brachte und im August fertig war.
Wie bei seiner Oper Wozzeck stellte Alban Berg unter dem Titel Symphonische Stücke aus der Oper Lulu bereits komponierte Teile seiner Oper zu eine Suite von fünf Stücken zusammen, die im Dezember 1935 in Wien zur Uraufführung gelangte. Wenige Tage danach wurde der Komponist mit einer schweren Furunkulose ins Spital eingeliefert und starb an einer Sepsis in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.
Nach den publizierten Erinnerungen von Soma Morgenstern war Alban Bergs früher Tod durch seine Frau Helene verursacht, die ihrem Gatten aus Sparsamkeit ein Furunkel unfachmännisch aufgeschnitten und dadurch die Blutvergiftung ausgelöst haben soll.

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WOZZECK

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Wozzeck ist eine Oper in drei Akten mit 15 Szenen von Alban Berg. Das Libretto beruht auf dem deutschsprachigen Dramenfragment Woyzeck von Georg Büchner. Es gibt eine gleichnamige Oper über denselben Stoff von Manfred Gurlitt. Die Spielzeit beträgt rund 90 Minuten.

1914 sah Alban Berg Büchners Drama auf der Bühne der Wiener Kammerspiele mit Albert Steinrück in der Titelrolle und begann 1915 mit der Arbeit an der Oper. 1917 stellte Berg die dramaturgische Einrichtung fertig.
Zunächst hatte er nur Texte zur Verfügung, die auf die „Wozzeck“ betitelte Ausgabe von Karl Emil Franzos 1879 zurückgehen. Diese stellt eine Bearbeitung dar, bei der – neben der notwendigen Festlegung einer Szenenreihenfolge – Sätze ausgelassen, verändert und sogar frei hinzugefügt wurden. Erst im November 1919, nach Fertigstellung des ersten Akts und der Szene II/2, las Berg einen kürzlich erschienenen Aufsatz von Georg Witkowski, der diesen Text kritisierte. Dessen eigene, streng quellenorientierte, jedoch auch mit Lesefehlern behaftete Ausgabe lag Berg wohl im Sommer 1921 vor, außerdem eine nochmals verbesserte Ausgabe des Insel-Verlags. Wegen der Bindung von Text und Musik entschloss er sich, komplett am veralteten Text festzuhalten, und machte dies diskret durch Beibehaltung der Schreibweise „Wozzeck“ deutlich. Er versuchte jedoch, verloren gegangene Bedeutungen des Büchnerschen Stücks über die Musik in die Oper zurückzuholen.
Im Oktober 1921 war die Oper fertiggestellt. Die Aufführung von drei Ausschnitten im Jahr 1924 führte zum ersten öffentlichen Erfolg. Die Drucklegung der Oper erfolgte 1925 mit finanzieller Unterstützung von Alma Mahler-Werfel, der Witwe von Gustav Mahler. Alban Berg widmete ihr aus Dankbarkeit die Oper. Am 14. Dezember 1925 fand die Uraufführung unter der Leitung von Erich Kleiber in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin statt.

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Wozzeck ( Alban Berg ) Hauptmann 1.Szene

 

Franz von Suppé

Er wurde am 18. April 1819 in Spalato (Split), Dalmatien geboren, sein bürgerlicher Name lautet Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppè-Demelli.

Er sollte als Franz von Suppé als österreichischer Komponist berühmt werden und hinterließ ein Gesamtwerk von über 200 Bohnenwerken davon viele Operetten, seine bekannteste ist  Boccaccio.

Suppés Vater entstammte einer ursprünglich belgischen, später in Dalmatien lebenden Familie. Suppés Mutter war Wienerin. Bereits mit acht Jahren sang er im Kirchenchor der Kathedrale von Split, dessen Chorleiter Giovanni Cigalla ihm erste musikalische Kenntnisse vermittelte. Flötenunterricht erhielt Franz von Suppé vom Kapellmeister Giuseppe Ferrari. Von beiden Lehrmeistern konnte sich von Suppé bereits in jungen Jahren grundlegendes kompositorisches Wissen aneignen.

Mit 15 Jahren begann er dann auf Wunsch seines Vaters eine Ausbildung zum Juristen an der Universität Padua. Sein ganzer Enthusiasmus galt allerdings nach wie vor nur der Musik. So fuhr er häufig nach Mailand und sah nicht nur Opern im Teatro alla Scala, sondern trat auch in persönlichen Kontakt mit Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti und dem jungen Giuseppe Verdi.

Mit sechzehn Jahren schuf er sein erstes größeres Werk, eine Messe in F-Dur, die er erst vierzig Jahre später als Missa Dalmatica veröffentlichte.

Nach dem Tod seines Vaters im Januar 1835 zog er im September 1835 nach Wien und begann dort ein Medizinstudium, das er jedoch rasch wieder aufgab, um am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien bei Simon Sechter und Ignaz Xaver von Seyfried, einem Freund Ludwig van Beethovens, zu studieren. Zur Finanzierung des Studiums gab er Italienisch-Unterricht.

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Franz von Suppé schrieb viele Operetten, eine davon ist die Frau Meisterin.

Franz von Suppé – Die Frau Meisterin (Ouverture)

Alexander Girardi – Schauspieler und Operettensänger

Er wurde am  5. Dezember 1850 in Graz als Sohn des aus Cortina d’Ampezzo stammenden Schlossermeisters Andreas Girardi in Graz geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er beim Stiefvater auf, welcher ihn eine Schlosserlehre absolvieren ließ. Gegen dessen Willen trat er der Laienspielgruppe Die Tonhalle bei, wo sein Talent entdeckt wurde. So erhielt er 1871 ein Engagement am Wiener Strampfer-Theater. Dort war er häufig der Partner von Josefine Gallmeyer.

1874 wechselte Girardi ans Theater an der Wien, dem er 22 Jahre lang treu blieb. Dort feierte er auch seine größten Erfolge als Gesangskomiker und 1. Jugendlicher. 1896/97 wirkte er am Carltheater und anschließend zwei Jahre am Deutschen Volkstheater in Wien. Daneben führten ihn Gastspiele an alle anderen bedeutenden Bühnen von Wien, aber auch nach Deutschland (Berlin, Hamburg, Dresden).
Eine seiner bekanntesten Rollen war der Valentin in Raimunds Verschwender mit seiner Interpretation des Hobelliedes (der bekanntesten Nummer der Bühnenmusik von Conradin Kreutzer).
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs zog sich Girardi von der Bühne zurück und kehrte in seine Heimatstadt Graz zurück. Zwei Monate vor seinem Tod 1918 erhielt er nochmals einen Ruf an das Wiener Burgtheater, wo er die Rolle des Fortunatus Wurzel in Raimunds Der Bauer als Millionär verkörperte.
Girardi war auch für seine Interpretation der Wienerlieder von Alexander Krakauer bekannt.

Im Alter von 67 Jahren starb Alexander Girardi am 20. April 1918 in Wien. Er ruht auf dem Wiener Zentralfriedhof (33E-9-16) in einem ehrenhalber gewidmeten Grab.

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FIAKERLIED – A. GIRARDI – Canzone dei vetturini viennesi

 

 

Die schöne Helena

Die schöne Helena (französisch La Belle Hélène) ist eine Opéra-bouffe bzw. eine Buffo-Oper in drei Akten von Jacques Offenbach und den Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy. Die Uraufführung fand am 17. Dezember 1864 im Théâtre des Variétés in Paris statt. Offenbach konnte damit an den Erfolg seiner Opéra-bouffe Orpheus in der Unterwelt (1858) anknüpfen, die ebenfalls einen Stoff der klassischen Antike persifliert. Im Unterschied zu Orpheus steht und fällt der Erfolg der Schönen Helena jedoch mit der weiblichen Titelrolle, in der Uraufführung dargestellt von Hortense Schneider, bei der Wiener Erstaufführung von Marie Geistinger. Berühmte weitere Interpretinnen waren u. a. Emily Soldene im anglo-amerikanischen Raum.

Hortense Schneider (1833–1920) war die gefeierte Sängerin und Kurtisane, für deren spezielle Talente Offenbach La belle Hélène konzipierte, sowie später auch weitere Operetten wie Barbe-bleue 1866, La Grande-Duchesse (de Gerolstein) 1867, La Périchole 1868 und La Diva 1869. Schneider zeichnete sich mehr durch ihre enorme Bühnenpräsenz und erotischen Reize aus, als durch klassische Gesangskünste. Der Romancier Emile Zola porträtiert sie – ironisch zugespitzt – in Nana (1880) als Darstellerin ohne sonderliche Begabungen, die es aufgrund ihrer körperlichen Reize schafft, das Pariser Gesellschaftspublikum mit Nacktauftritten in den Bann zu schlagen.
Das Publikum der Offenbach-Operetten bestand – wie u. a. Kracauer in Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit schreibt – aus höchsten Adelskreisen und der Halbwelt. So fand man im Publikum Bankiers, Schriftsteller, Diplomaten, Kurtisanen aber auch kaiserliche Würdenträger, die großen Amüsierbedarf (sowohl intellektuell als auch sexuell) hatten und deutlich lockerere Moralvorstellungen als das Bürgertum.
Offenbach und seine Librettisten machen sich in den sogenannten „Offenbachiaden“ besonders über die Mittelschicht, Neureiche, Emporkömmlinge und deren konservative Moralvorstellungen lustig; nicht, wie fälschlich oft angenommen, über die Herrschenden insgesamt, im Sinn von Brechts klassenkämpferischem Theater. Es war ein Lachen von oben nach unten, kein Protest von unten nach oben. Somit kann auch die Figur der Sparta-Königin Helena – der „schönsten Frau der antiken Welt“ – nicht als Abbild von Kaiserin Eugénie gesehen werden, wie manchmal behauptet wird.
Anhand der Tagebücher des Librettisten Halévy lässt sich feststellen, dass er als Staatsbeamter zwar eine zwiespältige Haltung gegenüber dem Regime Napoleons III hatte, jedoch sind keine Hinweise auf Untergrabungen gegen Napoleon III. zu finden. Anhaltspunkte für den Verfall der Sitten und Kritik am Zweiten Kaiserreich sucht man ebenso in den Tagebüchern vergebens. Was man aus ihnen sicher ableiten kann ist, dass sich die Operette aktiv an der Polemik gegen die falschen Moralisten (jene, die die Staatsmacht als oberste Instanz und Hüter der Moral ansahen, in Verkörperung des Kaisers, der für seine halbweltlichen Eskapaden bekannt war) beteiligt hatte.
Hans Jörg Neuschäfer begründet in seinem Artikel „Die Mythenparodie in La Belle Hélène“ in Jacques Offenbach und seine Zeit, wie Offenbach mit dem Aspekt des Scherzhaften spielt, jedoch den Mythos der Helena-Sage bewahrt. Er begründet seine Aussage mit zwei Prinzipien, die für ihn vor allem den Aspekt der Burleske (des Scherzhaften) aufzeigen. Ein Prinzip besteht für ihn darin, dass die antiken Schauplätze der Operette mit der Gegenwart verbunden werden. So wird aus Sparta Paris und aus Nauplia das mondäne Seebad Trouville. Somit rückt die Handlung der Belle Hélène in Reichweite des Pariser Publikums der 1860er Jahre. Das zweite Prinzip ist die Reduktion des Übermaßes an moralischer und physischer Kraft, sowie dass er den Heroismus der antiken Sagenvorlage auf das Mittelmaß menschlicher Schwäche herabsetzt, um komischen Effekt zu erzielen (die Helden der Geschichte werden alle als lächerliche Könige und Krieger dargestellt).

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Jacques Offenbach: Overture to La Belle Helene

 

Jacques Offenbach

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Jakob „Jacques“ Offenbach  wurde am 20. Juni 1819 in Köln geboren, er war ein deutsch-französischer Komponist und Cellist. Außerdem  gilt als Begründer der modernen Operette als eigenständiges und anerkanntes Genre des Musiktheaters. Seine bekanntesten Stücke sind die Tanznummer Cancan aus Orpheus in der Unterwelt sowie die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen.

Jakob Offenbachs Eltern waren der Kantor Isaac Ben-Juda Eberts oder Eberstadt; * 26. Oktober 1779 in Offenbach, † 26. April 1850 in Köln und Marianne Rindskopf, Tochter eines Geldwechslers. Isaac Ben-Juda Eberts zog 1802 nach Köln-Deutz, heiratete dort 1806 Marianne Rindskopf und änderte seinen Familiennamen in Offenbach, nach seinem Geburtsort Offenbach. Isaac zog 1816 mit seiner Frau in die Kölner Altstadt-Süd zum Großen Griechenmarkt 1. Hier übte er zwischen 1824 und 1828 das Amt des Kantors in der Kölner Synagogengemeinde der Glockengasse aus.
Jakob kam als siebtes von zehn Kindern zur Welt, einige seiner Geschwister zeigten Talent für Violine (Julius) oder Piano (Isabella). Jakob Offenbach erhielt seinen ersten Cello- und Violin Unterricht von seinem Vater, übte jedoch heimlich am Violoncello. Ab dem 25. November 1830 trat Jakob mit Isabella und Juda im Gymnicher Hof (am Neumarkt) als Trio auf, um Geld für den Musikunterricht zu verdienen.

Um seinen Söhnen Jakob und dem vier Jahre älteren Julius (Jules) eine bessere Musikausbildung zu ermöglichen, reiste der Vater mit ihnen im November 1833 nach Paris. Das dortige „Conservatoire national de musique et de déclamation“ stand damals Ausländern nicht offen; in einem Erlass des Jahres 1822 verfügte der Minister, dass er sich die Zulassung von Ausländern vorbehalte. Selbst Franz Liszt erhielt durch den Leiter Luigi Cherubini wegen dieses Vorbehalts keine Zulassung. Der mit Empfehlungsbriefen angereiste Vater blieb hartnäckig und bekam die Zulassung für Sohn Jakob noch am 30. November 1833 (Eintragung in die Schülerliste). Jakob zog in eine Dachboden-Wohnung in der rue des Martyrs Nr. 23 und besuchte die Celloklasse von Olive-Charlier Vaslin (1794–1889), die er ohne Abschluss 1834 freiwillig wieder verließ. Jakob – der sich nunmehr Jacques nannte – heuerte 1835 als Cellist bei der Opéra-Comique für ein Monatsgehalt von 83 Francs an und erhielt ab 1837 Kompositionsunterricht bei Jacques Fromental Halévy.
Seit 1836 komponierte er kleinere Romanzen, Walzer und Salonstücke (Winterblumen, französisch Fleurs d’hiver, 1836; Rebecca, 1837), 1838 verlor er seine Stelle bei der Opéra-Comique. 1841 lernte er die Spanierin Hermine d’Alcain kennen, deren Vater als Konzertagent tätig war und Offenbachs erste Konzertreise im Mai 1844 an den Londoner Königshof ermöglichte, wo er vor Königin Victoria musizierte. Nachdem Offenbach zum Katholizismus konvertiert war, durfte er Hermine d’Alcain (1826–1887), die katholische Tochter eines spanischen Karlistenführers, am 14. August 1844 heiraten. Gemeinsam hatten sie fünf Kinder, Berthe (* 1845), Minna (* 1850), Pépita (* 1855), Jacqueline (* 1858) und Auguste (* 1862). Sein erstes Stück L’Alcôve erschien 1847, es folgte 1849 Marietta (in Köln auf Deutsch als Marielle oder Sergeant und Commandant aufgeführt). Jacques zog während der Deutschen Revolution zwischen März 1848 und Juli 1849 mit seiner Familie nach Köln, weshalb er dort Marietta neufasste. Bereits 1849 kehrte die Familie zurück nach Paris, wo er im selben Jahr die Stelle als Kapellmeister am Theatre-Francais annahm und sein Werk Pepito im Oktober 1853 im Théâtre de variétés aufführte. 1855 verließ er das Theatre-Français. Mit Fortunios Lied (französisch La chanson de Fortunio; Uraufführung am 5. Januar 1861) feierte er seinen ersten Bühnenerfolg. Hier machte er sich einen Ruf als hervorragender Virtuose und spielte mit Pianisten wie Anton Rubinstein, Franz Liszt und Felix Mendelssohn Bartholdy.

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Jaques Offenbach – Barcarole – Les Contes d’Hoffmann

 

 

 

 

Richard Tauber und die drei Tenöre in den 1930iger Jahre

Schon in den 1930iger Jahre gab es die drei Tenöre,  das waren Jan Kiepura, Richard Tauber und Joseph Schmidt, sie waren zu ihrer Zeit sehr bekannt und beliebt.

Richard Tauber war das uneheliche Kind der Soubrette Elisabeth Denemy (verwitwet nach Karl Seyfferth) und des konvertierten jüdischen Schauspielers und Chemnitzer Opern-Intendanten Anton Richard Tauber, er wurde am 16. Mai 1891 in Linz  als Richard Denemy  geboren. Das Geburtshaus war das Hotel Zum schwarzen Bären in Linz. Der Eintrag im Taufregister lautete auf Richard Denemy. Der rechtliche Status und der Name wurden 1913 infolge der Adoption durch den Vater geändert. Bedingt durch den Beruf der Mutter wuchs Tauber in Linz bei Pflegeeltern auf und besuchte dort auch die Volksschule. Richard Tauber war von Geburt an römisch-katholisch (in Linz getauft), seine Mutter war römisch-katholisch und sein Vater war als Jugendlicher zum römisch-katholischen Glauben konvertiert. Tauber selbst hat sich als Katholik gesehen und zeitlebens nicht verstanden, dass er von den Nazis verfolgt wurde, nur weil seine Großeltern väterlicherseits praktizierende Juden waren.
Mit zwölf Jahren zog Tauber 1903 zu seinem Vater nach Wiesbaden und besuchte dort für die nächsten fünf Jahre das Gymnasium. Anschließend studierte er von 1908 bis 1910 am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main Klavier und Komposition. Später kam noch das Fach Dirigieren dazu. Durch die Empfehlung seiner Dozenten wurde Tauber in der Zeit zwischen 1911 und 1912 in Freiburg im Breisgau Schüler von Carl Beines und ließ sich im Gesang ausbilden. Dort konnte er am 12. Mai 1912 als Solist des Gesangsvereins „Concordia“ öffentlich debütieren.
Fast ein Jahr darauf, am 2. März 1913, sang Tauber zum ersten Mal in einer Oper. Er debütierte am Theater Chemnitz als Tamino in Die Zauberflöte (Mozart). In diesem Jahr adoptierte ihn sein Vater; offiziell hieß er nun „Denemy-Tauber“, nannte sich aber nur „Tauber“. Ende 1913 bekam Tauber an der Oper in Dresden ein Engagement als Königlicher Hofopernsänger; er beendete diesen Vertrag erst 1918.
Während dieser Zeit sang Tauber den „Max“ in Der Freischütz (Carl Maria von Weber), den „Mathias“ in Der Evangelimann (Wilhelm Kienzl), den „Alfredo“ in La traviata (Giuseppe Verdi) und viele mehr. Zwischen 1919 und 1920 wechselte Tauber von der Berliner Staatsoper an die Volksoper nach Wien und wieder zurück. 1921 trat er zum ersten Mal in einer Operette von Franz Lehár auf; er sang in der Zigeunerliebe in Salzburg. Diese vielen Gastspiele im Ausland führten zum Zerwürfnis in Dresden, so dass Tauber dort kündigte und nach Wien ging.

Er war der dritte Tenor.

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Richard Tauber – Freunde, das Leben ist lebenswert aus Giuditta (Lehàr)

 

Joseph Schmidt – der dritte Tenor

Der Sohn deutschsprachiger orthodoxer Juden wurde am  4. März 1904 in Dawideny, österreichisches Kronland Bukowina geboren, er wuchs in Dawideny (am Sereth südwestlich von Czernowitz gelegen) und in Czernowitz auf. Seine Heimat Bukowina gehörte zur österreich-ungarischen Monarchie und fiel nach dem Ersten Weltkrieg an Rumänien; 1940 kam ein Teil zur Sowjetunion – die vorerwähnten Orte liegen heute in der Ukraine; das Dorf Dawideny heißt rumänisch Davideni. Bereits im Kindesalter sang Joseph Schmidt als Chasan im Israelitischen Tempel Czernowitz.

Er studierte ab 1925 an der Königlichen Musikschule Berlin bei Hermann Weissenborn Gesang. Der weltweit erfolgreiche Schmidt nahm zahlreiche Schallplatten auf und sang, entdeckt durch Cornelis Bronsgeest, zwischen 1929 und 1933 am Berliner Rundfunk in 38 Rundfunkopern. Mit seinen Rundfunksendungen trug er nicht nur zur Popularität des Rundfunks bei, sondern wurde selbst ein gefeierter Tenor. Aufgrund seiner geringen Körpergröße von nur 1,54 m blieb ihm eine Karriere auf der Opernbühne verwehrt. Trotzdem konnte er ab Januar 1939 in Brüssel die Rolle des Rudolf in La Bohème verkörpern, es folgte eine Tournee über Lüttich, Gent, Antwerpen, Brügge, Kortrijk, Ostende und Verviers. Ein Gastspiel als Rudolf gab Schmidt im Jahre 1940 auch in Helsinki. Innerhalb eines Jahres spielte er diese Rolle 24 Mal. Als weitere Bühnenpartie sollte er den Canio in Bajazzo singen, doch verhinderte die sich zuspitzende Politik dieses Projekt. Schmidts letzter nachweisbarer Auftritt fand in der Oper von Avignon am 14. Mai 1942 statt.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sang er am 20. Februar 1933 zum letzten Mal im deutschen Rundfunk (Der Barbier von Bagdad). Eine Woche darauf wurde ihm der Zugang zum Funkhaus verwehrt. Nach der Premiere seines Films Ein Lied geht um die Welt am 9. Mai 1933 emigrierte er im Dezember vor den Nationalsozialisten zunächst nach Wien. Er gastierte 1934 in Palästina, debütierte am 7. März 1937 als Tenor in der New Yorker Carnegie Hall und gab in Deutschland bis 1937 noch einzelne Konzerte beim Jüdischen Kulturbund. 1938 führte ihn seine Flucht vom inzwischen annektierten Österreich nach Belgien, im November 1940 nach Frankreich. Hier wurde er als Deutscher in der derzeit noch unbesetzten Zone Frankreichs, in La Bourboule, von der Vichy-Regierung zwangsinterniert.

Schmidt gelang im Oktober 1942 nach mehreren missglückten Versuchen die Flucht in die Schweiz. Allein und zu Fuß überquerte er die Grenze. Von den Strapazen geschwächt, brach Schmidt in Zürich auf offener Straße zusammen, wurde erkannt und als illegaler Flüchtling – laut einem Gesetz von 1942 galten geflohene Juden in der Schweiz nicht als politische Flüchtlinge – in das Internierungslager Girenbad „zur Abklärung des Falles“ gebracht. Er beantragte eine Arbeitserlaubnis, die ihm zunächst verweigert wurde. Schon nach kurzer Zeit erkrankte er an einer Halsentzündung und wurde in das Kantonsspital Zürich eingewiesen. Zwar behandelte man dort die Halsbeschwerden, seinem Hinweis auf starke Schmerzen in der Herzgegend wollte man jedoch nicht nachgehen und verweigerte eine weitere Untersuchung. Als offiziell geheilt wurde Schmidt am 14. November 1942 aus dem Kantonsspital entlassen und musste in das Auffanglager Girenbad zurückkehren.
Nur zwei Tage später starb der berühmte Sänger im nahegelegenen Restaurant Waldegg. Die Wirtin hatte seinen angeschlagenen Gesundheitszustand erkannt und ihm ermöglicht, in ihrem Wohnzimmer auf dem Sofa zu ruhen. Als sie später nach ihm sah, bemerkte sie, dass er nicht mehr atmete. Er war an Herzversagen gestorben.
Einen Tag nach seinem Tod lag seine Arbeitserlaubnis vor und er wäre frei gewesen.

Joseph Schmidt ist auf dem Israelitischen Friedhof Unterer Friesenberg im Stadtkreis 3 in Zürich-Wiedikon beigesetzt. Sein Grabstein trägt in Deutsch die Inschrift Ein Stern fällt … Joseph Schmidt Kammersänger 1904–1942, sowie auf Hebräisch die Worte ‚hameshorer hamfurssam‘ („der berühmte Sänger“), womit auch die Kantorentätigkeit Schmidts einbegriffen ist. Eine Gedenktafel ist heute am Restaurant angebracht, wo er starb.

Gedenktafel am ehem. Restaurant Waldegg in Girenbad Gd. Hinwil
Eine umfassende Biografie über den Sänger verfasste sein Nachlassverwalter, der Schweizer Tenor Alfred Fassbind. Sie erschien 1992 im Schweizer Verlagshaus unter dem Titel Spuren einer Legende – Ein Lied geht um die Welt. Zum 70. Todestag erschien eine neue, stark überarbeitete Ausgabe im Römerhof Verlag in Zürich.

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Joseph Schmidt sings tango: Es wird im Leben, 1936

 

 

 

 

Jan Kiepura

Jan Kiepura wurde als Sohn eines katholischen Bäckermeisters und einer jüdischen Mutter am 3. Mai/jul./ 16. Mai 1902greg. in Sosnowiec, Russisches Kaiserreich               geboren. Nach einem Vorsingen vor dem renommierten Opernsänger Wacław Brzeziński (1878–1955) von der Warschauer Oper begann er nach anfänglichem Jurastudium 1922 bei dem Tenor Tadeusz Leliwa (1875–1929) eine Gesangsausbildung – gegen den Willen seiner Eltern.

Sein Bühnendebüt gab er 1924 in Charles Gounods Faust in Lemberg (Lwów). Im selben Jahr gewann Kiepura einen Gesangswettbewerb, erhielt den Titel „König der polnischen Tenöre“ sowie ein erstes Engagement an der Warschauer Oper. Der Sensationsdurchbruch erfolgte allerdings am 11. Februar 1925, als Kiepura kurzfristig für einen Tenor als Faust einsprang. Nach anfänglicher Enttäuschung feierte ihn das Publikum am Ende mit Standing Ovations. Ein Jahr später holte ihn Franz Schalk an die Wiener Staatsoper, wo er am 21. September neben der Operndiva Maria Jeritza als Cavaradossi in Tosca brillierte. Mit seinem triumphalen Auftreten als Kalaf in Giacomo Puccinis Turandot am 15. Oktober wurde er zum unangefochtenen Liebling der Wiener Oper. Am 7. Oktober 1927 übernahm er die männliche Hauptrolle in Erich Wolfgang Korngolds Oper Das Wunder der Heliane mit Lotte Lehmann als Partnerin. In den folgenden Jahren feierte er einen Triumph nach dem anderen: in Hauptrollen von Giuseppe Verdis Rigoletto, Giacomo Puccinis La Bohème, Tosca, Turandot, Manon Lescaut, Jules Massenets Werther; in Berlin, an der Pariser Oper, in London, Buenos Aires, Rio de Janeiro und Chicago und der Mailänder Scala, wo er 1929 eine weitere Novität aus der Taufe hob: Le Preciose des italienischen Komponisten Felice Lattuada (1882–1962).
1930 war Kiepura ein Weltstar der Oper, als er bereits mit seinem ersten Tonfilm Die singende Stadt von einem Millionenpublikum im Kino als „der neue Caruso“ stürmisch gefeiert wurde. Über ein Dutzend Filme folgten bis 1937, zumeist für die Filmgesellschaft Cine-Allianz, in denen er auch in den französischen und englischen Versionen stets die Hauptrolle übernahm. Kiepura-Schlager auf Odeon/Parlophone–Schallplatten erschienen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und gingen um die Welt, wie etwa Heute Nacht oder nie (Mischa Spoliansky), Ninon (Walter Jurmann), Ob blond ob braun, ich liebe alle Frau’n (Robert Stolz). In Mein Herz ruft immer nur nach Dir (1934) war seine Partnerin die ungarische Sänger-Schauspielerin Marta Eggerth, die er am 31. Oktober 1936 in Kattowitz heiratete. Der Ehe entstammen zwei Kinder: Jan Kiepura jun. (geb. 1944) und Marjan Kiepura (geb. 1950).
Mitte der 1930er-Jahre waren die beiden Europas populärstes Künstlerehepaar. In dem polnischen Wintersportort Krynica-Zdrój besaßen sie das Hotel Patria, das bald zum beliebten Treffpunkt der europäischen Society avancierte. So verbrachte etwa die spätere Königin Juliana der Niederlande einige Zeit ihrer Flitterwochen im Hotel Patria.
Den größten gemeinsamen Triumph feierten Kiepura und Eggerth mit dem Film Zauber der Bohème, der 1937 in Österreich gedreht wurde. Es war Kiepuras letzter Film vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der polnische Patriot wanderte mit seiner Frau Marta Eggerth nach Amerika aus, wo Kiepura am 10. Februar 1938 sein Sensationsdebüt an der Met gab. Noch hatten Kiepura und Eggerth ihre Wohnsitze in Krynica und Paris, wo sie vom Kriegsbeginn überrascht wurden. Sie emigrierten in die USA, die zu ihrer zweiten Heimat wurden. Das Jahr 1943 markierte den Beginn von Kiepuras „dritter Karriere“ als triumphaler Operettentenor an der Seite seiner Frau. Gemeinsam traten sie über 2000 Mal in Franz Lehárs Lustiger Witwe auf. Zuerst am Broadway in einer spektakulären Inszenierung von George Balanchine, mit der sie auch landesweit auf Tournee gingen, auf Englisch, Französisch, Italienisch und sogar auf Polnisch in Chicago.
Nach dem Krieg feierten sie auf den Operettenbühnen Europas wieder große Erfolge. Eine farbenprächtige Verfilmung von Das Land des Lächelns 1952 markierte das Ende von Kiepuras Filmarbeit. Im Herbst 1958 gab er – mittlerweile US-amerikanischer Staatsbürger – mehrere umjubelte Konzerte in Polen. Es war das erste Wiedersehen mit seiner Heimat seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
In den Jahren 1955 bis 1957 war er mit seiner Frau in mehreren Produktionen der Lustigen Witwe zu sehen, wie etwa im Londoner Palace Theatre und am New York City Center Theatre, wie auch 1965 in Köln und Berlin. In den USA und in Kanada traten sie bis kurz vor Kiepuras plötzlichem Tod immer wieder in gemeinsamen Konzerten auf.
Jan Kiepura erlag 64-jährig in den USA den Folgen eines Herzinfarktes. Er ist auf dem Powązki-Friedhof in Warschau beerdigt.

Er war mit  Richard Tauber und Joseph Schmidt die populären „Drei Tenören“ der 1930er-Jahre.

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Jan Kiepura – Ach so fromm

Die Hexenverfolgungen

Irgendwann haben wir schon von Hexenverfolgungen im 15., 16. und 17. Jahrhundert in Deutschland und Europa gehört.

Aber warum passierte das und welche Ursachen gab es?

Ich habe nach möglichen Gründen gesucht und gefunden.

Die Ursachen der Hexenverfolgung

In dieser Zeit gab es unsichere Lebensbedingungen außerdem herrschte ein  geistiges Klima, das die Verfolgungen begünstigte. Unterstützt werden konnte diese geistige Haltung durch das Elend, das die Menschen dieser Zeit durchmachten:

Kriege, Krankheiten und Katastrophen erzeugten bei den Menschen Angst und Panik. Es herrschte Endzeitstimmung. Um 1590 wüteten die spanischen Truppen in Deutschland. 1618 bis 1648 wütete der 30-jährige Krieg. Pestepidemien rafften zum Teil die Hälfte der Bevölkerung hinweg. Überall in Mitteleuropa sanken die Temperaturen aufgrund der so genannten kleinen Eiszeit, wodurch die Ernten verdarben. Die Menschen litten Hunger, das Vieh starb. Aufgrund mangelnder Hygiene und Mangel- und Unterernährung breiteten sich Krankheiten aus. Prediger aller Konfessionen deuteten die „großen und schrecklichen Zeichen am Himmel“ (z. B. Meteoriteneinschläge, Sonnenfinsternis (Augsburg 16.03.1485, 1654, partielle Sonnenfinsternis von 1664)) als Strafe Gottes wegen der Sünden der Menschen. Die Menschen fragten sich, wieso diese Katastrophen passierten. Sie führten in ihrer abergläubischen Denkweise alles auf Schadenszauber zurück. Hexen wurden beschuldigt, den Menschen gezielt Schaden zuzufügen. Man suchte Sündenböcke und in der abergläubischen Bevölkerung begann eine Hetzjagd auf die ‚Hexen‘.

Fehlende Bildung

Wir können uns heutzutage kaum vorstellen, dass die Menschen wirklich an Hexen geglaubt haben. Haben sie vielleicht auch nicht wirklich – aber wirklich sicher sein konnten sie sich auch nicht. Und genau das war das Problem. Diese Lücke der Unsicherheit im Denken füllte sich mit Fantasie aus, die nicht wie heutzutage durch eine Recherche im Internet verdrängt werden konnte. Auch der Nachbar war von niedriger Bildung und konnte keine verlässlichen Informationen über die Nichtexistenz von Hexen von sich geben. Wem oder was sollte man also glauben? Wenn Prediger oder Hexenjäger, die sich anscheinend mit dem Thema auskannten, durch die Dörfer zogen und von Hexen erzählten, dann war es die naheliegendste Option, ihnen zu glauben. Denn sie waren in dem Moment der Experte. So wie wir Heute auch bspw. Ärzten oder Professoren alles glauben, da sie die Experten sind.

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Die Hexenprozesse von Salem

salem                                              Szene im Gerichtssaal (Illustration von 1876)

Die Hexenprozesse von Salem (Salem witch trials) im Jahr 1692 bildeten den Beginn einer Reihe von Verhaftungen, Anklagen und Hinrichtungen wegen Hexerei in Neuengland. Die Hexenverfolgung begann in dem Village Salem (heute größtenteils zu Danvers gehörend), nahe der Stadt Salem. In ihrem Verlauf wurden 20 Beschuldigte hingerichtet, 55 Menschen unter Folter zu Falschaussagen gebracht, 150 Verdächtigte inhaftiert und weitere 200 Menschen der Hexerei beschuldigt. Die Anschuldigungen dehnten sich innerhalb weniger Monate auf die umliegenden Gemeinden Andover, Amesbury, Salisbury, Haverhill, Topsfield, Ipswich, Rowley, Gloucester, Manchester, Malden, Charlestown, Billerica, Beverly, Reading, Woburn, Lynn, Marblehead und Boston aus. Hexenverfolgung hatte es bis dahin in den nordamerikanischen Kolonien, anders als in Europa, nur vereinzelt gegeben.

Im Jahre 1689 war der Erweckungsprediger Samuel Parris zum ersten unabhängigen Leiter der streng puritanischen Gemeinde von Salem ernannt worden. Der Schwerpunkt seiner Predigten lag auf dem Kampf zwischen Gottes auserwähltem Volk und dem Satan. Im Winter 1691/1692 begannen sich Elizabeth „Betty“ Parris und Abigail Williams, seine Tochter und seine Nichte, auffällig zu verhalten, insbesondere seltsam zu sprechen, sich unter Dingen zu verstecken und auf dem Boden zu kriechen. Keiner der bestellten Ärzte konnte das Leiden der Mädchen medizinisch erklären. Der Arzt William Griggs vermutete nach eingehender Untersuchung und dem Ausschluss aller damals bekannten psychischen Störungen, dass sie vom Teufel besessen sein könnten. Die Mädchen schienen von der unsichtbaren Hand des Teufels verrenkt zu werden. Abigail und Elisabeth bestätigten dies, indem sie schilderten, wie sie durch unsichtbare Hände gequält würden. Parris griff diese Erklärung sofort auf und meinte, dass die Stadt vom Satan besetzt worden sei. Ein Heer von kleinen Teufeln stehe bereit, in die neue Siedlung einzudringen. Elisabeth berichtete, dass Satan versucht habe, sich ihr zu nähern. Da sie ihn abgewiesen habe, schicke er nun seine Handlanger, die Hexen. Ein Mittel, den Angriff Satans abzuwehren, war, die Hexen zu identifizieren und zu benennen. Neben den beiden Mädchen Betty und Abigail wurden auch Ann Putnam, Betty Hubbard, Mercy Lewis, Susannah Sheldon, Mercy Short und Mary Warren bedrängt, Namen von Personen zu nennen, die die Mädchen verhext hatten.

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Fünf Fakten über die Hexenprozesse von Salem

Die Europäische Hexenjagd Arte Doku Kleine Eiszeit, Kirche, Mittelalter, Folter, Verfolgung