Bemerkenswert

Bücher von Hilla M. Faseluka

Am 27. Oktober 2017 veranstaltet der Verein KIW – Kultur Integrieren in Wien sein Herbstfest der Autoren , mehr gibt’s auf der Einladung

Die Finissage findet am 17. November 2017, 18:30 statt.

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Lesung vom Herbst Fest der Autoren – Verein Kunst Integrieren in Wien – 27.10.2017

 

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Die Geschichte des Buchdrucks

Die Anfänge der Geschichte des Buchdrucks sind in Ostasien, Babylon und Rom zu finden. Die ältesten gedruckten Bücher wurden im so genannten Blockdruckverfahren hergestellt, bei dem jede einzelne Seite komplett in einen Druckstock aus Holz geschnitten und dann abgezogen wurde. Es handelt sich dabei noch nicht um die Buchform, wie wir sie heute kennen. Der Buchdruck mit allen seinen wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftsgeschichtlichen Auswirkungen entwickelte sich in der heute bekannten Form als kulturprägende Informations- und Kommunikationstechnologie in Europa. Mit der Weiterentwicklung Johannes Gutenbergs im 15. Jahrhundert breitete sich die Kunst des Buchdrucks in wenigen Jahrzehnten in ganz Europa aus und in den Jahrhunderten danach über die ganze Erde.
Angeblich waren bewegliche Lettern aus Metall und Holz in weiten Teilen Asiens verbreitet, allerdings konnte sich das Drucken mit beweglichen Lettern, wie es später in Deutschland entwickelt wurde, in China nicht durchsetzen. Das bedeutet auch, dass die Auswirkungen des Holzlettern- und Blockdrucks in Japan mit denen des Buchdrucks in Europa nicht zu vergleichen sind: Das Druckverfahren in Asien erlaubte keine Massendrucke wie das von Gutenberg erfundene.
Allerdings bewirkte das Zusammenspiel der Produktion von Papier, die in Ostasien mehr als Tausend Jahre früher einsetzte, und der von Druckplatten bzw. -Lettern Jahrhunderte vor Gutenberg, „daß bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts mehr gedruckte chinesische Seiten existierten als in allen übrigen Sprachen der Welt zusammengenommen.

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067 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik – Johannes Gutenberg und der Buchdruck

 

Johannes Gutenberg

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Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg  wurde um 1400 in Mainz als drittes Kind des Patriziers und Kaufmanns Friedrich (Friele) Gensfleisch und dessen zweiter Frau Else Wirich wahrscheinlich in Mainz (im elterlichen Hof zum Gutenberg) geboren und starb dort am 3. Februar 1468. Da sich sein Geburtsdatum nicht genau feststellen lässt, legte die Gutenberg-Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts das Geburtsjahr auf 1400 fest, um anschließend im Jahre 1900 seinen 500. Geburtstag zu feiern. Der Beiname „zum Gutenberg“ wurde von der Familie erst ab den 1420er Jahren hinzugefügt. Familiennamen waren damals noch unstet, vielerorts war es damals üblich, den Geburtsnamen mit dem Namen des jeweiligen Hausbesitzes zu ergänzen oder durch diesen zu ersetzen. Es wird vermutet, dass er in der nahe seinem Geburtshaus liegenden Kirche St. Christoph getauft wurde.
1411 zogen 117 Patrizier kurzfristig aus Mainz aus, um in einer Auseinandersetzung mit den Zünften ihrem Anspruch auf die Privilegien der Steuer- und Zollfreiheit Nachdruck zu verleihen. Darunter war auch Vater Gensfleisch mit seinen Kindern. Mit hoher Wahrscheinlichkeit zog die Familie nach Eltville, wo sie aus mütterlichem Erbe ein Haus besaß. 1413 zwangen Hungerkrawalle die Familie, Mainz erneut zu verlassen.
Als Sohn eines wohlhabenden Patriziers ist der Besuch einer Lateinschule wahrscheinlich. Zu dem Stift St. Viktor vor Mainz hatte die Familie eine enge Beziehung, und Gutenberg trat später in die St.-Viktor-Bruderschaft ein. Dies lässt den Besuch der Klosterschule vermuten.
Ein Universitätsstudium lässt sich im Hinblick auf seine späteren Tätigkeiten ebenfalls vermuten. In den Matrikelbüchern der Universität Erfurt findet sich ein Eintrag zu einer Immatrikulation eines Johannes de Alta Villa (Eltville) im Sommersemester 1418. Fraglich ist, ob es sich hier um Johannes Gutenberg handelte.
Ein erstes Dokument, das Gutenberg namentlich erwähnt, stammt aus dem Jahre 1420. Die Notiz berichtet über Erbstreitigkeiten der Geschwister Gutenberg und einer Halbschwester nach dem Tod von Friele Gensfleisch senior 1419. Über den Ausgang wird nicht berichtet, allerdings belegt diese Quelle die Rechtsmündigkeit (älter als 14 Jahre) Gutenbergs zu diesem Zeitpunkt, da er nicht durch einen Vormund vertreten wurde.
Der Aufenthaltsort und die Tätigkeiten Gutenbergs in den 1420er Jahren sind unbekannt. Nach einer neuerlichen Abwanderungswelle im Zuge weiterer Auseinandersetzungen zwischen Zünften und Patriziern 1429 wird durch zwei Quellen nur belegt, dass Gutenberg sich nicht in Mainz aufhielt. Zum einen vertrat ihn seine Mutter bei Verhandlungen über den Erhalt einer Leibrente, zum anderen wurde er in dem Sühnevertrag des Mainzer Erzbischofs Konrad III. 1430 erwähnt. Dieser bot den Geflohenen eine Rückkehr ohne Auflagen an. Gutenberg lehnte das Angebot ab und blieb der Stadt fern.

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Sperrmüll Christbaum 2017

KUNST UND KULTURIM REUMANNHOF: ALTERNATIVEWEIHNACHTEN IM REUMANNHOF am 30. November 2017

Einlass 17.00 Uhr, Beginn: 17:30 Uhr. wohnpartner-Lokal Reumannhof, Margaretengürtell 100-110/5/1, 1050 Wien

Gemeinsam mit dem Mieterbeirat Reumannhof präsentiert wohnpartner auch heuer wieder einen Sperrmüll-Christbaum. Zudem wird der im September verstorbenen Autorin Ingrid Müller-Schelodetz gedacht. Prominente Autorinnen lesen dabei aus ihren Werken.

Die Autorinnen: Cornelia Travnicek

                                                         Sigrid Beckenbauer

                                                                          Hilla M. Faseluka

 

Sperrmüll-Christbaum 2017

 

Sperrmüllchristbaum 2016

 

Boris Godunow

Boris Fjodorowitsch Godunow wurde 1552 als Sohn des kleinadligen Gutsherren Fjodor Iwanowitsch Godunow und dessen erster Ehefrau Stepanida Iwanowna (Nachname unbekannt) geboren, er  war von 1584 bis 1598 Regent für den geistig zurückgebliebenen Zaren Fjodor I. und von 1598 bis 1605 Zar und Großfürst von Russland.

Die moderne russische Geschichtsforschung lehnt die Legende über die Abstammung Godunows vom tatarischen Fürsten Tschetmursa, der angeblich 1329 die Goldene Horde verließ und in den Dienst des Iwan I. Kalita aufgenommen wurde, ab.

Boris Godunow ergriff am 7. Januar 1598, nachdem Fjodor I. gestorben war, als Usurpator die Macht in Russland und ließ sich nach der Wahl durch den Semskij Sobor am 21. Februar zum Zaren ausrufen und am 1. September 1598 krönen. Er war der erste Herrscher nach dem Ende des Hauses von Rurik. Godunow wurde von Moskauer Bojaren Geschlechtern scharf angegriffen, die ihn für den Mord an Dmitri Iwanowitsch, dem jüngsten Sohn Iwans IV., verantwortlich machten.
Die Smuta, eine Zeit der Wirren und Unruhen, begann mit der Regierungszeit Godunows. Innenpolitisch stand Boris Godunow vor den Problemen der wirtschaftlichen Zerrüttung des Landes und der bäuerlichen Massenflucht, der er durch zeitweilige Aussetzung des Abzugsrechts Einhalt zu gebieten versuchte. Seine 1589 vorgenommene Erhebung der russischen Metropolie zum Patriarchat erhöhte nicht nur das Ansehen der Kirche, sondern auch das des Staates und wurde für die kulturelle und politische Unabhängigkeit des Landes bedeutsam. In seiner Außenpolitik bemühte er sich um die Bildung einer großen Koalition gegen die Türken.
Unter seiner Herrschaft lebte der Außenhandel vor allem über Archangelsk und die Wolga auf. 1601 kam es allerdings zu einer tiefen sozialen und politischen Krise, die mit einer großen Hungersnot einherging. Zu dieser Zeit tauchte dann auch ein entlaufener Mönch auf, der sich als überlebender Zarewitsch Dmitri ausgab (der falsche Dimitri), den Zarenthron beanspruchte und mit Unterstützung von Wassili Schuiski schnell ein Heer mobilisieren konnte.
Boris Godunow verstarb in dieser labilen Situation unerwartet, vermutlich nach einem Schlaganfall, am 23. April 1605.

Das Leben Godunows inspirierte einige russische Künstler, so schrieb Alexander Puschkin ein gleichnamigen Drama. Modest Mussorgski schrieb nach dessen Motiven die Oper Boris Godunow. Sergej Bondartschuk verfilmte das Drama 1986. Seine Adaption lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1986.

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Modest Mussorgsky : Boris Godunov – Prologue – Scene 1

 

Otto Schenk – Schauspieler, Regisseur und noch viel mehr

Er wurde am 12. Juni 1930 in Wien geboren als Sohn katholischer Eltern geboren. Da jedoch seine Großeltern väterlicherseits getaufte Juden waren, wurde sein Vater nach dem „Anschluss Österreichs“ 1938 nach den Nürnberger Gesetzen diskriminiert. Daher verlor er seinen bisherigen Arbeitsplatz als Jurist. Eine weitere Verfolgung blieb ihm erspart, da er mit einer „Arierin“ verheiratet war und dadurch in einer „privilegierten Mischehe“ lebte. Otto Schenk wiederum musste vorübergehend dem „Deutschen Jungvolk“ beitreten, wurde aber wenig später, da von den Nationalsozialisten als „Mischling“ eingestuft, wieder ausgeschlossen.
Schenk wuchs mit seiner Schwester im ersten Wiener Gemeindebezirk auf und hat darüber in der ORF-Doku „Meine Innere Stadt“ (2017) berichtet.
Nach seiner Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar begann er seine Karriere am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater. Ab 1953 führte er bei verschiedenen Aufführungen in Wiener Theatern Regie. 1957 inszenierte er seine erste Oper (Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart) am Salzburger Landestheater. Schenk spielte und inszenierte an den bedeutendsten Schauspiel- und Opernhäusern der Welt, darunter am Wiener Burgtheater, den Münchner Kammerspielen, der Wiener Staatsoper, der New Yorker Metropolitan Opera, der Mailänder Scala und dem Royal Opera House in Covent Garden, London. Weitere Operninszenierungen erarbeitete er für die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper oder die Hamburgische Staatsoper.
1956 heiratete Schenk Renée Michaelis, die er am Reinhardt-Seminar kennengelernt hatte; 1957 wurde der gemeinsame Sohn Konstantin geboren.
Von 1986 bis 1988 fungierte Schenk als Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele, von 1988 bis 1997 war Otto Schenk Direktor des Theaters in der Josefstadt (gemeinsam mit Robert Jungbluth). Für seine ausdrucksstarken Wagner-Interpretationen erhielt er im Jahr 2009 den „Anton-Seidl-Preis“ (Anton-Seidl-Award) der „Wagner-Society of New York“.
Als Kabarettist trat Schenk schon in den 1950er-Jahren im Kabarett Simpl auf, begeisterte jedoch in den letzten Jahrzehnten sein Publikum im gesamten deutschen Sprachraum mit seinen Leseabenden unter dem Motto „Sachen zum Lachen“. Zahlreiche Schallplatten begleiten diese Tätigkeit, bei der er immer dieselbe Rolle spielt – den Schenk.

100 Jahre Amalthea

 

RWF TV | Humoriges | Otto Schenk | Ein Ehepaar erzählt einen Witz (Kurt Tucholsky)

 

Friedrich Schiller

Er wurde am  10. November 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg als Johann Christoph Friedrich von Schiller geboren.  Schiller war  Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker, außerdem war er einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker, Lyriker und Essayisten seiner Zeit.

Schiller wurde als einziger Sohn eines Militärarztes, der später den Rang eines Hauptmanns erreichte, und der Tochter eines Bäckers geboren. Mit seinen fünf Schwestern wuchs er in Schwäbisch Gmünd, Lorch, später in Ludwigsburg auf. Dort besuchte er die Lateinschule und begann nach viermaligem Bestehen des Evangelischen Landesexamens am 16. Januar 1773 das Studium der Rechtswissenschaften auf der Karlsschule. Drei Jahre später wechselte er zur Medizin und wurde 1780 promoviert. Gleich mit seinem Theaterdebüt, dem 1782 uraufgeführten Schauspiel Die Räuber, gelang Schiller ein bedeutender Beitrag zum Drama des Sturm und Drang und der Weltliteratur.
Nach seiner Flucht aus Württemberg fand er in Thüringen Schutz vor Verfolgung; der Militärarzt war in der Vergangenheit wegen unerlaubten Entfernung gemaßregelt worden und nun mit der Androhung des Landesherrn nach Festungshaft und Schreibverbot konfrontiert. 1783 begann Schiller mit den ersten Arbeiten zum Don Karlos. Als seine Anstellung als Theaterdichter am Nationaltheater Mannheim ausgelaufen war, reiste Schiller 1785 nach Leipzig zu seinem späteren Förderer Christian Gottfried Körner. In den folgenden Jahren lernte er Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe in Weimar kennen. Gemeinsam sollten sie die Weimarer Klassik prägen.
Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Seine Balladen zählen zu den bekanntesten deutschen Gedichten.
Friedrich Schiller war durch Geburt Württemberger, er wurde später Staatsbürger von Sachsen-Weimar. 1792 wurde ihm zusätzlich die französische Staatsbürgerschaft verliehen –, in Würdigung seines in Paris aufgeführten Dramas Die Räuber, das als Freiheitskampf gegen die Tyrannei verstanden wurde.

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Die Räuber

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Die Räuber ist das erste veröffentlichte Drama von Friedrich Schiller. Das Werk, das zunächst nicht als Bühnenstück, sondern als Lesedrama gedacht war, gliedert sich in fünf Akte und entstand in der Epoche der Aufklärung und ist der Strömung Sturm und Drang in der deutschen Literatur zuzurechnen. Es wurde 1781 zunächst anonym veröffentlicht, dann am 13. Januar 1782 in Mannheim uraufgeführt, wo es für nationales Aufsehen sorgte und Schiller schlagartig berühmt machte.
Das Drama schildert die Rivalität zweier gräflicher Brüder: auf der einen Seite der von seinem Vater geliebte, intelligente, freiheitsliebende spätere Räuber Karl Moor, auf der anderen Seite sein kalt berechnender, unter Liebesentzug leidender Bruder Franz, der auf Karl eifersüchtig ist und das Erbe seines Vaters an sich reißen will. Zentrales Motiv ist der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl, zentrales Thema das Verhältnis von Gesetz und Freiheit.
Anregung fand Schiller in der Erzählung Zur Geschichte des menschlichen Herzens von Christian Friedrich Daniel Schubart. Als Vorlage diente Schiller unter anderem das Schicksal des bekannten Räuberhauptmanns Nikol List. Bis in das erste Viertel des 19. Jahrhunderts waren Räuberbanden in Deutschland nichts Ungewöhnliches.
Die gleichnamige Oper von Giuseppe Verdi (I masnadieri) beruht auf Schillers Drama.

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Friedrich Schiller – Die Räuber / 1. Akt: Szene 1

 

Don Carlos mal drei

Dieser Blog Text erzählt von der Don Carlos. Der erste erzählt von Don Carlos dem Infanten von Spanien.

Don Carlos, spanisch, Carlos de Austria wurde am 8. Juli 1545 in Valladolid geboren er war Infant von Spanien und als solcher von 1560 bis zu seinem Tod 1568 Fürst von Asturien.

Don Carlos war der älteste Sohn König Philipps II. von Spanien und dessen erster Gemahlin, Prinzessin Maria von Portugal.

Seine Mutter starb nach den tagelangen Komplikationen bei seiner Geburt. Als ältester legitimer Sohn seines Vaters war Carlos Thronfolger von Spanien. Infolge der nahen Verwandtschaft seiner Eltern – sie waren Cousin und Cousine sowohl auf mütterlicher wie auf väterlicher Seite – und seines schweren Sturzes als Jugendlicher, wurde immer wieder behauptet, Carlos sei verrückt gewesen. Don Carlos selbst äußerte sich zu diesem Befund anlässlich seiner Verhaftung im Jahre 1568 mit den Worten: „dass er nicht verrückt sei, sondern nur verzweifelt und dies allein die Schuld seines Vaters wäre“.

1560 wurde Carlos vom spanischen Adel als Thronfolger (Fürst von Asturien) anerkannt, jedoch war sein Vater äußerst skeptisch hinsichtlich der Fähigkeiten seines Erstgeborenen. Als Don Carlos siebzehn Jahre alt war, gestand er auf entsprechende Fangfragen seines Beichtvaters, dass er seinen Vater tot sehen wolle. Dieser verriet diese Aussage an Philipp II., wodurch der etwas zurückgebliebene Don Carlos noch stärker unter klerikale Aufsicht gestellt wurde. Im April 1562 fiel er eine Treppe herunter und verletzte sich schwer am Kopf, was eine lange Krankheit auslöste, die man mit exzessivem Reliquienkult zu heilen suchte.

Don Carlos hegte möglicherweise im Gegensatz zu seinem Vater gewisse Sympathien für die niederländischen Aufständischen im Achtzigjährigen Krieg. Andererseits hoffte er, dass der König ihn nach einer gemeinsamen Reise in die Niederlande und einer friedlichen Lösung zum neuen Statthalter der Niederlande machen würde. Es kam jedoch anders: Philipp II. machte keine Reise, und als neuer Statthalter der Niederlande wurde der Feldherr Fernando Álvarez de Toledo, der dritte Herzog von Alba ausgewählt. Don Carlos stellte sich nun gegen den König, zumal ihm auch eine Reise nach Italien und ein Besuch bei seiner Verlobten Anna von Österreich in Wien verweigert wurden. Aus Wut tötete er das Lieblingspferd seines Vaters.

Um seinen Sohn zu beruhigen, ernannte ihn Philipp zum Minister des Staatsrats, in dem Carlos anfangs engagiert mitarbeitete. Er fiel jedoch bald in sein altes, kindisches Verhalten zurück, woraufhin ihm sein Vater die Aufgabe entzog. Als Carlos in die Niederlande flüchten wollte, ließ Philipp seinen Sohn unter dramatischen Umständen gefangen nehmen und plante einen Hochverratsprozess gegen ihn (Januar 1568). In der Haft verschluckte Carlos einen Diamantring in der Absicht, sich umzubringen. Zu Ostern wünschte er die Kommunion zu erhalten, was man ihm jedoch nach ausführlichen theologischen Erörterungen verweigerte. Als der Sommer kam, wurde es in der Dachkammer, in der man ihn eingesperrt hatte, unerträglich heiß, so dass Carlos den Steinboden mit Wasser besprengen ließ und barfuß ging. Außerdem trank er große Mengen Eiswassers, was zu Fieber und schweren Koliken führte. Er erkrankte schwer, und als er sich dem Tode nahe fühlte, verlangte er danach, seinen Vater zu sehen, um sich mit ihm zu versöhnen. Philipp verweigerte ihm jedoch eine letzte Begegnung. Der Infant starb am 24. Juli 1568 in Madrid noch vor Beginn seines Prozesses an einer Verdauungsstörung.

Der Verdacht, Philipp II. habe seinen Sohn ermorden lassen, wurde nie bestätigt.

Dem Kaiserhof in Wien kam das Ende des Don Carlos verdächtig vor, und man wollte einen Sondergesandten schicken, um sich vor Ort kundig zu machen; Philipp II. konnte nur mit ausführlichen Briefen ungute Gefühle zerstreuen.

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Don Karlos von Friedrich Schiller

Don_carlos_erstausgabe Don Carlos Erstausgabe

Don Karlos, Infant von Spanien (auch Dom Karlos) ist ein Drama von Friedrich Schiller. Das im Paratext als „dramatisches Gedicht“ gekennzeichnete Stück besteht aus fünf Akten. Schiller verfasste das Drama in den Jahren von 1783 bis 1787; es wurde am 29. August 1787 in Hamburg uraufgeführt. Es behandelt vordergründig politisch-gesellschaftliche Konflikte – so die Anfänge des Achtzigjährigen Krieges, in dem die niederländischen Provinzen ihre Unabhängigkeit von Spanien erkämpften – und familiär-soziale Intrigen am Hofe von König Philipp II. (1556–1598).

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DON CARLOS – Schauspielhaus Graz

 

 

Don Carlos von Giuseppe Verdi

Don_Carlos_poster Don Carlos Poster

Don Carlos ist eine Oper von Giuseppe Verdi nach Friedrich Schillers dramatischem Gedicht Don Karlos, Infant von Spanien. Bereits Verdi ließ das Werk in verschiedenen Versionen und unterschiedlicher Länge spielen. Das französische Original von 1867 gehört zum Genre der Grand Opéra und hat fünf Akte. Früher wurde meistens die zweite, gekürzte Fassung (Don Carlo) von 1884 in vier Akten auf Italienisch aufgeführt, heute überwiegend die letzte Fassung, auch Italienisch, aber wieder in fünf Akten. Manche Theater experimentieren mit Mischfassungen aus verschiedenen Versionen.

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Ópera de Paris: Don Carlos

Oktoberrevolution 1917

Die Oktoberrevolution war die die gewaltsame Machtübernahme durch die russischen kommunistischen Bolschewiki. Damit wurde die aus der Februarrevolution hervorgegangene Doppelherrschaft aus sozial-liberaler Übergangsregierung unter Alexander Kerenski und den Sowjets und ein neuer Staat errichtet, der sich selbst als Diktatur des Proletariats verstand.

Die Februarrevolution des Jahres 1917 hatte zwar zur Abdankung von Zar Nikolaus II. geführt und damit die Zarenherrschaft in Russland beendet, aber noch keine Lösung der wichtigsten sozialen und politischen Probleme des Landes gebracht. Die wichtigste Frage war dabei die Kriegsfrage. Russland war seit 1914 kriegführende Partei im Ersten Weltkrieg. Die Anforderungen dieses „modernen“ Krieges, der vom Industriezeitalter geprägt war, überstiegen die Kräfte des weitgehend von der Agrarwirtschaft geprägten Landes und führten zu einer Zuspitzung der ohnehin gravierenden sozialen Probleme in Russland.
Nach der Februarrevolution herrschte in Russland ein Nebeneinander von Parlament (Duma) mit seiner provisorischen Regierung unter Kerenski und den Arbeiter- und Soldatenräten (den Sowjets) mit ihren Exekutivkomitees. Über die endgültige Verfassung sollte eine verfassungsgebende Versammlung entscheiden, die zunächst am 25. November gewählt werden sollte. Die Provisorische Regierung unter Kerenski konnte sich nicht dazu durchringen, in Friedensverhandlungen mit dem Deutschen Kaiserreich und den übrigen Mittelmächten einzutreten.
Der Führer der bolschewistischen Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands, Lenin, erreichte die russische Hauptstadt aus seinem Exil in der Schweiz über Deutschland, Schweden und Finnland. Der ursprünglich von Julius Martow initiierte Austausch russischer Exilanten gegen in Russland internierte Deutsche wurde durch die Provisorische Regierung verzögert, da insbesondere Außenminister Miljukow gegen eine Rückkehr der defätistischen Revolutionäre war. Lenin und 31 weitere Exilanten drängten jedoch auf eine schnellstmögliche Rückkehr. Durch Vermittlung des Schweizer Genossen Fritz Platten und Fürsprache von Alexander Parvus unterstützten ihn die deutschen Behörden bei dieser Reise. Die Fahrt ging in einem plombierten Eisenbahnwagon bis zur deutschen Ostseeküste, um von dort per Schiff weiterzureisen. Durch das Eingreifen von Lenin und anderen Revolutionären in das politische Geschehen erhoffte sich die deutsche Oberste Heeresleitung eine weitere Destabilisierung Russlands, um daraus an der Ostfront militärischen Nutzen ziehen zu können. Über Parvus sollten die Revolutionäre dann weitere finanzielle Unterstützung erhalten.
Inwieweit diese den Bolschewiki oder anderen revolutionären Sozialisten zugutekam und ihre Aktivitäten beeinflusste, ist umstritten. Der russische Historiker und ehemalige Generaloberst Dmitri Wolkogonow etwa sieht es aufgrund der Auswertung von deutschen Dokumenten als belegt an, dass die Bolschewiki über Parvus große Geldmengen erhielten. Dessen Beweise hält Orlando Figes jedoch für „nicht überzeugend“ und hält es für abwegig, die Bolschewiki deswegen als „deutsche Agenten“ zu bezeichnen. Der britische Historiker Robert Service weist darauf hin, dass mehrere Millionen Mark von der deutschen Regierung an Sozialisten in Russland geflossen sind. Die massive Expansion der Parteipresse der Bolschewiki in den Tagen der Revolution sieht er als klares Indiz dafür an, dass diese von den Zahlungen profitierten.
Der Historiker Oleh Fedyshyn vermerkt gleichfalls die Zahlungen an russische Sozialisten und beschreibt die Bolschewiki als Hauptnutznießer dieser Geldtransfers. Er gibt Schätzungen anderer Historiker von 20 bis 50 Millionen Mark wieder.
Der amerikanische Historiker Alexander Rabinowitch weist dagegen anhand einschlägiger Quellen darauf hin, „dass die meisten bolschewistischen Führer, und die Parteibasis ohnehin, von diesen finanziellen Zuwendungen nichts wussten. Während Lenin von dem deutschen Geld gewusst zu haben scheint, gibt es keinen Beweis dafür, dass seine Politik oder die der Partei davon beeinflusst wurde. Am Ende hat diese Hilfe den Ausgang der Revolution auch nicht entscheidend beeinflusst“.

Am 7. Apriljul./ 20. April 1917greg. veröffentlichte Lenin seine Aprilthesen, in denen er seine Ansichten zur weiteren Entwicklung der Revolution darlegte.
Nach dem Scheitern der Kerenski-Offensive versuchten einige Bolschewiki in Lenins Abwesenheit (er war zur Erholung in Finnland), die daraus resultierende Schwächung der Provisorischen Regierung auszunutzen. Der Juliaufstand in Petrograd scheiterte jedoch nach kurzer Zeit. Lenin zog es daraufhin vor, zunächst unterzutauchen, und ging wiederum nach Finnland.

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Der dreißigjährige Krieg – 1618 – 1648

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich auf europäischer Ebene der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene derjenige zwischen Kaiser und Katholischer Liga einerseits und Protestantischer Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten im Reich trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus. Infolgedessen verbanden sich eine Reihe weiterer Konflikte mit dem Dreißigjährigen Krieg: der Achtzigjährige Krieg (1568–1648) zwischen den Niederlanden und Spanien, der Französisch-Spanische Krieg (1635–1659) und der Torstenssonkrieg (1643–1645) zwischen Schweden und Dänemark.
Als Auslöser des Krieges gilt der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618, mit dem der Aufstand der protestantischen böhmischen Stände offen ausbrach. Dieser richtete sich gegen die Rekatholisierungsversuche des böhmischen Königs aus dem Haus Habsburg, der zugleich römisch-deutscher Kaiser war. Insgesamt folgten in den 30 Jahren von 1618 bis 1648 vier Konflikte aufeinander, die von der Geschichtswissenschaft nach den jeweiligen Gegnern des Kaisers und der Habsburger Mächte als Böhmisch-Pfälzischer, Dänisch-Niedersächsischer, Schwedischer und Schwedisch-Französischer Krieg bezeichnet wurden. Zwei Versuche, den Konflikt zu beenden, der Friede von Lübeck 1629 und der Friede von Prag 1635, scheiterten daran, dass sie nicht die Interessen aller direkt oder indirekt Beteiligten berücksichtigten. Das gelang erst mit dem gesamteuropäischen Friedenskongress von Münster und Osnabrück (1641–1648). Der Westfälische Friede legte die Machtbalance zwischen Kaiser und Reichsständen neu fest und wurde Teil der bis 1806 geltenden Verfassungsordnung des Reiches. Darüber hinaus sah er Gebietsabtretungen an Frankreich und Schweden vor, sowie das Ausscheiden der Vereinigten Niederlande und der Schweizerischen Eidgenossenschaft aus dem Reichsverband.
Am 24. Oktober 1648 endete der Krieg in Deutschland. Seine Feldzüge und Schlachten hatten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden. Die Kriegshandlungen selbst, aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verwüsteten und entvölkerten ganze Landstriche. In Teilen Süddeutschlands etwa überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige vom Krieg betroffene Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich von deren Folgen zu erholen. Die Erfahrungen der Kriegszeit führten zur Verankerung eines Kriegstraumas im kollektiven deutschen Gedächtnis.

Der Dreißigjährige Krieg – Doku Deutsch über den Mythos Wallenstein

Vielleicht sagte man nach diesem Krieg:“ Nie wieder! Nie wieder so eine Katastrophe!“

 

Allerheiligen – 1. November

Schon im 4. Jahrhundert gedachte man im Osten den Heiligen und Märtyrern an ihren Sterbetagen. Mit der Zeit wurde es aber unmöglich jedem der Heiligen einen eigenen Tag des Gedenkens zu widmen, deshalb wurde Allerheiligen als Fest geschaffen. Es zählt der Gedanke, dass wir alle mit den Heiligen in der Gemeinschaft der Kirche verbunden sind.
Seit Beginn des 4. Jahrhunderts liegt das Allerheiligenfest in der östlichen Kirche sechs Tage nach den Pfingstfeiertagen. Für die westliche Kirche zählte das Wort des Papstes Bonifatius IV. Er weihte den römischen Pantheon-Tempel aus heidnischer Zeit im Jahr 609 zu einer Kirche mit heiligen Reliquien und bestand auf die jährliche Feier am Freitag nach Ostern.
Über hundert Jahre später, im Zuge der Weihung einer Kapelle des Petersdoms, verlegte Papst Gregor III. den Feiertag für Rom auf den 1. November. Dieses Datum wurde in den kommenden Jahrzehnten von der Westkirche übernommen. Papst Gregor IV. entschied letztlich im Jahr 865, dass das Allerheiligen-Gedenken für die Gläubigen der Westkirche gemeinsam und jährlich am 1. November stattfindet.

Obwohl an Allerheiligen ursprünglich allen Heiligen und Märtyrern gedacht wird, steht das Totengedenken heute im Mittelpunkt. So kommt es in der gegenwärtigen Form nicht mehr zu einer Trennung von Allerheiligen und Allerseelen, sondern zu einer Vermischung. Traditionell besuchen viele Menschen ihre verstorbenen Verwandten zu Allerheiligen am Friedhof, schmücken die Gräber mit Blumen (Astern und Chrysanthemen), zünden Lichter an (Seelenlicht, Ewige Licht) und beten für sie. Nachmittags finden auch Gräbersegnungen statt. Der Run auf die Friedhöfe ist so groß wie sonst nie und sorgt regelmäßig für ein Verkehrschaos. Auch der Blumenhandel profitiert auf diese Weise.
Zu Ehren aller im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten werden nicht nur Gedenkfeiern mit Kranzniederlegungen gefeiert, sondern auch Gedenktafeln und Kreuze an Straßenrändern aufgestellt.
In der Marktgemeinde St. Nikola wird das traditionelle Kranzversenken für Ertrunkene abgehalten, in Freistadt das Turmblasen.
Ein weiterer Brauch ist das sogenannte Krapfenschnaggeln (auch Krapfenbetteln oder Krapfenschnappen, der sich keineswegs nur auf Osttirol konzentriert, sondern auch in anderen Regionen Österreichs verbreitet ist.

In Österreich wird zum Fest der Allerheiligen-Striezel gebacken und von den Tauf- und Firmpaten an ihre Patenkinder verschenkt. Der Hefe-Striezel hat die Form eines geflochtenen Haarzopfes, der früher als Symbol der Trauer genutzt und zu diesem Zwecke den Frauen abgeschnitten wurde.

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Wir backen einen Allerheiligenstriezel- Sechserzopf!

 

Allerseelen – 2. November

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Das katholische Fest Allerseelen wird jedes Jahr am 2. November gefeiert und gedenkt allen Verstorbenen und der armen Seelen im Fegefeuer, nicht nur den Heiligen. Allerseelen ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern nur ein „halber Feiertag“, wie er umgangssprachlich bezeichnet wird. Banken und Geschäfte behandeln Allerseelen wie einen normalen Arbeitstag, Ämter und öffentliche Einrichtungen haben hingegen geschlossen

Bereits in den ersten Jahrhunderten nach der Entstehung des Christentums war es nicht mehr möglich, allen heiliggesprochenen Menschen an einzelnen Tagen zu gedenken. So etablierten sich zu Beginn mehr Heiligenfeste als Christusfeste, zu Ehren der Märtyrer.
Waren Allerheiligen und Allerseelen zuerst noch Sammelfeste zum Gedenken für alle Heiligen, so ernannte Papst Bonifatius IV. in der westlichen Kirche erstmals im Jahr 610 den 13.Mai als Gedenktag für verstorbene Heilige.
Das Allerseelenfest findet bei Isidor von Sevilla seine ersten Züge, wurde jedoch noch am Tag nach Pfingsten gefeiert. Erst 998 wurde vom Abt Odilo aus dem Kloster Cluny der 2. November als Gedenktag für alle Verstorbenen, die sich noch im Fegefeuer befinden, festgesetzt und somit Allerseelen als für sich stehender Feiertag etabliert.
Auch in der evangelischen Kirche gibt es ein Allerseelen, allerdings wird es hier als Buß- und Bettag bezeichnet und ist ein Festtag für alle Verstorbenen.

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